"Immunsystem/Erkrankungen und glutenhaltiges Getreide"

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Anonym schrieb am 27.12.2018 20:17

Immunsystem/Erkrankungen und glutenhaltiges Getreide

Meine Mutter hat mir gestern einen - wie ich finde - interessanten Artikel aus der Zeitschrift Diabetes Ratgeber" vom November 2018 mit dem Titel "Der Feind in meinem Brot" mitgegeben. Leider nicht online zu finden.

Ein Prof. Dr. Dr. Schuppan aus Mainz berichtet, dass zwar nur etwa 1% der Menschen eine echte Zöliakie hätten, dass aber vielen anderen glutenhaltige Getreide Probleme berieten.

Und zwar sei es nicht das Gluten direkt, sondern sog. Amylase-Trypsin-Inhibitoren ATI (Eiweiße), die ausschließlich in glutenhaltigen Getreide vorhanden seien. Er und seine Forschungskollegen vermuten, dass sie Krankheiten verstärkten, an denen das Immunsystem beteiligt sei.
Also Rheuma, Neurodermitis, Typ-2-Diabetes, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn) usw.

Der Mechanismus sei, dass sich die ATI an die Rezeptoren von Immunzellen im Darm binden und sie so "aufweckten". Diese aktivierten Immunzellen machten wiederum T-Zellen quasi aggressiver, die deswegen Krankheitserscheinungen verstärken würden. Man vermute auch, dass die ATI den Stoffwechsel "diabetisch" machen und die Entstehung von Übergewicht fördern (Test bei Mäusen).

In Einzelfällen (Menschen) wurde durch den Verzicht auf diese Getreide schon Besserung bei Rheuma und Morbus Crohn erreicht, jetzt habe man eine große Studie begonnen.

Da ich ja wie alle in meiner Familie und einer ganzen Reihe von Autoimmun-Erkrankungen leide, für mich interessant. Diabetes Typ 2 leider auch verbreitet, trotz Normalgewicht. Und da ich ja sowieso gerade auf Anraten meiner Heilpraktikerin auf Getreide mit Gluten, Eier, Milch und Nüsse verzichte, also kein Mehraufwand ;-)

Bettina

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natascha (Profil) schrieb am 28.12.2018 09:18

Das hört sich interesant an.

Ich bin mal gespannt, ob sich was verändert.


Lg Natascha

akira (Profil) schrieb am 29.12.2018 08:34

Anonym schrieb am 29.12.2018 08:41

Ich weiß von verschiedenen Leuten, dass man viel mit Ernährung beeinflussen kann, insbesondere chronische Krankheiten. Allerdings muss man, finde ich, auch aufpassen, dass man nicht in eine generelle Hysterie verfällt. Gluten per se ist nichts Schlechtes und viele Menschen vertragen es, sonst wäre die Menschheit wohl schon längst ausgestorben. Außerdem sind die Ersatzprodukte oft sehr mit Zusatzstoffen versehen, um die Wirkung des Glutens zu erfüllen. Also auch nicht unbedingt erste Wahl.

Als jemand der selbst und bei den Kindern mit Unverträglichkeiten zu kämpfen hat, habe ich solche Dinge immer im Hinterkopf, versuche aber, ganz "normal" mit dem Essen umzugehen und erst im Bedarfsfall, falls sich eben Symptome/Krankheiten zeigen, über ein Ernährungstagebuch herauszufinden, woran es denn liegt. Bei bekannten Krankheiten gibt es natürlich bereits Wissen, welche Nahrungsmittel Einfluss haben, darauf kann man dann auch zurück greifen. Aber bitte keine Hysterie anzetteln, es gibt genügend Leute, die sich unnötig glutenfrei und sonstwie ernähren, nur weil es gesund oder hip sein soll :-)

Alles Gute Dir, dass Deine Diät anschlägt und Dir hilft.

Mornica (Profil) schrieb am 29.12.2018 15:33

Hallo Anonym,
ja, das sollte klar sein, dass man sich nicht ohne Not und rein prophylaktisch glutenfrei oder sonstwie einseitig ernährt.

Allerdings ist zB das mit dem Ernährungstagebuch nur bei den wenigen Substanzen sinnvoll, die eine Sofortreaktion verursachen. Was da zB über die ATI heraus gefunden wurde, wäre eine Langzeitwirkung, die man mit einem Tagebuch bestimmt nicht erkennen würde. Es sei denn, man verzichtet jeweils mehrere Wochen lang auf dies oder das, dann wieder entsprechend lange nicht usw. Und was - wenn viele Lebensmittel in Verdacht stehen - sehr mühsam ist und zB bei mir keinerlei Erhellung gebracht hat. Eher geht es hoffentlich - bei entsprechendem Leidensdruck - anders herum, so wie ich es jetzt mache (unter entsprechend Beobachtung der Blutwerte etc. natürlich): auf fast alles verzichten und dann nach längerer Zeit monatsweise EINE Sache wieder dazu nehmen.

Leider gibt es Reaktionen, die so verzögert auftreten, dass du sie gar keinem bestimmten Auslöser zuordnen kannst, oder es handelt sich um eine indirekte Wirkung aus dem Zusammenspiel zweier Stoffe. Alles nicht so einfach ;-)

Ich bin gespannt, wie man in fünf Jahren so über das glutenhaltige Getreide in der Fachwelt denkt.

Bettina

Anonym schrieb am 29.12.2018 21:12

Hmm, hast Du mich nun richtig verstanden oder fühlst Du Dich etwas angegriffen, Bettina? Denn das wollte ich nicht. Bei Dir und bestimmten Krankheiten macht dieses Vorgehen sicherlich Sinn und ja, extreme Langzeitwirkungen jenseits einiger Tage findet man mit einem Ernährungstagebuch schwerlich bis gar nicht. Gerade auch dann, wenn mehrere Stoffe eine Rolle spielen. Zum anderen ist bei einigen Krankheiten aber auch schon viel Vorwissen vorhanden, an welchen Stoffen es liegen kann. Da macht es natürlich generell viel mehr Sinn, diese erstmal wegzulassen und sich dann langsam heranzutasten.

Ich bin nur etwas empfindlich auf diese ganzen "Hypes", bei denen auf bestimmte Lebensmittel(-bestandteile) unnötig verzichtet werden, weil es angeblich gesünder ist. Daher wollte ich nicht, dass man Deinen Ausgangspost so lesen kann, dass _alle_ Leute besser dran wären, komplett auf Gluten zu verzichten. Denn das glaube ich nicht.

die Ano von oben :-)

Anonym schrieb am 29.12.2018 21:12

Hallo,

danke fürs Teilen! Ich habe eine chronisch entzündliche Darmerkrankungen und kann für meinen Körper sagen, dass ich manches Getreide nicht gut vertrage. Das Jahr, in dem ich mich sehr eiweißreich ernährt habe, war das vom Darm her ruhigste, seit ich die Erkrankung habe. Allerdings war das vor den Kindern und ich finde es sehr schwer auf manches in Alltag zu verzichten. Das käme ja dann der Paleo-Ernährung sehr nahe, oder?

Danke und Grüße!
Ano2

dorle (Profil) schrieb am 29.12.2018 22:40

ob Paleo oder Verzicht oder Diäten..ich weiß nicht genau, ich denke alles was einseitig überlastet ist ist schlecht für den Körper und alles was "überzüchtet" ist (Getreiden) ist nicht gut und auch alles was zu stark bearbeitet ist (fabrik-essen).

ich denke die gute alte Empfehlung möglichst viel grünes Gemüse roh und gedämpft zu essen ist gut, dann einige Esslöffel Getreidebrei a la Bruker (und wie sie alle heißen) mit etwas Obst und Sahne

und dann eine kleine Weihnachtsgeschichte: ich habe für uns etwas Capaccio geholt. Mit den Jungs zusammen gegessen und beide waren totaaaal begeistert. es hat ihnen komplett geschmeckt.
danach habe ich ihnen gesagt das es rohes Fleisch war. Sie fanden es total o.k.
Natürlich war das eine teure Angelegenheit.
Aber Tatar ist ja nichts anderes. Das esse ich sehr gerne mal (ist nur etwas in vergessenheit geraten bei mir) und viel günstiger.

Einfach einen guten EL davon auf den teller streichen (dünn9 mit Olivenöl betröpfeln, paar Kapern oder Gürkchen, salz pfeffer, wer will Salat drunter oder drüber!

das ist wirklich sehr angenehm zu essen. gut verdaulich, man fühlt sich danach viel besser als wenn man dieselbe menge fleisch gebraten oder so isst !

das wäre ja dann schon paleo.

ich verstehe auch nicht wieso manche leute dieses sogenannte eiweiß-brot andauernd essen. das ist doch gluten pur, oder?

Anonym schrieb am 29.12.2018 22:47

Ja, Ano1 von oben, alles gut. Von den Hypes halte ich auch nichts, aber irgendwas Gutes bleibt ja manchmal hängen ;-)

Meine Radikal-Diät (so empfinde ich sie, ja Paleo kommt dem wohl ganz nahe, zumal ich Hülsenfrüchte leider magentechnisch kaum vertrage) hat den Grund, dass sich laut Blutuntersuchung zu Dutzenden von Nahrungsmitteln unverhältnismäßig viele Antikörper bzw. entsprechende Stoffe finden, die da so nicht hingehören.
Plan ist, den Darm zu entlasten und zu sanieren, so dass sich auch das Immunsystem beruhigt.

Danach kann das eine oder andere Lebensmittel dann vorsichtig und hoffentlich wieder dazu kommen.

Nach bisherigen Stand könnte ich auf Getreide glaube ich fast am besten verzichten, jedenfalls leichter als auf alle Milchprodukte und Eier und Nüsse (und noch ein paar Gemüse und Obstsorten).

Bettina