"Total desinteressierter I-Helfer im Unterricht"

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Anonym schrieb am 18.01.2019 09:47

Total desinteressierter I-Helfer im Unterricht

Liebe Lehrerinnen und liebe I-Helfer,

ich mache gerade Vertretungsunterricht an einer Grundschule und hab in einer Gruppe einen I-Helfer hocken, der von der 1. Stunde an offensichtlich alles doof findet, was ich mache. Bisher war das aber nicht greif-, nur spürbar, auch das Abfärben seines Desinteresse und Motivationslosigkeit auf die Kinder.
Gestern hat er sich dann mit einer Zeitung an einen separaten Tisch gehockt (die Kinder und ich sitzen an einem Gruppentisch). Wie soll man da Kinder zum Mitmachen motivieren?
Jetzt möchte ich wissen, ob das normal ist, dass man da als I-Helfer nur "drinhockt" und ich damit "leben muss". Wenn nicht, soll ich was sagen und wenn ja, wie? Am liebsten würde ich ihn rausschmeißen, ich brauche ihn nicht.

Meinungen?

Antworten

munkes (Profil) schrieb am 18.01.2019 11:00

Ich würde um ein Gespräch mit ihm und seiner Vorgesetzten bitten. Evtl gibt's ja ne gute Lösung. Zeitung lesen ist schon blöd, das müsste er eigentlich eher vor der Tür machen.
Bin gespannt was Natascha sagt, sie ist doch I Helferin mein ich?

Anonym schrieb am 18.01.2019 11:23

Hallo Ano,

vielleicht merkt er, dass du ihn nicht brauchst und hält sich deshalb möglichst raus. Aus Respekt, sich nicht in deinen gut laufenden Unterricht einzumischen. Kommt er denn seiner Aufgabe mit dem I-Kind nach?

Wenn das Problem bisher nur spürbar war, wurde noch gar nicht darüber gesprochen? Denn in dem Fall fänd ich ein Gespräch mit seinem Vorgesetzten übertrieben, dann würd ich erst einmal mit ihm sprechen.

Es ist eine voll blöde Situation in vielen Schulen, dass da Lehrer(innen) Unterricht machen und ein oder mehrere andere Erwachsene dabei sitzen und sich nur um jeweils ein Kind kümmern sollen.

Hier bei uns gibt es zum Glück schon die politischen Bestrebungen das zu ändern und statt dessen jeweils eine Zweitkraft in jedem Unterricht zu haben, sodass es quasi ein Lehrteam aus zwei Leuten gibt. Im Idealfall Lehrer/Sonderpädagoge oder Sozialarbeiter. Aber das dauert....

Besprich doch einfach mal mit ihm wie du dir die Zusammensarbeit vorstellst.

Liebe Grüße
Ano

Anonym schrieb am 18.01.2019 11:40

Das ist sicher nicht normal. Vllt aber von der vorherigen Lehrerin so gewünscht? Ich würde das so auch erfragen ob er angehalten würde sich rauszunehmen und dass du das so nicht kennst. Hier sind im Höchstfall 2 Integrationshelfer und 2 Lehrerinnen in der Klasse mit 19 Kindern. Alle bringen sich ein. Wenn die I Helferinnen nicht vom Kind gebraucht werden sind sie Ansprechpartner für andere Kinder. Aber gerade eine neue I Helferin hat sich damit sehr schwer getan auch im Umgang mit dem Ikind. Langsam wächst sie rein. Vllt auch in eurem Fall der erste Einsatz? Da herrscht manchmal Ratlosigkeit und manch einer braucht Info über dem Rahmen der eigenen Aufgaben.
LG anobw

natascha (Profil) schrieb am 18.01.2019 13:22

Hi


Erstmal
Was sind denn die Aufgaben des I Helfers?
Mein Job ist es, das Kind zu motivieren, mitzumachen, evtl was anzupassen oder bei Überforderung rauszugehn. Mit dem Kind.
Mit den anderen Kindern hab ich eigentlich nix am Hut, eigentlich.
Dennoch helfe ich gerne. Nix zu tun ist schrecklich.
Ob ihm dein Unterricht gefällt oder nicht spielt dabei keine Rolle.
Mir macht auch nicht jedes Fach Spass, aber ich verkaufe meinem Schützling immer alles als higlight.

Ich muss immer beschäftigt sein, sonst möchte mein Schützling bitte alles vorgekaut und ausgespuckt bekommen, oder noch besser, ich soll es machen, da ich schneller bin.grins

Aber ich würde keine Zeitung lesen oder so was.


Der erste weg zur Zwischenmenschlichen Beziehung ist reden.
Wem ist er denn Weisungsgebunden?
Ich unterliege in erster linie den Weisungen des Lehrers,
Wenn mein Kind damit überfordert ist, dann sag ich schon was,
Ich bin aber eher diplomatisch.

Hast du mal mit ihm gesprochen?
Ich lese da auch etwas unsicherheit deinerseite raus.
Fals ich mich irre, tut es mir leid.

Du musst es ihm auch nicht recht machen.

Und wenn du echt das gefühl hast, er wird dem Kind nicht gerecht.
Dann sprich mit den Eltern und den Träger, denn die Eltern sind ja die Antragsteller


Lg na
Ta
Scha

Henni (Profil) schrieb am 18.01.2019 14:24

Warum fragst Du da uns?
Wenn ich Probleme mit jemandem aus meinem Team hätte, dann würde ich das mit der Person besprechen. Oder mit dem ganzen Team.
Und wenn Du unsicher bist, was üblich ist, dann würde ich Kolleginnen aus der gleichen Schule fragen.

So aus der Ferne fällt mir nur ein:

War er denn schon vor Dir in der Klasse? Dann wäre er ja eine Art Experte für das I-Kind. Ich würde ihn einbinden - von Anfang an - und fragen, welche Arbeitsformen, Materialien, welcher Arbeitsrhythmus etc. sich bei dem Kind aus seiner Sicht bewährt hat.

Grundsätzlich bist Du als Lehrkraft für die Planung, für alles Material etc. verantwortlich, evtl. zusammen mit einer Förderschullehrerin und musst ihm Instruktionen und v.a. klare Anweisungen geben.

Zeitung lesen geht natürlich gar nicht.

Evtl. braucht das Kind auch gar keinen I-Helfer mehr? Dann dem Sozialamt einen ehrlichen Schulbericht/Entwicklungsbericht schicken und Reduzierung/Wegfall der Stunden beantragen.

LG Henni

Anonym schrieb am 18.01.2019 19:55

Ich bin als Springer als Begleiter eingesetzt und erlebe viele verschiedene Kinder und Einsatzmöglichkeiten. Wenn er nur da ist, um dem Kind körperlich zu helfen, also Tasche tragen, Kind beim Anziehen helfen, Treppen steigen... Dann finde ich, sollte er sich aus dem Unterricht auch raushalten. Ich fände nur Zeitung lesen unschön, da das alle Kinder ablenkt. Aber ich hatte auch das schon und hab mich gelangweilt und aus dem Fenster gesehen, ausser als Sexualkunde dran war. War spannend, die Kinder zu beobachten. Grins. Wenn das Kind zur Tafel muss oder so und er dabei helfen muss, kann er ja nicht rausgehen. Gleiches gilt bei Anfällen oder so. Aber dann sollte seine Aufmerksamkeit dem Kind gelten und nicht der Zeitung.

Wenn das Kind Aufmerksamkeitsstörungen hat, wird es durch Zeitung lesen bestimmt nicht besser. Dann muss man ja auch mehr bei dem Kind sein. Und wenn es Lernschwierigkeiten hat ja sowieso.

Also, ich würde ihn fragen, welche Art von Hilfe das Kind braucht und das dann mit ihm besprechen. Aber ich sehe es nicht so, dass er dem Lehrer gegenüber weisungsgebunden ist. Stellt euch Mal vor, der Lehrer sagt, ich mach das schon,, warte draussen und dann bekommt das Kind Anfälle oder so. Es gibt Verträge in denen das klar geregelt ist.

Ich würde mit ihm reden. Wenn das nichts bringt, würde ich mit Schulleitung und / oder dem Träger der Betreuung reden.

Abo Lo
La

Lola (Profil) schrieb am 18.01.2019 20:03

Also ich bin jetzt von ganz normaler Schulbegleitung ausgegangen...

Lola (Profil) schrieb am 18.01.2019 20:05

Und ich war nie Ansprechpartner für andere Kinder, ich habe die Lehrerin gefragt, ob ich mal irgendwo mithelfen soll. Aber das ist keine Aufgabe des Begleiters.
Ist denn ein Integrationshelfer etwas so anderes als ein Schulbegleiter?

Lola (Profil) schrieb am 18.01.2019 20:09

Ich hab Mal schnell Wiki überflogen. Das ist wohl das gleiche. Und dann orientiert sich das am Kind und ist nicht für die Klasse da.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schulbegleiter

Anonym schrieb am 18.01.2019 21:15

Hallo,

vielen Dank für eure Rückmeldungen. Mir hat es komischerweise eine lange Antwort, die ich verfasst hab, gelöscht, daher fasse ich mich kürzer :)

Mir geht es vor allem um das völlige Desinteresse, das ich von Anfang an gespürt hab. Ich steh zum ersten Mal in der Schule, vor einer halben Klasse, habe keinerlei Ausbildung oder Vorerfahrung, daher verunsichert mich das in der Tat leider enorm.
Hab ihn leider nie zu greifen bekommen, um das anzusprechen.
Da er auch 1-2 mal nicht dabei war, gehe ich davon aus, dass er nicht zwingend MUSS, ist aber vielleicht auch ein Denkfehler, da habt ihr recht.

Bei mir ist das jetzt alles so hochgekocht, dass ich mich grad außerstande sehe, ein normales Gespräch zu führen. Im November, als ich ein Arbeitsblatt ausgegeben hab, war ich übrigens auch die, die dem I-Kind geholfen hat -- nicht er. Leider wusste ich am Anfang eben gar nix darüber. Das war mein Fehler, ich hätte da gleich nachhaken sollen. Da ich nur 4 Stunden an der Schule bin, hab ich halt oft keine Lust, die große Pause abzuwarten.
Kollegium: kennen ich kaum bis auf die, die mich auf den Job angesprochen hat. Mit der wollte ich immer mal nen Kaffee trinken, hat aber nicht geklappt. Ich kenn sie auch nicht gut, hab sie aber heute angerufen und ihr das erzählt. Sie kommt mit dem gut klar, sagt aber auch ganz klar, das geht überhaupt nicht (noch ein paar andere Dinge) und bietet an, selbst mal mit ihm zu reden.

Ich weiß grad überhaupt nicht, was ich will und wozu ich mich in der Lage fühle. Vielleicht muss ich erstmal ein Wochenende drüber schlafen.



Lola (Profil) schrieb am 18.01.2019 21:45

Wie lange bist du denn dann schon an der Schule? Und wieso hast Du Unterricht ohne Ausbildung? Jetzt bin ich etwas verwirrt ;) welches Fach unterrichtest Du denn?

Wenn er krank war und keiner da war, der vertreten konnte, kann es sein, dass das Kind allein ist. Sollte nicht sein, aber ich habe selber im Dezember mitbekommen, wieviele an den Schulen krank waren.

Ich weiss ja nicht, wie es ihm geht, aber ich war am Anfang auch unsicher, was genau ich machen soll. Wie weit ich helfen sollte und darf, bzw. was der Lehrer übernimmt. Und was der Lehrer von mir denkt. Und ob ich alles richtig mache...der Lehrer ist wahrscheinlich genauso unsicher...? Das spielt sich ein und man redet miteinander. Er meint es bestimmt nicht abfällig und die Sache mit der Zeitung war vielleicht bloss unüberlegt. Ich glaube auch nicht, dass er deinen Unterricht mit seinem Verhalten bewertet oder so.

Alles Gute!

Schlaf mal drüber. Und rede mal mit ihm.

Anonym schrieb am 18.01.2019 21:58

Liebe Lola,

ich mache 4 Stunden Vertretung im Fach Musik (da habe ich ne Ausbildung, aber eben nicht im Lehramt oder sonstiger Pädagogik), für eine kranke Lehrerin, seit November. Geht aber nur noch bis Februar, daher dachte ich eigentlich, ich sitze das jetzt aus. Geht nach gestern aber irgendwie nicht mehr.

Ja, ich hätte das sicher früher klären sollen. Hab ihn aber nie erwischt, auch, weil in der Gruppe der Unterricht oft ausfiel.
Nein, er war da, als er nicht teilgenommen hat (das I-Kind aber schon).

Ich schlaf noch paarmal drüber...:)

Henni (Profil) schrieb am 18.01.2019 22:07

Da geht es mir wie Lola:
was hast Du denn da für eine Tätigkeit? Hier gibt es Seiten- und Quereinsteiger im Schuldienst, die werden aber zumindest minimal geschult vorher und müssen vor dem eigenverantwortlichen Unterricht erstmal hospitieren.
Egal wie nun genau, es wird eine Klassenlehrerin geben, oder wenn die langfristig fehlt, dann andere Vertretungen. Ich würde um eine Klassenkonferenz bitten mit allen, die in dieser Klasse unterrichten und besprechen: wer macht was, welches Kind/welche Gruppen werden wie gefördert etc.

Natürlich muss man im Schuldienst dazu bereit sein, für Besprechungen zu warten oder auch dafür nochmal extra zu kommen. Das ist völlig normal und der Regelfall! Wie soll das sonst neben dem Unterricht gehen???
Schnell schnell in der Pause würde ich derartige Probleme nicht ansprechen. Dafür ist die Pause zu kurz und dann keine Pause mehr.
Wenn ein Treffen nicht klappt wäre ein Telefonat, zu dem man sich vorher verabredet eine Notlösung.

Konflikte aufschieben - nur so ein Gefühl haben - und das schon seit November - hört sich für mich gruselig an.
Also, lass nicht die Kollegin reden, sondern suche selbst das Gespräch mit allen Beteiligten.

LG Henni

Anonym schrieb am 18.01.2019 22:16

Wie gesagt, das war ja gestern erst die 3. oder 4. Stunde, wo er dabei war. Am Anfang dachte ich halt, das bilde ich mir ein, ich mach mich lächerlich, wenn ich ihn darauf anspreche. Und dann hat sich das langsam entwickelt. Und dass ich leider aufhören muss, weil die Lehrerin wiederkommt, wusste ich schon vor Weihnachten.
Nein, ich bin ohne Hospitieren oder Vorschulung ins kalte Wasser geworfen worden, auch ins Zeugnisnoten machen und Kommentare schreiben für meine Schüler....
Ich habe auch keine Ahnung, wie Schule so abläuft, hab zwar am Anfang versucht, viel zu fragen, aber da hatte auch oft leider keiner Zeit (was vielleicht auch am Stellenwert des Fachs liegt...), so dass ich es aufgegeben hab, bis zur Pause zu bleiben. Also habe ich mich durchgewurschtelt. War sicher ein Fehler, das stimmt.

Jetzt, für die letzten 3 Stunden, lohnt es sich aber auch nicht mehr, ein Riesenfass aufzumachen. Nur ein kleines Fässchen :)

Henni (Profil) schrieb am 18.01.2019 22:17

Okay, habe deine Erklärung erst jetzt gelesen. Jetzt verstehe ich das Besser!

Musik ist ja so ein spezielles Fach...ich unterrichte das selbst....
Evtl. benötigt das I-Kind da tatsächlich keine oder wenig Unterstützung?
Ich kenne das so, dass ich konkret für die Musik-AG gefragt werde: benötigt Schüler XY dabei I-Hilfe? Wenn nicht, dann werden die Stunden eingespart.
Es spricht ja für den Unterricht, wenn ein Kind da ohne I-Hilfe teilnehmen kann!

So würde ich das ganz konkret besprechen, dann kann er in der Zeit andere Tätigkeiten bekommen, Überstunden ausgleichen oder was auch immer.

Anonym schrieb am 18.01.2019 22:45

Liebe Henni,

was meinst Du mit Musik ist so ein spezielles Fach?
Bist Du auch an einer Grundschule?
Gibt vieles, was ich gerne vorher gewusst hätte: Dass ein I-Kind mit Betreuer dabei ist, dass ich in einer anderen Gruppe drei sogenannte "herausfordernde" Kinder habe (mit denen ich aber ganz gut klarkomme) usw...

Na ja. Insgesamt kann ich das Ganze sicher als "Lernen" verbuchen :)

Ich danke euch allen für eure Kommentare und unterschiedlichen Sichtweisen (wie immer halt), das hat mich schon wieder bisschen geerdet. :)

Anonym schrieb am 18.01.2019 22:48

P.S.: Es ist ein leicht verhaltensauffälliges Kind mit einer Lernschwäche, das aber durchaus musikalisch ist (als ich dem I-Helfer das mal gesagt hab, hat er mich angeguckt wie ein Auto) und auch ganz gut mitkommt, sich nur nicht immer so lange konzentrieren kann.

Anonym schrieb am 18.01.2019 23:34

Herzlich willkommen im Lehrerleben!!!

"da bleib ich doch nicht bis zur Pause"
noch größeres Desinteresse an den "Kollegen" kann man meiner Ansicht nach nur noch mit einer Dauerkrankmeldung bekunden...
da seh ich ehrlich gesagt keinen großen Unterschied zum Verhalten des I-Helfers

vielleicht solltest Du öfter mal alle Pausen dort verbringen und Du wirst feststellen, dass in der Zeit alle wichtigen Informationen ausgetauscht werde-zwischen Kopierer, Toilette und Pausenausfsichten...und sonst muss man halt einen Termin nach dem Unterricht vereinbaren...

eigentlich sollten alle verpflichtend mind. ein Halbjahr unterrichten-gerne im erlernten Beruf, mit allen dazugehörigen Pflichten-das würde sicher eingen die Augen öffnen...blöderweise würde es halt auf Kosten der Kinder
gehen....nur Gymnasium bitte nicht, da werde die Problemfälle ja sofort aussortiert...

im übrigen schaue ich mir immer erst meine Schüler (allerdings schon mind. 15 Jahre) an ohne in die Akte zu sehen, nur wenn Probleme auftauchen schau ich mal wo die herkommen, ob von der abgebenden Schule was bekannt ist... und Infos gebe ich an Kollegn nur weiter, sofern diese auf mich zukommen weil etwas auffällig ist...und I-Helfer haben die in dem Alter nicht mehr, sonst säßen in manchen Klasse bestimmt mind. 2-3

Gromit

Henni (Profil) schrieb am 19.01.2019 00:07

Musik ist ganz anders als andere Fächer, weil man zwangsläufig viel lehrerzentriert und mit der ganzen Gruppe zusammen arbeitet.
Egal ob Tanz, Lied, Klassenmusizieren, Musikhören: Einzel-, Partner-, Gruppenarbeit mit differenzierten Aufgaben wird selten vorkommen. Selbstgesteuertes Lernen auch eher nicht.
Am ehesten noch im Rahmen von Instrumentenkunde, da bietet sich Stationenlernen an. Oder wenn es um bestimmte Komponisten geht.

Das meinte ich mit speziell.

Hinzu kommt, dass vieles auch vom Geschmack abhängt. Die Auswahl von Liedern und Musikstücken.
Und dass manches ungewohnt ist (z.B. Singen in etwas höheren Lagen) und evtl. Überwindung kostet (z.B. Bodypercussion).
Ich kann mir schon vorstellen, dass das der I-Helfer wirklich blöd findet :-)


Henni (Profil) schrieb am 19.01.2019 00:11

...übrigens finde ich aus all den Gründen Musik zu unterrichten total anstrengend.
Lieber integriere ich Elemente aus dem Musikunterricht in andere Fächer.
90 Minuten nur Musik mache ich nicht soooo gerne.

Henni (Profil) schrieb am 19.01.2019 00:17

Ach ja, Teamteaching ist daher natürlich auch echt schwer.
Ich würde in so einer Konstellation Instrumentenkunde machen.
3 Stationen:
eine Station betreust Du, alle Kinder dürfen mal Geige spielen (oder welches Instrument du mitbringen kannst)
2. Station: Lernpuzzle oder ABs zum Instrument (da kommen die Sch. alleine klar, oder es kann der I-Helfer assistieren)
3, Station Hörbeispiele, die mit Kopfhörer angehört werden (das können sie auch alleine) oder interaktive Seite über die Instrumente des Orchesters oder so was anbieten

Anonym schrieb am 19.01.2019 14:00

Nochmal zum "bleiben bis zur Pause".
Hab ich die ersten Wochen immer gemacht. Da war weder Zeit noch Interesse, ich bin immer sehr kurz abgefertigt worden.
Irgendwann sieht man dann keinen Sinn mehr darin, wenn sich nicht mal die Kollegin, die man kennt, ne halbe Stunde Zeit nehmen will.

Aber gut.

Vielen Dank für eure Tipps.

Ich ziehe für mich daraus, dass mir Musik mit Kindern Riesenspaß macht. Aber nicht in der Schulmühle :)

Ich ziehe aber meinen Hut vor allen Lehrern.

Henni (Profil) schrieb am 19.01.2019 16:29

Nochmal zum "bleiben bis zur Pause".
Hab ich die ersten Wochen immer gemacht. Da war weder Zeit noch Interesse, ich bin immer sehr kurz abgefertigt worden.
Irgendwann sieht man dann keinen Sinn mehr darin, wenn sich nicht mal die Kollegin, die man kennt, ne halbe Stunde Zeit nehmen will.



Ehrlich gesagt, ich verstehe die KollegInnen in dem Punkt.
Die Pause sollte in erster Linie wirklich Pause sein. Das klappt leider meistens nciht. Aber das ist ein erheblicher Stressfaktor, wenn da noch alles Mögliche husch husch besprochen werden soll.
Wenn etwas länger als 2 Sätze dauert, dann verabreden wir vorher einen Termin. Das kann durchaus kurzfristig sein, gleicher Tag nach dem Unterricht, nächster Tag in der Pause, was auch immer, aber dann kann man sich darauf einstellen und plant vorher schon, wann man dann mal zwischendurch schafft, überhaupt aufs Klo zu gehen :-)

purzelmurzel (Profil) schrieb am 19.01.2019 19:40

Zeitung lesen geht gar nicht. Am Handy spielen kommt ja auch gern vor ;-)
Ich kann verstehen, dass du in den Pausen nicht bleiben willst, aber in manchmal oder an best. Tagen regelmäßig würde ich das schon machen. Es ist eben oft auch ein Kommen und Gehen bei Vertretungsstellen, da ist es manchmal schwierig, sich auf neue Kollegen einzulassen. Du hast gesagt, es ist nur noch bis Februar. Das ist natürlich auch für die Kollegen schwierig für eine kurze Zeitdauer.
Aber nichts destotrotz würde ich das ansprechen. Vielleicht reicht ja ein kleines "Häppchen" beim Inte-Helfer schon aus und es gibt ein klares Signal von dir. Ich habe das auch schon erlebt, dass Kollgegen das mit der Rektorin besprochen haben, wenn es Schwierigkeiten gab und sie hat das dann geklärt.
In der Tat ist die Position der I-Helfer oft sehr schwierig. Eigentlich "dürfen" sie nicht viel, der eine Lehrer freut sich über Hilfe von ihm, der andere findet das dann schon übergriffig.
Aber in deiner Situation ist ja klar, dass das nicht geht!
Macht er das nur bei dir oder auch bei anderen!?!

Anonym schrieb am 19.01.2019 20:34

Nee, Henni,

es hat einfach keinen interessiert, was ich mache, wie ich es mache. Sie waren schlichtweg froh, eine fachliche Riesenlücke, die bald Probleme gegeben hätte, pro forma zu füllen.

Es wollte auch keiner mit mir die Noten und Kommentare besprechen. Sie übernehmen die einfach, fertig.

Ich bin am Anfang auch bis nach der Pause geblieben. Ich glaube aber, die hatten einen solchen personellen Engpass, dass tatsächlich keiner für diese "unwichtige Vertretung" Zeit hatte, schon gar nicht vor Weihnachten und in der Zeugnisphase, wie gesagt, noch nicht mal die Kollegin, über die ich den Job hab. Mit der hab ich mich öfter versucht zu verabreden, damit sie mir Grundsätzliches zu den Klassen, dem Ablauf usw. erklärt. Sie hatte aber auch nie Zeit bzw. war auch mal krank.

Insofern, liebe Gromit, finde ich deinen kleinen verbalen Angriff oben unberechtigt. Irgendwann resigniert man einfach.

Der I-Helfer hat jetzt nur dieses generelle völlige Desinteresse überspitzt auf den Punkt gebracht.

Ich lerne auf jeden Fall daraus, dass ich, falls ich sowas nochmal mache, darauf bestehe, erstmal wenigstens in der Klasse zu hospitieren. Dann kenne ich die Kinder schon mal und ein Unsicherheitsfaktor fällt weg.

Spaß macht es jedenfalls riesig, bin auch ganz stolz, dass einige "Musikistvolldoof-Kinder" jetzt zu meinen eifrigsten und besten gehören :)

Liebe Purzel,

auch Dir danke für die Rückmeldung!

Und, nein, das Angebot der Kollegin werde ich nicht annehmen, auch nicht die Rektorin ansprechen, das muss ich erstmal selbst klären.

Leider machen mir so Dinge immer noch Magenschmerzen.

Einen schönen Sonntag euch allen, vielen Dank fürs "Zuhören"

Anonym schrieb am 19.01.2019 22:20

An einer Schule ging es mir Mal ähnlich. Ich habe Projekte mit Schülern gemacht, was sehr viel Spaß gemacht hat. Ich bin auf einige Lehrer zugegangen, zwei von ihnen haben mich dann wahrgenommen und waren wirklich nett. Der Rest hat mich kaum beachtet. Ich weiss nicht, vielleicht war das die fehlende Zeit, Stress oder Desinteresse, beabsichtigt oder nicht, keine Ahnung, aber man fühlt sich dann wie ein Fremdkörper. Irgendwie braucht es auch da mehr Integration :)

Lola

Anonym schrieb am 21.01.2019 10:42

Liebe Henni,

nochmal vielen Dank für Deine Tipps! Muss mal überlegen, ob ich mir Stationenlernen zutraue (vor allem dabei Disziplin zu halten), für mich als didaktisch und methodisch völlig unbedarfte Vertretung ist es tatsächlich am einfachsten, mit allen zusammen Musik zu machen (sind ja nur 12 Kinder pro Gruppe). Und ich glaube, das kommt dann auch am ehesten zu kurz, wenn die Klassen wieder komplett unterrichtet werden.

Teamteaching will ich gar nicht. Aber wenn er schon da ist, soll er das Kind unterstützen statt es auch noch klein und schlecht zu machen ("XY, Du kannst doch gar nicht Flöte spielen, Du hast doch nur mal in der 1.Klasse bisschen geflötet") und nicht so unmotiviert rumhocken.

Lola, genau so meine ich das. Du sprichst mir aus der Seele...