"Pötzlich nicht mehr krankenversichert (lang!)"

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Anonym schrieb am 02.02.2019 17:49

Pötzlich nicht mehr krankenversichert (lang!)

Guten Abend,

um nicht völlig durchzudrehen, schreibe ich und bitte Euch um Unterstützung, Tipps, Rat, TROST!

Gerade habe ich die Post aus dem Briefkasten geholt und erfahren, dass ich seit 19. 01. 2019 NICHT mehr krankenversichert bin.

Es ist so, dass ich seit 29. November 18 krankgeschrieben und seit 01. Januar 19 arbeitslos bin. Allerdings war und bin ich krankgeschrieben. In der Zeit vom 21.01. bis 25.01. 19 war ich allerdings mit meinem erkrankten Sohn (geb. 2009) daheim. Darüber gibt es auch eine Krankschreibung, die ich bei der KK eingereicht hatte. Ansonsten wäre ich zu meinem Orthopäden gegangen, weil ich immer noch starke Schmerzen hatte, aber mein erkranktes Kind (eitrige Bindehautentzündung) hatte Vorrang.

Ich bin völlig fertig. Jetzt ist Wochenende, und ich erreiche niemanden. Bei der Telefonseelsorge sind leider alle Mitarbeiter im Einsatz. In der vergangenen Woche habe ich Arzttermine (Orthopäde, Hausärztin und Schmerzambulanz) in Anspruch genommen. Wie soll ich das bezahlen? Warum hat mir die Krankenkasse nicht gesagt, dass die Krankschreibung für mein Kind nicht zählt? Jetzt habe ich Angst. Angst vor dem Bezahlen, Angst, weil ich NICHT krankenversichert bin. Mein Orthopäde hat mich am 28. 01. weiterhin krankgeschrieben. Nun zählt das alles gar nicht mehr. Was soll nur werden? Warum passieren mir diese Dinge? An diesen Herausforderungen wachse ich nicht, sondern verzweifele und zweifele an mir.

Am 29. 01. 19 hatte ich am Nachmittag bei der TK angerufen und um Formulare (Reha) für meine Hausärztin gebeten. Der Mitarbeiter vom Fachzentrum Krankengeld hat mir nichts davon gesagt, dass ich nicht mehr krankenversichert bin.

Ich bin so froh, dass es Euch gibt und ich nicht allein bin!! DANKE fürs Lesen!

Verzweifelte Grüße, L.

Antworten

Tiana (Profil) schrieb am 02.02.2019 18:13

Ohje. Ich drücke die Daumen dass es sich schnell klärt. Hast du dich beim Amt arbeitslos gemeldet? Dann müsste die Versicherung über die weiterlaufen. Vllt hat da jemand was verbummelt. Oder steht im Brief was von ausgesteuert?

Lg

Anonym schrieb am 02.02.2019 18:29

Danke, Tiana! Nein, ich hatte und habe mich noch nicht arbeitslos gemeldet, weil ich krankgeschrieben war und wusste, dass es sich um eine längere Geschichte (Bandscheibenvorfall) handeln könnte.

Kontakt mit der AA hatte im Dezember 18 ich aufgenommen. Die meinten jedoch, erst einmal genesen, dann kommen.

Liebe Grüße, L.

Anonym schrieb am 02.02.2019 18:38

hallo

ich kenne mich nicht auf dem gebiet krankenversicherungsrecht aus, aber schau mal bei w*ikipedia unter dem begriff :

Nachgehender Leistungsanspruch

ich weiß´nicht ob das auf dich zu treffen könnte - aber vielleicht doch....

grüßle

kathrin

Anonym schrieb am 02.02.2019 19:15

So viel ich weiß, ist man noch 6 Wochen nachversichert. Das würde ja bei dir greifen.
Und ja, so lange du krank geschrieben bist, kannst du dich nicht arbeitslos melden.
Ich würde am Montag ganz in Ruhe bei der AfA anrufen und deine Lage schildern.

Ich bin mir sehr sicher, dass die in der Zwischenzeit angefallenen Kosten, von der KK übernommen werden müssen.

LG Doro

Mornica (Profil) schrieb am 02.02.2019 19:16

Lies das Scheiben doch noch mal in Ruhe, und was du sonst noch so von der Krankenkasse und vom Jobcenter bekommen hast in letzter Zeit.

Die gesetzliche Krankenversicherung kann dir nicht einfach kündigen, ohne dass eine andere Versicherung übernimmt (es sei denn, du kommst mit deinem Einkommen über die Beitragsbemessungsgrenze oder bis mit gerade 26 zuvor noch bei deinen Eltern mitversichert gewesen).

Ich gehe dabei davon aus, dass du GESETZLICH krankenversichert bist und dich trotz Erkrankung korrekt arbeitslos gemeldet hattest.

Es gibt dann noch ein paar Ausnahmen in den Fällen grober Pflichtverletzung, aber auch dann muss eine Kündigung mit Frist erfolgen.

Du müsstest dann ja seit ca. 10.1. Krankengeld bekommen haben, aber nur bis 19./20.1. (?), weil du unterbrochen hast wegen der Krankheit deines Sohnes. Vielleicht bezieht sich das darauf??
Das würde dann passen zu deinem "Warum hat mir die Krankenkasse nicht gesagt, dass die Krankschreibung für mein Kind nicht zählt?"

Weil es keine Krankschreibung, sondern ein Attest ist. Hat nämlich mit dir erstmal nix zu tun, es ist nämlich keine Krankschreibung, sondern ein Attest, dass das Kind Betreuung braucht. Es könnte ja auch sein, dass jemand anderes die Betreuung des kranken Kindes übernehmen soll (zB der Vater).

Die Krankenkasse wird dich auf so was nicht aufmerksam machen, weil sie dann ja kein Krankengeld mehr zahlen muss.
Es zählt immer nur die eigene Krankschreibung.

Nützt dir nun aber leider nichts mehr und wäre in der Tat sehr ärgerlich, weil man das meines Wissens nicht legal nachträglich ändern kann, also deine AU für den Zeitraum nachträglich zu bescheinigen.

Das hieße dann meines Wissens, dass dein Anspruch auf Krankengeld erloschen ist und du dann Arbeitslosengeld beziehen kannst, natürlich nur auf Antrag. Montag also auch beim Arbeitsamt/Jobcenter anrufen, oder vielleicht hast du eine E-Mail-Adresse, wo du jetzt schon hin schreiben kannst (auch wenn es dort am WE keiner liest)?

Die eigentliche Krankenversicherung müsste weiter laufen (ggf. auch rückwirkend), aber es wird wohl so sein, dass das Jobcenter das erst melden muss bei der KV. Im Januar wurde dann ggf. der KV-Beitrag noch von deinem Krankengeld ?? bezahlt, also gleich abgezogen.

Wenn du aus irgendwelchen Gründen kein Krankengeld bekommen hast, kann es vielleicht trotzdem was mit dem Ende deiner letzten AU zu tun haben, so oder so müsste dann das Jobcenter übernehmen. Von dort ist das dann vllt noch nicht raus gegangen.

Bitte bewahre (oder bekomme) erst einmal einen klaren Kopf!
Selbst wenn du dich noch nicht arbeitslos gemeldet hast, gibt es bestimmt eine Lösung!

Alles Gute,
Bettina

https://www.kanzlei-hasselbach.de/2015/anspruch-auf-krankengeld-bei-arbeitslosigkeit-und-kuendigung/04/

Mornica (Profil) schrieb am 02.02.2019 19:20

sorry, richtig ist, man muss sich (sofort) arbeitssuchend melden, wenn man gekündigt wurde und krank geschrieben ist.

Mornica (Profil) schrieb am 02.02.2019 19:21

.. und in der Zeit, wo du nicht krank geschrieben warst (ab 21.1.), hättest du dich dann wohl arbeitslos melden müssen, aber das kannst du vielleicht nachholen?

Cora (Profil) schrieb am 02.02.2019 19:39

sorry, richtig ist, man muss sich (sofort) arbeitssuchend melden, wenn man gekündigt wurde und krank geschrieben ist.

... aber arbeitssuchend melden kann man sich doch nur, wenn man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Wenn man aber mit einem Bandscheibenvorfall durch die Gegend kriecht, ist das ja nicht der Fall, das kann ja Wochen dauern....

Was ich aber auch nicht verstehe, ist der Termin 19.1., dann müsste sie doch seit 01. Januar ohne Krankenversicherung sein, mit Beginn der Arbeitslosigkeit?

@Threadstarterin - eine Familienversicherung greift nicht bei Euch? Wenn Ihr verheiratet seid und Du kein Einkommen hast, bist Du doch eigentlich bei der gesetzlichen KV über Deinen Ehemann versichert. Falls Du privat versichert sein solltest, ist das natürlich anders.

Einen klaren Kopf wünsche ich Dir und ruhige Nerven!
Cora



natascha (Profil) schrieb am 02.02.2019 19:48

hi

och mensch, immer am Wochenende.
Hier erstmal einen Keks und ne Tee.

wenn man sich nicht arbeistlos oder arbeitssuchend melden möchte, muss man bei jemanden mitversichert sein, oder sie Versicherung selber tragen, sind ca. 190 Euro im Monat, wenn man kein Einkommen hat.
nichts tun geht leider nicht.
und eine Krankenkasse kündigt nicht, sie endet unter bestimmten Vorrausetzungen, die man bei der Aufnahme unterschreibt, lies mal die AGBs.


wie es jetzt speziel in deinem Fall ist, weis ich leider auch nicht.

Zur Not zahlst du halt den Beitrag, bis du übers Arbeitsamt versichert bist.
Dein Sohn ist dann bei dir auch mitversichert.
Sonst müsste dein Sohn auch mit in der Familienkasse des Vaters laufen können, geht sogar bei getrennt lebenden.

was ich nicht verstehe,
wie kann man krank geschrieben sein, und gekündigt bekommen.

Liebe Grüsse
Natascha ich drück dir die Daumen

Anonym schrieb am 02.02.2019 19:53

Hallo,

ich habe gerade mal kurz einen Anwalt gefragt.
Der meinte, dass das denkbar schlecht sei. Sobald eine Unterbrechung oder keine Krankschreibung mehr vorliegt, wäre das Arbeitsamt zuständig. Aber da du dich dort nicht gemeldet hast, wissen die ja nichts davon. Das wäre also schritt 1: Am Montag sofort beim Jobcenter arbeitslos melden!

In Deutschland gibt es zwar eine Versicherungspflicht, aber man muss sich schon selbst darum kümmern. Die GKV muss dich nach einer Unterbrechung wieder aufnehmen, aber du musst den nicht geleisteten Betrag selbst komplett zahlen. Das wäre in deinem Fall ja im schlimmsten Fall, wenn du dich Montag arbeitslos meldest, sechzehn Tage. Das kann auch viel Geld sein, klar. Er berichtete von einem Fall, bei dem ein Mandant 20.000€ nachzahlen musste. Er war über Jahre nicht versichert und wollte dann wieder in die GKV und dann hieß es erstmal zahlen.

ABER er meinte auch, dass man in der GKV 4 Wochen weiterversichert sei. Wenn dies bei dir zutrifft, dann beträfe es ja tatsächlich „nur“ die Zeit seit dem 1.2. für die Nachzahlung bei der GKV. Das Krankengeld und auch Arbeitslosengeld seit 19.1. ist dann aber vermutlich futsch.

Bist du alleinstehend? Ist deine Kündigung rechtens? Hast du vielleicht Anspruch auf einen Beratungshilfeschein vom Gericht?

Also am Montag arbeitssuchend melden, Rücksprache mit der GKV wegen des nachgehenden Leistungsanspruches und der drei unbezahlten Tage halten und ggf. sogar einen Anwalt aufsuchen. Wenn du einen beratungshilfeschein kriegst, ist das sicher die beste Lösung, um alles rund um die GKV zu klären.

So blöd das ist - heute änderst du da eh nichts mehr. Kopf hoch und fühl dich gedrückt!

https://www.finanztip.de/gkv/nachgehender-leistungsanspruch/

natascha (Profil) schrieb am 02.02.2019 19:54

ach ja

Antworten findet man auch oft auf der Seite der Krankenversicherung, hast du da mal rumgeschnüffelt.

unsere Krankenkasse hat uns mal RÜCKWIRCKEND für ein Jahr gekündigt,
unzählige mrtbesuche Onkologie und und und.
und alle anfallende Kosten würde uns in Rechnung gestellt werden.
ich hatte da mal angerufen und dann meinte die Tante, war ein Pc fehler, soll ich wegwerfen.

ähm ne, ich möchte es schriftlich, dass meine Kinder lückenlos versichert sind.

Lg Natascha

Anonym schrieb am 02.02.2019 20:00

Wow, vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten innerhalb einer kurzen Zeit!

Ich bin alleinerziehende Mutter, seit vielen Jahren. Eine Familienversicherung greift leider nicht, liebe Cora. Meine Kinder sind glücklicherweise über ihren Vater, meinen Exmann, familienversichert. Meine Eltern sind ein Thema für sich. Sie halten mich für eine absolute Versagerin, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt. Hier ist weder Trost noch Unterstützung zu erwarten

Dann würde also ein "nachgehender Leistungsanspruch" nicht greifen, richtig Bettina? Ich kannte das vorher gar nicht und staune immer wieder über Euer Wissen.

Seit 29. 11. bin ich krankgeschrieben, Mitte Dezember kündigte mein Arbeitgeber zum 31. 12. Daraufhin meldete ich mich bei der AfA telefonisch. Die meinten o.g. Ab 01. 01. 19 übernahm die KK.

Vom 21. 01. - 25. 01. war mein Kind erkrankt. Bedeutet das, liebe Bettina, dass ich mich spätestens am 22. 1. hätte arbeitslos melden müssen?
- Seit 28. 01. bin ich wieder krankgeschrieben. Auswertung MRT, Bandscheibenvorfall. Eine ambulante Reha ist geplant und von meinen Ärzten befürwortet worden.

Zu den nächsten Schritten. Wenn ich Doro und Bettina richtig verstanden habe, müsste ich mich am Montag bei der AfA melden. ABER: ich bin krankgeschrieben, war es jedoch nicht in der Zeit vom 21. 01. - 25. 01.

Fraglich ist, was die AfA macht. Die bekommt eine kranke Frau, für die sie erst einmal zahlen muss und die dem Arbeitsmarkt NICHT zur Verfügung stehen kann.

Im Moment wünsche ich mir nichts mehr, als ganz normal arbeiten gehen zu können. Andererseits brauche ich die Reha, dringend!


Vielen herzlichen Dank für Eure Unterstützung! Es berührt mich, dass sich so viele zu Wort gemeldet haben.

L.


Anonym schrieb am 02.02.2019 20:03

Puh....im Prinzip widerspricht hier ein Post dem nächsten und keiner weiß es so ganz genau. Ob das die TS beruhigt?

Am besten erstmal nen Schnaps oder nen Tee und durchschnaufen. Vor Montag wirst du keine Klarheit bekommen. Allerdings geht über's Wochenende auch die Welt nicht unter (und falls doch, ist die KV eh egal).

LG Doro

Anonym schrieb am 02.02.2019 20:07

Alles klar, wenn du alleinerziehend bist, verstehe ich deine Not jetzt noch besser. Aber trotzdem, vor Montag wirst du nix klären.
Vielleicht würde ich in so einem komplexen Fall doch nicht anrufen, sondern live vorsprechen. Hast du vielleicht jemanden, der dich begleiten kann, zur moralischen Unterstützung?

LG Doro

Anonym schrieb am 02.02.2019 20:12

Während ich schrieb, ging das Posten eifrig weiter. Ja, das ist alles verwirrend und beängstigend.

Danke Natascha für Tee und Kekse, danke auch, dass extra ein Anwalt befragt wurde.

Mir geht es beschissen. Doros letzter Post trifft es sehr gut.

Ich gehe davon aus, dass ich mich am Montag bei der AfA melde.

Die KK schreibt: "Wenn eine fortlaufende Arbeitsunfähigkeit zu spät bescheinigt wird, endet die beitragsfreie Mitgliedschaft am letzten Tag des vorherigen Krankengeldbezugs. Mit dem Ende der Mitgliedschaft endet auch der Anspruch auf Krankengeld."

Verzweifelte Grüße, L.

Inge (Profil) schrieb am 02.02.2019 20:17

Meine KK hat eine 24-Stunden Hotline. Such mal im Netz ob deine das auch hat.

LG Inge

ChristineT (Profil) schrieb am 02.02.2019 20:41

Ich verstehe nicht, wie Dein AG Dir Mitte Dezember auf Ende Monat kündigen kann? Die gesetzliche Kündigungsfrist sind doch 4 Wochen, oder?

Anonym schrieb am 02.02.2019 20:59

@ChristineT: Ein Fehler meinerseits, entschuldige. Mit dem 07. 12. wurde mir gekündigt. Mein Arbeitgeber nutzte die Probezeit. Ich hatte gerade eine neue, besser bezahlte Arbeitsstelle angetreten, als ich blöderweise erkrankte. Sprich: ich wachte früh auf und konnte meinen rechten Arm kaum bewegen.

@Doro
Das wird wohl eher schwierig, weil alle zu tun haben. Das kann ich auch gut verstehen.

LG, L., die gerade alle Unterlagen für AfA zusammensucht


Mornica (Profil) schrieb am 02.02.2019 21:19

Huhu, das mit dem nachgehenden Versicherungsschutz war Doro, aber ich habe das so auch gelesen, dass der Schutz vier Wochen weiter gilt. Was zu dem passt, dass die KV nicht fristlos kündigen darf.
Insofern mache dir bitte nicht allzu große Sorgen.
Klar, du hast ordentlich was zu regeln und wirst dich mit Bürokratie herumschlagen müssen, und vielleicht musst du auch etwas Geld bezahlen, aber der Rest wird sich regeln lassen.

Irgendwer hatte noch geschrieben, man müsste sich nicht arbeitssuchend melden, wenn man krank ist. Das ist falsch. Nicht arbeitslos, aber arbeitsSUCHEND. Hatte ja auch erst den falschen Ausdruck benutzt. Aber das hast du, Threadstarterin ja gemacht.
Ich denke und drücke die Daumen, dass lässt sich alles regeln. Vielleicht musst du für eine oder zwei Wochen den Versicherungsbeitrag selber zahlen. Und vielleicht bekommst du dann weiter Krankengeld, weil es sich um dieselbe Erkrankung handelt, trotz Unterbrechung. Wenn nicht. Dann ALG I. Beim Krankengeld ist dann nur die Frage, ob das auf die ALG-Bezugszeit angerechnet wird oder nicht. Das ist schon sehr speziell, und im Moment wahrscheinlich nicht dein dringendest Interesse.
Gruß
Bettina

Mornica (Profil) schrieb am 02.02.2019 21:34

Achso, du solltest dich Montag rückwirkend für die Zeit, in der du nicht krank geschrieben warst, arbeitslos melden. Einschließlich Wochenenden! Ist ggf auch wichtig für die Rentenversicherung. Auch wenn du evtl dafür kein ALG mehr rückwirkend bekommst. Wie das dann ab 28. ist, hängt davon ab, ob weiter Krankengeldanspruch besteht. Falls nicht, bist du arbeitslos aber bis auf weiteres arbeitsunfähig mit ALG-Anspruch.
Bei "Kindkrank"-Attest bekommt man übrigens weiter ALG, das für evtl später.

Mornica (Profil) schrieb am 02.02.2019 21:42

@ Natascha (und andere): Kündigungsschutz für Kranke gibt es nur teilweise. Ich kenne mich auch nicht so gut aus, aber abgesehen von der Probezeit gibt es noch diverse andere Möglichkeiten bzw Fallkonstellationen. Langzeitkrankheit oder bei kleinen Betrieben. Selbst im öffentlichen Dienst ist man davor nicht sicher unter bestimmten Umständen. (Bei uns wurde mal einer Kollegin mit vielen Krankheitstagen gekündigt, der Personalrat hat zugestimmt).

Camilla (Profil) schrieb am 02.02.2019 22:02

Du Liebe,

durchatmen und Ruhe bewahren!!!

Solange du dich kümmerst, wird sich sicher eine Lösung finden.

Dein Fehler war also, dass du dich ab 21.1. nicht arbeitslos gemeldet hast, denn ab diesem Datum warst du nicht mehr krank geschrieben. Der Krankengeldbezug und alle damit verbundenen Leistungen (also auch Krankenversicherung) enden damit mit diesem Datum. Du hast geglaubt, die Krankschreibung für dein Kind genügt, das ist aber nicht so.

Folglich wärest du (theoretisch auf dem Papier) vom 21.1. bis 25.1. für die AfA vermittelbar gewesen, bist dann aber "erneut" erkrankt und ab dem 28.1. wieder krank geschrieben. Dann ist meines Erachtens nun die AfA für dich zuständig.

Fraglich ist, was die AfA macht. Die bekommt eine kranke Frau, für die sie erst einmal zahlen muss und die dem Arbeitsmarkt NICHT zur Verfügung stehen kann.

Das kann denen völlig wurscht sein! Wenn du fünf Tage vermittelbar bist und dir dann ein Bein brichst, sind sie auch weiter zuständig. Dein "Vergehen" ist nur, dass du es versäumt hast, dich rechtzeitig zu melden. Aber da du das nicht mutwillig getan hast, sollte sich da ein Weg finden lassen.

Morgen versuchst du den Tag zu genießen (ich weiß, ist schwer in so einem Fall)!

Und Montag rufst du A) die AfA an und schilderst deinen Fall. Du zeigst dich reumütig über das Versäumnis und fragst, was nun passieren kann um das Problem zu lösen und was du tun musst. Und ja, die können dich rückwirkend bei der Kasse anmelden, wenn sie wollen.

Und B) rufst du die Krankenkasse an (ja, guck mal ob die eine 24 h Hotline haben) und schilderst dort das Gleiche. Ich denke auch, im schlimmsten Fall musst du für einen gewissen Zeitraum die Krankenversicherung selbst tragen, aber ganz bestimmt nicht die Arztkosten.

Kopf hoch und guten Mut. Das sind alles Menschen und wenn man seinen eigenen Fehler eingesteht, sind die meisten auch sehr hilfsbereit.

LG Camilla

Anonym schrieb am 03.02.2019 05:45

Du bist bei der TK? Da sind meine Eltern auch versichert, und die sind dort i.d.R. sehr hilfsbereit und nehmen sich Zeit einen individuelle Lösung zu finden.
Und... sie haben eine 24 Stunden hotline.

Also, don't panic!!

Gruß,
RU

Anonym schrieb am 03.02.2019 08:52

Guten Morgen,

herzlichen Dank für Euren Zuspruch, Eure Hinweise und Tipps. Ich fühle mich von Euch gehalten.

Mir ist bewusst geworden, wie schnell ein sozialer Abstieg geht: Krankheit, Arbeitslosigkeit, Verlust der Krankenversicherung, gerade jetzt, wo so viele Therapien anstehen. Im Moment schreibe ich die Therapeuten an, sage Termine ab, bis mein Versicherungsstatus geklärt ist.

@RU
Bei der Hotline hatte ich aus anderen Gründen am Freitagabend angerufen. Die Mitarbeiterin war sehr unfreundlich und meinte nur, dass ein Schreiben unterwegs sei. Alles weitere solle ich am Montag klären. Mehr könne sie nicht sagen.

Ich werde erst einmal abwarten, was die AfA morgen sagen wird.


Euch allen einen schönen Sonntag! L.

natascha (Profil) schrieb am 03.02.2019 09:53

Morgen,
ich wusste nicht, dass es sich um Kündigung in der Probezeit handelt.

Das Problem denke ich, dass das Kind über den Vater versichert ist.

Arbeitslos kannst du dich auch online heute melden.
Wenn das nicht rückwirckend geht, dann kannst du bestimmt aushandeln, den Pflichtebeitrag nachzuzahlen für die Tage.


Ich hoffe du findest noch wer, der dich durch diesen Tag Bringt


Lg Natascha

Anonym schrieb am 03.02.2019 12:21


@RU
Bei der Hotline hatte ich aus anderen Gründen am Freitagabend angerufen. Die Mitarbeiterin war sehr unfreundlich und meinte nur, dass ein Schreiben unterwegs sei. Alles weitere solle ich am Montag klären. Mehr könne sie nicht sagen.


Da hast Du wohl Pech gehabt. Wir sind alle bei der TK und ich hab eigentlich nur gute Erfahrungen mit der Hotline gemacht. Sehr freundlich und hilfsbereit. Vielleicht hat sie da aber auch schon gesehen, dass Du eigentlich nicht mehr versichert bist und das hat den Grund des Anrufs mitbetroffen? Freundlich hätte sie natürlich trotzdem sein müssen...

Nun ja, ich wünsche Dir gute Nerven und dass sich morgen alles aufklärt. Meist macht man sich ja zum Glück umsonst verrückt. Ich bin da auch so jemand...

Anonym schrieb am 03.02.2019 13:01

Ich verstehe nicht, wieso du dich von der afa abwimmeln lässt? Krank geschrieben hin oder her, es besteht ja dein Anspruch auf ALG 1 und/oder 2 und die Versicherungspflicht, die in dem Fall eben durch das Amt zu bezahlen ist.

Das mag durch den übergang ins krankengeld ein bisschen Zuständigkeitengerangel geben, wird sich aber schlussendlich klären ob jetzt AFA, jobcenter oder kk im Moment zahlen muss.
Den Januar wirst du aber vermutlich was die Lebenshaltungskosten angeht abschreiben müssen, rückwirkend geht da zumindest beim jobcenter nichts, es zählt immer der Eingang des Antrags. Bei der afa bin ich mir nicht sicher.

Anders die Krankenversicherung, die geht sehr wohl lückenlos weiter, also auch rückwirkend, sobald da wieder Beiträge kommen.
Hatte ich mit Kind einmal, da hatte der ex seinen Arbeitsplatz gekündigt und sich auch nicht arbeitslos gemeldet und nach quartalsende kam dann der selbe Brief an das Kind.
In dem Fall wars natürlich einfacher, weil ein Kind ohnehin kostenlos familienversichert werden kann, ist es seit dem bei mir. Aber die aussage von der kk war, dass man sich bis zu einem Jahr rückwirkend versichern kann.
Also maximal zahlst du den Minderheiten für Januar, und da bin ich mir ziemlich sicher, dass das automatisch durchs Amt passiert sobald du dich dort ordent3 gemeldet hast.
Ruf morgen bei der kk an, was sie brauchen damit keine Lücke entsteht und dann geh am besten persönlich zu afa und jobcenter einer von beiden ist auf jeden Fall zuständig (oder nimm die Hilfe irgendeines sozialvereins in Anspruch, der da begleitet Nachbarschaftshilfe, bürgerbüro, wie auch immer sich die bei euch nennen)
Das lässt sich alles auflösen, keine sorge - aber dranbleiben musst du jetzt!

Mornica (Profil) schrieb am 03.02.2019 14:01

Ich verstehe nicht, wieso du dich von der afa abwimmeln lässt? Krank geschrieben hin oder her, es besteht ja dein Anspruch auf ALG 1 und/oder 2 und die Versicherungspflicht, die in dem Fall eben durch das Amt zu bezahlen ist.


Nicht, wenn man im bevor bestehenden Arbeitsverhältnis bereits krank geworden ist, und so lange die Krankheit andauert. Dann gilt man nur als "arbeitssuchend" ohne Leistungsanspruch, aber mit Anspruch auf Krankengeld.

Anonym schrieb am 03.02.2019 14:57

Dann besteht immer noch der Anspruch auf alg2, wenn alg1 nicht greift.
Wie gesagt, es besteht Versicherungspflicht, wenn der Staat das so haben will, muss er die auch sicherstellen.

Anonym schrieb am 03.02.2019 15:00

Jobcenter übrigens auch dann, wenn das Einkommen zu hoch für alg2 wäre, gibt auch irgendeine Regelung, bei der nur die kv bezahlt wird.
Eines der beiden ist in jedem Fall in der Pflicht.

Anonym schrieb am 04.02.2019 07:47

So schnell werden die dich nicht los.
Das wird sich klären. Unsere kk ist auch ewig mit rauswerfen beschäftigt. Man hat den Eindruck dass die extra Briefe verschicken. Trotzdem sind alle kosten abgedeckt. Wir standen auch beim arzt und bekamen gesagt dass Kind sei nicht versichert. Kosten können auch nachträglich übernommen werden. Nichts wird so heiss gegessen wie es gekocht wird.

natascha (Profil) schrieb am 05.02.2019 06:53

Wie weit bist du denn gekommen?


Lg Natascha

natascha (Profil) schrieb am 07.02.2019 19:08

Wie geht es dir?

Ich muss oft an dich denken.

Liebe Grüsse Natascha