"OT * Hauskauf???"

StartseiteForum › "OT * Hauskauf???"
Startseite Navigation
EinloggenRegistrieren

Anonym schrieb am 02.03.2020 21:24

OT * Hauskauf???

Hallo ihr Lieben,

heute mal gänzlich off topic und bitte, bitte, schreibt nicht, dass das ein Luxusproblem ist, denn ich weiß, dass es eines ist.
Mein Mann und ich sind beide 42 Jahre und haben eine recht große Summe Geld geerbt (kleinster 6stelliger Betrag). Wir wohnen mit einem Kind in einer kleinen Wohung, die ziemlich heruntergekommen ist, aber sehr günstig. Wir würden gerne umziehen und ein bisschen mehr Platz haben, zudem hat unser Vermieter schon angekündigt, dass er gerne in unsere Wohnung ziehen wolle, nicht heute oder morgen, aber halt irgendwann schon ... Wir verdienen ganz ok, wir sind nicht reich, aber wir könnten uns eine neue Wohnung auf jeden Fall leisten. Wir haben auch noch Geld angespart, sodass wir wohl, wenn wir alles zusammenkratzen würden, auf 150T€ kämen. Und da denke ich dann, vielleicht wäre es ja sinnvoll, ein Häuschen zu kaufen, zum Wohnen und als Geldanlage. Wir wohnen in einer mittelgroßen Großstadt mit Universität. Und obwohl es hier nicht so teuer ist wie in Hamburg oder München, sind die Preise auch hier ordentlich gestiegen in den letzten Jahren, sowohl was die Miete betrifft als auch die Hauspreise. Es gibt totale Bruchbuden für 3200€/qm, die sind meist klein, bis 100qm und ich finde die Preise total überzogen. Aber es gibt auch immer wieder Häuser, wo ich denke, die sind 3500€/qm wert, also zumindest uns sind sie es wert. Aber die sind dann eben teurer.

Meine Frage ist nun, was denkt ihr: Sollte man ein Haus abbezahlen können in seinem Leben? Wir suchen schon seit 2 Jahren (da haben wir das Geld geerbt und seit dem unser Erspartes vermehrt) und es ist unglaublich schwierig, weil wir auch nicht von hier weg wollen. Und jetzt kommt so langsam die Frage auf, ziehen wir in eine Mietwohnung, die auch unglaublich schwer zu finden sind, wir suchen parallel schon auch danach. Aber dann denke ich, wenn ich 1000 Euro oder mehr Miete zahle, dann kann ich auch einen Kredit abbezahlen. Sollten wir mit unserem Limit hochgehen und gar nicht anstreben den Kredit abzubezahlen? Lieber dann im Alter das Haus verkaufen und was kleineres suchen? Oder doch in eine Mietwohnung ziehen und das Geld irgendwo anlegen? Aber wie? Ich hab echt schlaflose Nächte deswegen, vor allem immer dann auch, wenn ich ein Haus sehe, dass über unserem Budget liegt. Aber vielleicht schlafe ich dann auch schlecht in den nächsten 20 Jahren, wenn ich so völlig verschuldet. Zinsbindung von 20 Jahren würden wir auf jeden Fall machen, sonst könnt ich wirklich nicht schlafen und wenn man dann den Kredit nicht mehr bedienen könnte, weil die Zinsen wieder gestiegen sind, dann könnten wir das Haus verkaufen. Die Preise werden in den Großstädten eher nicht drastisch fallen, denke ich.

Hat jemand eigene Erfahrungen von denen sie berichten kann? Was würdet ihr uns raten: Hauskauf auch wenns über dem Limit ist und der Kredit 35 Jahre dauern würde?

Habt vielen Dank für euren Input.

Antworten

Lola (Profil) schrieb am 02.03.2020 21:52

Ich habe jetzt keine Antwort, wollte aber das Stichwort Baukindergeld noch in den Raum werfen. Prüf doch mal, falls Ihr es nicht eh schon gemacht habt, wie Euer Anspruch ist, solltet Ihr Eigentum erwerben wollen.

Anonym schrieb am 03.03.2020 08:22

Moin,

ich kann Dir sagen, wie es bei uns war. Als wir in die Modestadt am Rhein gezogen sind, hätten wir zu fünft realistisch betrachtet 1.300 € Miete etwa rechnen müssen. Da hab ich meinen Mann zum Kauf überredet. Wir hatten auch 150 T Eigenkapital und haben fast das Doppelte an Kredit aufgenommen. Die monatliche Rate lag bzw. liegt bei 900 Euro. Die Differenz zu dem,was wir an Miete zahlen müssten und alle weiteren zusätzlichen Einnahmen haben wir zur Seite gelegt, um sondertilgen zu können. Das haben wir bisher jedes Jahr geschafft. Wenn es so weiter läuft, können wir tatsächlich nach 15 Jahren (eine längere Zinsbindung ist nur bedingt sinnvoll, trotz Risikobedürfnis...) alles ablösen.

So. Ja, wir hatten einige schlaflose Nächte, weil ich nicht gearbeitet hab und die Jobs meines Mannes wackelig waren. Aber für uns hat es sich gelohnt: Wir haben das Haus für 100 T mehr verkauft und haben den Erwerb des Hauses hier so gelegt, dass wir Anspruch eben auf BAUKINDERGELD haben. Und den hättet ihr auch, so wie ich das sehe.

Geht zu mindestens zwei Banken und lasst euch alles einfach mal durchrechnen, prüft euren Anspruch auf Baukindergeld, bei Sanierung auf Förderungsanspruch, malt euch das schrecklichste Szenario und das beste und schätzt jeweils die Wahrscheinlichkeit ab und entscheidet dann aus dem Bauch.

Carli (Profil) schrieb am 03.03.2020 09:01

Wir haben vor vielen Jahren zu deutlich günstigeren Preisen, dafü aber viel höheren Zinsen gekauft. Da wir evtl. in eine Wohnung investieren wollen, waren wir beim Bankberater unseres Vertrauens. Dort wurde klar: Kaufen lohnt sich bei einem einigermaßen guten Angebot und vor allem guter Lage im Moment auf jeden Fall. Eine Immobilie wird von der Bank geschätzt. Eine gute Bank sagt dir ehrlich, ob ein Kauf lohnt oder ob in der Lage z.B. gehäuft Probleme auftreten. Gilt natürlich nur für Banken, die den regionalen Markt im Blick haben. Der aktuelle Zinssatz liegt deutlich unter 1 Prozent, dafür werden viele Immobilien überteuert angeboten. Super wäre also Privatverkauf unter der Hand, ohne dass das Angebot jemals im Internet auftaucht. Selbst hier, 15 km außerhalb der Universitätsstadt ist der Markt quasi leer. Könntet ihr euch vorstellen zu bauen?

Anonym schrieb am 03.03.2020 10:13

Leider ist die Wohnsituation bei vielen momentan kein Luxusproblem mehr. In unserer Kleinstadt stehen immer wieder Artikel in der Zeitung, auch von betroffenen Personen, die Angst haben obdachlos zu werden, weil ihnen gekündigt wurde. Studenten brechen deswegen sogar ihr Studium ab, weil sie keine Bleibe finden (schreckliche Zustände, da bin ich froh, dass wir unsere Schäfchen im Trockenen haben).
Wir haben momentan unser zweites Haus gekauft :)
Das erste haben wir mit einem kleinen Gewinn verkauft so dass wir ein größeres Haus dafür kaufen konnten.
Ich hätte niemals über 1300€ Kalt-Miete zahlen wollen.
Der Bank musst du ja alles offenlegen: Einnahmen, Alter, …
Wenn du bis 65 ein Haus nicht abbezahlen kannst, wirst du sicher auch keinen Kredit bekommen.
Aber vielleicht reicht euch ein kleines Haus mit ca.100qm? Mir wäre wichtig, das ein Grundstück von mindestens 600qm dabei ist. Auf dem Markt habt ihr damit sicher gute Chancen, weil die meisten heutzutage große Häuser bevorzugen.
Beim Hauskauf musst du unbedingt noch die Renovierungsarbeiten bedenken. Könnt ihr was selber machen (habt ihr auch die Zeit oder Hilfe von Freunden/Verwandten?).
Unser jetziges Haus war komplett renovierungsbedürftig. Handwerker konnten wir nur bedingt zahlen. Und selber machen kannst du bei Berufstätigkeit und drei Kindern eigentlich vergessen...
Wir wohnen leider aber auch in einer Gegend, wo du für 500T€ gerade mal ein kleines Reihenhaus bekommst. Grundstücke kann man hier nicht mehr zahlen.

Anonym schrieb am 04.03.2020 11:02

Danke für eure Antworten. Das Baukindergeld würden wir vermutlich kriegen, wobei wir ja nur ein Kind haben und ich selbstständig bin und dafür der Gewinn herangezogen wird und leider nicht das Nettoeinkommen nach Krankenkasse und Rente etc. Allerdings sind das ja auch sowieso nur 100 Euro im Monat.

nach 15 Jahren (eine längere Zinsbindung ist nur bedingt sinnvoll, trotz Risikobedürfnis...)
Warum das? Dann hab ich doch noch 5 Jahre mehr Ruhe und die Zinsen sind ja wirklich superniedrig gerade ...

malt euch das schrecklichste Szenario und das beste und schätzt jeweils die Wahrscheinlichkeit ab und entscheidet dann aus dem Bauch.
das schrecklichste Szenario ist, dass wir all unser Geld ausgeben als Eigenleistung, eine hohe monatliche Belastung haben und dann irgendetwas schlimmes am Haus passiert ... was wir nicht bezahlen können... das ist meine Horrorvorstellung. Ansonsten hab ich einen sehr gut bezahlten und sicheren Job, in dem ich, sollte mein Mann arbeitslos werden, zur Not auch voll arbeiten könnte, statt wie bisher 25-30h/Woche. Wir müssten meine Arbeitskraft halt gut versichern ... aber da hab ich eigentlich keine Sorge.

Super wäre also Privatverkauf unter der Hand, ohne dass das Angebot jemals im Internet auftaucht. Selbst hier, 15 km außerhalb der Universitätsstadt ist der Markt quasi leer. Könntet ihr euch vorstellen zu bauen?
Ja, von jemanden, der einen kennt, der einen kennt, aber da hoffen wir ja schon seit 2 Jahren drauf. Und die Privatverkäufe, die im Internet angeboten werden, legen die Maklerkosten auf den Hauspreis um, sodass es in dem Fall dann tatsächlich egal ist ... Bauen wäre grundsätzlich auch ok, aber in der Stadt ist es halt auch schwierig mit Bauland und ein neues Haus ist wahrscheinlich noch teurer als eines aus dem Bestand.

Leider ist die Wohnsituation bei vielen momentan kein Luxusproblem mehr.
Ja, das stimmt. Und ich finde, dass ich gut verdiene und trotzdem ist es unglaublich schwer. Und ich weiß gar nicht, wie es uns erginge, wenn ich nicht so gut verdienen würde und wir hier rausmüssten oder wie es eben anderen mit weniger Gehalt ergeht ... da haben die diversen Regierungen echt Mist gebaut ... das ist ja nicht nur wegen der niedrigen Zinsen so...

Wenn du bis 65 ein Haus nicht abbezahlen kannst, wirst du sicher auch keinen Kredit bekommen.
Das scheint von der Bank abzuhängen. Eine Bank mit der wir schon geredet haben, hatte das auch so gesagt. Freunde von uns tilgen aber so wenig ihres Kredites, dass sie bis 65 Jahre definitiv nicht fertig sein werden ...

Aber vielleicht reicht euch ein kleines Haus mit ca.100qm? Mir wäre wichtig, das ein Grundstück von mindestens 600qm dabei ist. Auf dem Markt habt ihr damit sicher gute Chancen, weil die meisten heutzutage große Häuser bevorzugen.
Oh, ja, auf jeden Fall. 100 qm würden reichen. Am Ende hängt es ja mehr von dem Grundriss ab. Wir brauchen kein 40qm Wohnzimmer und auch keine 600gm Grundstück. Aber wir brauchen schon 4 Zimmer, wegen Arbeitszimmer. Hier ist es eher so, dass die kleinen Häuser total überteuert sind und trotzdem weggehen wie warme Semmeln. Also bei ähnlichem und in gutem Zustand kostet ein kleines Haus mit 100qm = 4500€/qm = 450T€ plus NK = 506T€ und ein großes Haus mit 150qm = 3500€/qm = 590T€. Also nur so als Beispiel. Das macht es so schwierig für mich, weil ich 4500€/qm zu viel finde und weil selbst da dann 40 Leute das kaufen wollen, einfach weil sie es sich eben leisten können ... so oder so müssen wir in 1-2 Jahren hier raus ... Deprimierende das alles ...

Unser jetziges Haus war komplett renovierungsbedürftig. Handwerker konnten wir nur bedingt zahlen. Und selber machen kannst du bei Berufstätigkeit und drei Kindern eigentlich vergessen...
Wir wohnen leider aber auch in einer Gegend, wo du für 500T€ gerade mal ein kleines Reihenhaus bekommst. Grundstücke kann man hier nicht mehr zahlen.

Ja genau und ich will ja auch weiter verheiratet bleiben und mich nicht scheiden lassen, weil wir vor lauter Stress und Arbeit nur noch genervt sind. Wie habt ihr das denn gemacht?

schokine2008 (Profil) schrieb am 04.03.2020 11:35

Ich kann deine Schlaflosigkeit gut verstehen. Hatte ich letztes Jahr auch. Mann mit unsicherem Job wollte Hauskauf, sehr sanierungsbedürftiges Haus. Ich auch schon ü40 und hab so Panik geschoben, dass es letzten Ende mein Auslöser zur Trennung war. (Die aber natürlich andere Gründe hatte ). Ich war hauptsächlich dagegen, weil wenn es mal fertig gewesen wäre, wären die Kids zur Ausbildung gegangen und wir zu zweit da drin gesessen. Außerdem wollte ich meinen Kids keine durchs Haus vorgegeben Zukunft in der Pampa aufzwingen. Sie sollen später selbst entscheiden, wo sie wohnen wollen. Trotzdem blicke ich manchmal neidisch auf die Häuslebauer mit der Freiheit zu Grillparties usw und voll Sorge in meine von Mietzahlung und Altersarmut (alleinerziehend mit Teilzeitjob) geprägte Zukunft. Wenn ichs mir leisten könnte, würde ich denke ich doch lieber im eigenen Haus wohnen.

Anonym schrieb am 04.03.2020 16:13

Eine längere Zinsbindung ist nicht sinnvoll, weil die Bank Dir natürlich nicht die derzeitigen Zinsen 20 Jahre festschreibt. Die wissen ja,dass es irgendwann auch wieder raufgeht.

Wenn Du gut verdienst und einen sicheren Job hast, verstehe ich Deine Sorge bei dem Eigenkapital, das ihr mitbringt, nicht ganz.

Habt ihr euch mal 2-3 Kreditangebote eingeholt, und zwar jeweils mit 10, 15, 20 Jahren Laufzeit und inkl. Sondertilgung und ohne?

Also, ich möchte nie wieder zur Miete wohnen.

Beim Baukindergeld musst Du die Gesamtsumme betrachten. 100 Euro im Monat klingt wenig,bringt aber über 10 Jahre eben immerhin eine Summe von 12.000 Euro.

Gary (Profil) schrieb am 04.03.2020 17:19

Eine längere Zinsbindung ist nicht sinnvoll, weil die Bank Dir natürlich nicht die derzeitigen Zinsen 20 Jahre festschreibt. Die wissen ja,dass es irgendwann auch wieder raufgeht.

Doch, das tun Banken. Genau das nennt man Zinsbindung.
Der Zins ist natürlich geringfügig höher als bei einer nur 5- oder 10-jährigen Zinsbindung. Im langjährigen Vergleich ist ein heute für 20 Jahre festschreibbarer Zinssatz aber trotzdem ein wunderbares Schnäppchen. Man hat völlige Zinssicherheit und kann trotzdem mit einer verhältnismäßig hohen Anfangstilgung beginnen, weil nur wenige Zinsen zu zahlen sind.

Ich halte die Überlegung, eine lange Zinsbindung zu vereinbaren, für völlig richtig. Wann, wenn nicht jetzt, ist dies der richtige Schritt? Billiger (bezogen auf die Zinssätze, nicht auf die Immobilienpreise) kann's kaum mehr werden.

Einen schnellen Überblick über Konditionen bekommt man bei Kreditvermittlern, z. B. bei Interhyp. Wir haben über diesen Vermittler schon zwei Finanzierungen klar gemacht, einmal auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Winter 2008/2009 und nun, 10 Jahre später, als Anschlussfinanzierung. Den Vergleich bei der eigenen Hausbank kann man trotzdem noch machen, aber die Breite der Kreditangebote ist bei freien Vermittlern einfach toll (und damit die Chance auf ein letztendlich gutes Angebot).

https://www.interhyp.de

Anonym schrieb am 04.03.2020 18:39

Deshalb meine ich ja, sie sollen es sich durchrechnen lassen. Bei uns hätte der vermeintlich kaum höhere Zinssatz über die 20 Jahre doch erstaunlich viel ausgemacht. Das glaubt man manchmal gar nicht. Deshalb: 3 Szenarien durchrechnen lassen. Wir haben daher die 15 Jahre plus Option zur Sondertilgung gewählt; am liebsten hätten wir 10 Jahre genommen und paralell Geld beiseite gelegt zur Ablösung nach der Laufzeit. Das war uns in unserer Situation aber zu riskant.

Anonym schrieb am 04.03.2020 18:46

Ok, Gary hat ein Stück weit recht, habe es eben mal durchgespielt. Bei uns waren die Zinsen noch nicht ganz so im Keller. Derzeit zahlt man für 250.000 Euro Darlehen bei 20 Jahren Laufzeit im vergleich zu 15 Jahren nur ca. 6000 Euro drauf. Das ist ein geringer Preis für ruhige Nächte :)

Josefa (Profil) schrieb am 04.03.2020 21:17

Hallo,
wir haben vor ein paar Jahren gebaut und zu deinen Fragen sind mir spontan ein paar Anmerkungen eingefallen. Vorneweg ich bin weder Experte für Immobilien oder in einer Bank. Es sind die Gedanken und Ergebnisse zu denen wir gekommen sind.

>Meine Frage ist nun, was denkt ihr: Sollte man ein Haus abbezahlen können in seinem Leben?

Ja, ich finde schon.
Ich finde es sinnvoll etwa bis zur Rentenbeginn schuldenfrei zu sein. Denn dann sinkt dein monatliches Einkommen (zumindest normalerweise) und du kommst in den Vorteil einer günstigeren "Miete". Ich schreibe das so, den es gibt weiterhin laufende Kosten für das Haus wie Reparaturen, Instandhaltung, Grundsteuer.

>Wir suchen schon seit 2 Jahren (da haben wir das Geld geerbt und seit dem unser Erspartes vermehrt) und es ist unglaublich schwierig, weil wir auch nicht von hier weg wollen. Und jetzt kommt so langsam die Frage auf, ziehen wir in eine Mietwohnung, die auch unglaublich schwer zu finden sind, wir suchen parallel schon auch danach. Aber dann denke ich, wenn ich 1000 Euro oder mehr Miete zahle, dann kann ich auch einen Kredit abbezahlen.

Das war auch unser Gedanke und die Ausgangssituation ähnlich.

>Sollten wir mit unserem Limit hochgehen und gar nicht anstreben den Kredit abzubezahlen? Lieber dann im Alter das Haus verkaufen und was kleineres suchen?
Ist eine Möglichkeit, aber ich denke die muss gut überlegt und auch gewollt sein. Das sehe ich bei dir hier nicht. Hast du denn schon mal die Frage gestellt: Warum wollt ihr ein Haus?
Mehr Platz? Wie viel Platz braucht ihr wirklich? Geldanlage? Keine Nachbarn Wand an Wand ? Eigner Garten (das war immer mein Wunsch)? Oder nur "weil man da halt so macht"?

Ich persönlich würde das Limit so wählen, das ich bis spätestens Rentenbeginn alles abbezahlt habe und das die Rate gut und ohne große Einschränkungen zu zahlen ist. Wichtig ist zu bedenken, das die Lebenshaltungskosten bei Umzug in ein Haus steigen, das du Dinge voll zahlst die jetzt auch alle Mieter umgelegt werden. Für sich gesehen kleine Beträge, aber auch die sammeln sich (Müll, Kaminkehrer, Grundsteuer etc.). Die Banken setzen gerne eher zu niedrige Werte für diene zukünftigen Lebenshaltungskosten an und ermitteln somit eine tendenziell höherer Kredit rate.


>Oder doch in eine Mietwohnung ziehen und das Geld irgendwo anlegen?

Wie wäre es mit einer Eigentumswohnung? Könntet ihr euch das vorstellen? Soweit ich das hier rauslesen kann, würde das doch alles erfüllen für auch (Größer & Geldanlage & Preis)

>Aber vielleicht schlafe ich dann auch schlecht in den nächsten 20 Jahren, wenn ich so völlig verschuldet. Zinsbindung von 20 Jahren würden wir auf jeden Fall machen, sonst könnt ich wirklich nicht schlafen und wenn man dann den Kredit nicht mehr bedienen könnte, weil die Zinsen wieder gestiegen sind, dann könnten wir das Haus verkaufen.
Das stimmt nicht ganz, das wenn die Zinsen steigen und verschuldet bist, das ist ja die krux mit der Zinsbindung: Zinsbindung heißt eben, das du für die nächsten 20 Jahre genau den Zins kennst, da er fest geschrieben ist. Daher auch Zinsbindung. Wenn du 10 Jahre Zinsbindung machst, musst du eben in 10 Jahren wieder zur Bank, und dann sehen wir ihr die Restschuld finanziert. Sprich: Anschlussfinanzierung.
Auf 10 Jahre, bekommst du im Moment die besseren Konditionen. Wie dann die Finanzsituation in 10 Jahren ist, ist offen.

Auf 20 Jahre bekommst du etwas schlechtere Konditionen, sprich die Zinssatz wird höher sein. Falls die Zinsen dramatisch steigen, ist das von Vorteil, weil du ja den vereinbarten Zins bezahlst.

Hat beides Vor- und Nachteile, müsst ihr euch überlegen. Aber ich versichere Dir, die Bank berechnet es so, wie es nach ihrer jetzigen Einschätzung der Finanzsiutation richtig für die Bank ist.

>Die Preise werden in den Großstädten eher nicht drastisch fallen, denke ich.
Da stimme ich dir zu.

>Hat jemand eigene Erfahrungen von denen sie berichten kann? Was würdet ihr uns raten: Hauskauf auch wenns über dem Limit ist und der Kredit 35 Jahre dauern würde?

Ich würde es nicht machen. Oder nur Nur wenn du aus irgendwelchen Grünen unbedingt ein Haus willst oder brauchst, z.B. solange die Kinder im Haus wohnen.

Keine Einfache Entscheidung, wir haben auch sehr sehr lange gesucht. Wenn ihr nicht akut aus der Wohnung müsst, vielleicht noch etwas Gedulden. Ich persönlich glaube, dass sich die Lage etwas entspannt. Nicht das es günstiger wird, aber das Angebot wird vielleicht wieder etwas größer. Das war bei und das schwierige - es gab einfach kaum mehr was zu kaufen. Wir waren auch örtlich sehr eingeschränkt. Wir haben 3 Jahre gebraucht.
....
>Habt vielen Dank für euren Input.

wie geht das denn mit dem Zitat, das es kursiv wird? Habe jetzt > eingefügt, damit es übersichtlich wird....

Anonym schrieb am 05.03.2020 16:36

Trotzdem blicke ich manchmal neidisch auf die Häuslebauer mit der Freiheit zu Grillparties usw und voll Sorge in meine von Mietzahlung und Altersarmut (alleinerziehend mit Teilzeitjob) geprägte Zukunft. Wenn ichs mir leisten könnte, würde ich denke ich doch lieber im eigenen Haus wohnen.

Ja, so ähnlich geht es mir auch. Wenn man nicht kauft, muss man im Alter ja auch Miete zahlen, darum verstehe ich nicht so richtig, warum das Haus bis 65 abgezahlt sein muss...

Ich halte die Überlegung, eine lange Zinsbindung zu vereinbaren, für völlig richtig. Wann, wenn nicht jetzt, ist dies der richtige Schritt? Billiger (bezogen auf die Zinssätze, nicht auf die Immobilienpreise) kann's kaum mehr werden.

Einen schnellen Überblick über Konditionen bekommt man bei Kreditvermittlern, z. B. bei Interhyp. Wir haben über diesen Vermittler schon zwei Finanzierungen klar gemacht, einmal auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Winter 2008/2009 und nun, 10 Jahre später, als Anschlussfinanzierung. Den Vergleich bei der eigenen Hausbank kann man trotzdem noch machen, aber die Breite der Kreditangebote ist bei freien Vermittlern einfach toll (und damit die Chance auf ein letztendlich gutes Angebot).


Ja, und meine Überlegung ist, nach 20 Jahren, wenn die Zinsen gestiegen sein sollten und die Restsumme immer noch ziemlich hoch ist, dann könnte man das Haus verkaufen, den Kredit auslösen und in etwas kleineres ziehen. Das Kind wäre dann ja aus dem Haus (hoffentlich zumindest, denn es soll ja nicht bis 30 bei uns wohnen). Ja, die Freunde von uns von denen ich schrieb haben das auch über interhyp gemacht und sind zufrieden gewesen. Aber so ganz ohne Haus, dass wir kaufen wollen würden, wäre das ja nicht wirklich zielführend da jetzt schon anzufragen.

Ich finde es sinnvoll etwa bis zur Rentenbeginn schuldenfrei zu sein. Denn dann sinkt dein monatliches Einkommen (zumindest normalerweise) und du kommst in den Vorteil einer günstigeren "Miete". Ich schreibe das so, den es gibt weiterhin laufende Kosten für das Haus wie Reparaturen, Instandhaltung, Grundsteuer.
Grundsätzlich stimme ich dir zu, aber Miete müsste man doch auch nach Renteneintritt zahlen ... von daher ist es doch egal, oder?

Warum wollt ihr ein Haus?
Mehr Platz? Wie viel Platz braucht ihr wirklich? Geldanlage? Keine Nachbarn Wand an Wand ? Eigner Garten (das war immer mein Wunsch)? Oder nur "weil man da halt so macht"?

Alles so ein bisschen. Mehr Platz, definitiv. Ginge aber auch über Mietwohnung. Wir hätten gerne 4-5 Zimmer. Privatspäre ist für mich auch ein Argument. Auf jeden Fall ein kleines Fleckchen Erde zum Draußensitzen und ein paar Blümchen anpflanzen. Wir haben hier jetzt auch einen Garten an der Wohnung. Weil man es so macht ist gar kein Grund. Macht man es denn so? Aber Geldanlage ist ein Grund, mir erscheint es die sinnvollste Anlage zu sein. Ein weiteres gewichtiges Argument für mich ist außerdem: Dass man alles selbst bestimmen kann, wie man wohnen möchte, und dass man alles was man tut für sich selbst tut und nicht irgendein Vermieter am Ende davon profitiert.

Ich persönlich würde das Limit so wählen, das ich bis spätestens Rentenbeginn alles abbezahlt habe und das die Rate gut und ohne große Einschränkungen zu zahlen ist. Wichtig ist zu bedenken, das die Lebenshaltungskosten bei Umzug in ein Haus steigen, das du Dinge voll zahlst die jetzt auch alle Mieter umgelegt werden. Für sich gesehen kleine Beträge, aber auch die sammeln sich (Müll, Kaminkehrer, Grundsteuer etc.).

Genau da liegt unser Dilemma. Es gibt so gut wie keine Häuser, bei denen das zutrifft. Die günstigeren Häuser sind sehr sanierungsbedürftig, wo man ja oft nicht weiß, was genau da auf einen zukommt. Dass die Rate gut bezahlbar sein muss, ist klar, aber darum ist da meine Überlegung, vielleicht ist das mit dem Abbezahlen und der Rente ja gar nicht mehr so richtig möglich in den Großstädten, also zumindest in bestimmten Lagen (wo wir eben auch nicht wegwollen, weil wir mittlerweile hier sehr verwurzelt sind und unser Kind eben auch). Und die Frage ist für mich, was ist besser: Ein Haus zu kaufen, von dem man animmt es nicht abbezahlen zu können (weil die Rate mit 2,5% Tilgung bezahlbar ist, mit 3% aber nicht mehr) oder in eine Mietwohnung zu ziehen und unser Geld irgendwo anzulegen, aber da ist wieder die Frage wo. Und die Miete die ich dann zahle, die kriegt halt der Vermieter und die geht nicht auf mein Konto. Wenn ich das nun so schreibe, klingt es für mich eigentlich sinnvoller, trotz der schwierigen Umstände ein Haus zu kaufen, aber dann kommt auch wieder die Panik :-( ob das bescheuert ist und am Ende böse ausgeht ... Was das Umlegen angeht, wir sind hier nur zwei MIetparteien ...

Wie wäre es mit einer Eigentumswohnung? Könntet ihr euch das vorstellen? Soweit ich das hier rauslesen kann, würde das doch alles erfüllen für auch (Größer & Geldanlage & Preis)
Ja, grundsätzlich wäre es ok. Also am liebsten würde ich schon in einem Haus mit Garten wohnen, aber es geht ja nicht nur danach, was man sich wünscht, sondern auch was realistisch ist. Darum wäre auch eine ETW ok, allerdings sind die hier teurer als Häuser und zu dem Kreditraten kommt dann auch noch das Hausgeld... also im Grunde noch unrealistischer, was aber ok ist, weil wir eh lieber ein Haus mit Garten hätten.

Wenn ihr nicht akut aus der Wohnung müsst, vielleicht noch etwas Gedulden. Ich persönlich glaube, dass sich die Lage etwas entspannt. Nicht das es günstiger wird, aber das Angebot wird vielleicht wieder etwas größer. Das war bei und das schwierige - es gab einfach kaum mehr was zu kaufen. Wir waren auch örtlich sehr eingeschränkt. Wir haben 3 Jahre gebraucht.
Ja, stimmt. Es ist auch nicht so, dass wir ein Angebot hätten, das über unserem Limit liegt, ich merke bloß, wie ich da hinschaue und mich eben frage, ob ... Jedenfalls vielen Dank und drückt uns die Daumen... Ach und weil es irgndwie nicht so klar zu sein scheint: wenn es darum geht, was wir uns wünschen, dann wünschen wir uns ein Haus mit 5 Zimmern und schönen altem Dielenboden, direkt bezugsfertig, mit 400-500qm Grundstück, am liebsten mit uneinsehbarem GArten und gaaaanz viel Privatsphäre in Sackgassenlage hier um die Ecke ;-) ... aber da das nicht passieren wird, müssen wir halt Kompromisse machen ... entweder wir kaufen ein völlig überteuertes kleines Haus (das wahrscheinlich weit weg von unserm Wunsch ist und dazu eben völlig abstruse QM-Preise hat), dass wir aber abbezahlen können. Oder wir kaufen eines, dass eher an unseren WUnsch rankommt, aber eben nach 20 Jahren mit einer hohen Restschuld behaftet sein wird, von der wir nicht wissen, ob wir den dann neu auszuhandelnden Kredit wegen möglicher Zinssteigerungen nicht bedienen können ...

PS Zitate gehen so:
[*zitat] Hier steht der Text[*/zitat] ... die Sternchen musst du löschen

Anonym schrieb am 05.03.2020 17:38

Ich kann mir das mit der hohen Restschuld bei einem guten Gehalt mit nur einem Kind immer noch nicht vorstellen. Wie gesagt, wir haben 250.000 aufgenommen, leisten eine Monatsrate von 900 ca. und haben es mit drei Kindern, aber nur einem guten, nicht übermäßigen Gehalt geschafft, jährlich 12000 sonderzutilgen. Das heißt, wir wären nach 15 Jahren fast durch.

Wie kommst Du denn auf eure Berechnung? Wart ihr bei Banken und habt mal euren Kreditrahmen tatsächlich prüfen lassen? Könntet ihr im Alltag Geld sparen und wärt ihr dazu bereit? Wir haben Essen und Trinken außer Haus ganz stark runtergefahren, ebenso Urlaube sehr günstig gehalten (Haushüten, Zelten usw.). Das hat schon viel gebracht.

Gary (Profil) schrieb am 05.03.2020 18:12

Wie gesagt, wir haben 250.000 aufgenommen, leisten eine Monatsrate von 900 ca. und haben es mit drei Kindern, aber nur einem guten, nicht übermäßigen Gehalt geschafft, jährlich 12000 sonderzutilgen. Das heißt, wir wären nach 15 Jahren fast durch.

Rechnet man deine jährliche Sondertilgung auf eine monatliche Belastung um, so kommt man auf 900 reguläre Tilgung zzgl. 1000 Sondertilgung.
1.900 EUR monatlich. Das packt nicht jeder. Man könnte auch sagen: Das ist für viele Familien utopisch.

Es gibt bei der Sitftung Warentest sehr praktische Rechner, mit denen man alles durchrechnen kann. Was das Haus kosten darf. Wie es mit der Tilgung über die Jahre läuft. Alle Variablen sind veränderbar und alles wird sehr konkret.

Wenn man in den ersten Jahren Sondertilgungen für unwahrscheinlich hält, so kann man diese bei langer Zinsbindung für die letzten Jahre vielleicht einplanen. Die monatliche Belastung ist bei 20-jähriger Zinsbindung in 10, 15 Jahren noch so hoch wie am Anfang, die Einkommen haben sich aber weiterentwickelt und es bleibt möglicherweise Luft für Sondertilgungen.

https://www.test.de/Rechner-Eigenheimfinanzierung-So-teuer-darf-Ihr-Haus-werden-4520153-0

Anonym schrieb am 05.03.2020 18:41

< das packt nicht jeder.

Das ist sicher richtig. Wir waren auch sehr sparsam, weil wir gerade die Anfangssondertilgungen am Anfang unbedingt schaffen wollten (genau umgekehrt wie Du sagst -- das hat bei uns die Zinsbelastung sehr nach unten gedrückt.

Die Bank hätte uns den Kredit übrigens auch nicht gegeben. Wir haben ihn durch einen Fehler des Beraters bekommen.

"Utopisch" ist es nicht. Wir hatten nicht das Gefühl, auf vieles verzichten zu müssen (brauchen aber auch z. B. keinen Fernurlaub), freuen uns aber jetzt nach 5 Jahren natürlich schon auch, dass wir die Zügel wieder lockerer lassen können.

Die Internetrechner spucken übrigens doch so einiges noch ein bisschen positiver aus als es die Bank dann schließlich rechnet (unsere Erfahrung).

Liebe TS, ihr müsst entscheiden, was auch am Wichtigsten ist: Eigenheim, Konsum, Sparsamkeit, Risiko, Sicherheit, ...

Gut informieren und dann Bauchentscheidung.

Anonym schrieb am 07.03.2020 15:05

Hallo,

ich verfolge den Beitrag interessiert.
Denn wir haben gerade durch Zufall unser Traumhaus entdeckt. Bisher waren wir der Meinung kein Haus kaufen zu wollen, sondern haben von einem größeren Tiny House -irgendwann- geträumt.
Doch dieses Haus scheint nun perfekt: Es hat für uns eine Traum Lage und ist sozusagen ein kleines (Tiny) Haus (nur ohne Räder).
Wir sind noch jung (Anfang 30) und haben kein Eigenkapital. Das Haus soll 225.000 E kosten. Wir haben aufgrund unseres Alters noch keine Erfahrungen mit Banken.
Nun meine Frage: Vergeben die Banken auch Kredite ohne Eigenkapital? Oder wäre es sinnvoll im Bekannten-/Verwandtenkreis Geld auszuleihen und das als Eigenkapital einzusetzen? Und Kaufen, trotz der aktuell unsicheren und unvorhersehbaren Finanzsituation?
Verkauft wird über eine Marklerin. Sie sagt wir haben bis zur Innenraum-Besichtigung am nächsten Sonntag Zeit, uns um einen Kredit zu kümmern bzw. sollten an diesem Tag die „Kreditwürdigkeit“ bescheinigen.
Verläuft das immer sooooo schnell? Wichtig ist vielleicht zu wissen, dass wir in einem beliebten Urlaubsgebiet wohnen. Vieles wird an gut betagte Menschen verkauft, die das Haus dann nur ein paar Wochen im Jahr nutzen... Interessenten gibt es sozusagen genug...

Ich würde mich über ein paar Gedanken von euch Erfahrenen freuen :)

LG Ano Tiny-Traumhaus

Anonym schrieb am 07.03.2020 20:02

Liebe Ano,

ich würde keinesfalls Geld im Bekannten-/Verwandtenkreis leihen, schon gar nicht so eine Summe. Wenn, dann als Schenkung bzw. vorzeitiges Erbe. Hat aber auch seine Tücken, die Schenker wollen sich dann manchmal einmischen und haben das Gefühl, das Haus gehört ihnen...

Man kann auch ohne EK einen Kredit aufnehmen, dann sind die Konditionen aber ungünstig. Wenn ihr nicht beide sichere Jobs habt, seh ich schwarz. Ihr müsstet, um ein Polster zu haben und die Nebenkosten stemmen zu können, ca. 260 bis 270 T aufnehmen.

Da müsst ihr euch einfach informieren, wieviel man euch in eurer Situation gibt und wofür das reicht. Dass man sehr schnell die Finanzierung vorweisen muss, ist normal. Muss man manchmal sogar vor der Besichtigung, um überhaupt reingelassen zu werden.

Anonym schrieb am 07.03.2020 22:22

Vielen Dank für deine Nachricht! Und sorry, dass ich den Thread benutze!

An dem Haus müsste nichts verändert werden. Wir könnten direkt einziehen. Verrückt oder?! Und die Nebenkosten würden wir vermutlich sogar senken, da das Haus mit Holz beheizt wird. Holz wäre kein Problem, das können wir selber machen...

Hmmm... Wir bräuchten eben einen Kredit. Sichere, unbefristete Arbeitsverträge haben wir beide.

Liebe Grüße
Ano Tiny Traumhaus

Gary (Profil) schrieb am 07.03.2020 22:43

Und die Nebenkosten würden wir vermutlich sogar senken, da das Haus mit Holz beheizt wird.

Die von "Ano 20:02 Uhr" genannten Nebenkosten beziehen sich nicht auf die Wohnnebenkosten (Heizung, Wasser, Strom etc.), sondern auf die Hauskaufnebenkosten (Makler, Notar, Grunderwerbssteuer, Umzug...). Da kommen leicht 10-15% der Kaufsumme zusammen.

Und dieser Betrag wird üblicherweise nicht von Banken finanziert, sondern muss "einfach" da sein. Selbst wenn sich Banken auf eine 100%-Finanzierung einlassen (was durchaus möglich ist), so beziehen sich 100% auf die reinen Hauskosten. Die genannten Nebenkosten werden eher nicht von Banken finanziert, weil die Banken für diese Kosten ja keine Sicherheit haben. Die Hauskosten sind durch die Grundschuld auf das Haus abgesichert. Kosten, die über den Hauspreis hinausgehen, sind ohne Sicherheit, weshalb sie von Banken eher nicht finanziert werden - oder aber zu recht teuren Aufschlägen. Hier würde ich sehr genau nachfragen, wenn ihr euch in Sachen Finanzierung beraten lasst.

Für diese Kosten wäre der Freundes- und Verwandtenkreis vielleicht nutzbar, aber seid vorsichtig: Hausfinanzierungen laufen über viele Jahre. Wollen eure Freunde/Verwandte wirklich so lange auf die vollständige Rückzahlung warten? Monat für Monat ein kleiner Betrag? Oder soll das geliehene Geld nach eher überschaubrer Zeit vollständig zurückgezahlt sein? Dann lauft ihr Gefahr, euch gleich am Anfang finanziell zu überfordern, weil sowohl die Bank als auch in hohem Maße eure Freunde bedient werden wollen.

Anonym schrieb am 08.03.2020 10:31

Ja, das geht so schnell, sonst hat man üblicherweise keine Chance. Vor ein paar Jahren schon haben wir alle Einkünfte, festen Kosten usw. aufgelistet. Das muss man für Kreditanfragen auch machen.
Bei uns war es so: wir haben eine Besichtigung vereinbart, in den zwei Tagen bis dahin eine Finanzierungsbestätigung besorgt. Das ging so schnell weil wir einen unabhängigen Finanzberater hatten, mit dem wir danach auch den Kredit gesucht haben. Er hat die Banken der Region abgeklopft und die Zusagen eingeholt.
Bei der Besichtigung haben wir entschieden ja/nein und dann direkt eine Absichtserklärung und ein Gebot abgegeben. Und die Finanzierungszusage vorgelegt. Kurz danach hatten wir die Zusage, obwohl noch viele andere Interesse hatten, sie haben aber den Zettel nur mitgenommen, nicht sofort ausgefüllt. Der Verkäufer wollte das Thema abschließen und möglichst schnell zum Notar. Warten hätte ihm weit mehr Geld eingebracht, da bin ich sicher.
Dank der Hilfe des Finanzberaters (und 4000 Euro dafür ;-)) waren wir 2 Wochen später beim Notar, so schnell hätten wir das niemals geschafft.
Nebenkosten sind hoch: Makler, Grundbuch, Grunderwerbssteuer, Notar. Ich würde eher mit 15% der Kaufsumme rechnen.
Wenn ihr es wirklich wollt, würde ich Vollgas geben und das alles zusammentragen. Überzeugen könnt ihr vielleicht auch wenn die Verkäufer erfahren dass ihr wirklich einziehen wollt, das Haus euer Traumhaus ist (ehrlich, nicht geheuchelt), junge Menschen usw. Verkäufern ist das auch oft wichtig. Wir hatten und haben eine nette Verbindung zum Verkäufer. Er und die Nachbarn freuen sich dass wieder eine junge Familie hier wohnt.

bkoe0067 (Profil) schrieb am 08.03.2020 10:58

@ Ano Tinyhaus

Habt ihr denn Kinder? Dann kriegt ihr vermutlich Baukindergeld.

Habt ihr keine und wollt auch keine? Dann könnt ihr kaufen.

Wollt ihr Kinder und zwar mehrere? Dann könnte es sich lohnen, mit dem Kauf noch zu warten, bis die Kinder da sind.

Man denkt immer, das Haus wäre es und es kann niemals so was Tolles nochmal kommen -- aber es kann. Und ihr würdet ggf. auf 12 T, 24 T oder 36 T Euro verzichten.