"Alleinerziehend mit Mann"

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Anonym schrieb am 15.03.2020 11:10

Alleinerziehend mit Mann

Ihr Lieben,

Es ist Sonntag. Alle haben frei, nur meinen Mann nicht. Der ist im Büro. Arbeiten. All day long.

Jede Woche ist für ihn ne sieben Tage Woche. Selbstständig, Mittelstand. Nix Großes, aber viele Nebenkriegsschauplätze. Selbstgemacht. Alles muss immer perfekt und doppelt erfassend mit zweit- und dritt Meinung abgesichert werden.

Abends ist er müde. Sofa. Mehr geht nicht. Kinder ins Bett bringen ist nicht drin. Nie. Von Hausarbeit gar nicht zu sprechen.

Fordere ich das ein gibt es massiven Streit, bis zur Trennungsandrohung.
Weil ICH immer nur Ärger suche, nie zufrieden bin, ihn nicht genug unterstützte...(Ich arbeite neben den drei Kindern 30 Stunden mit in seinem Betrieb. Reicht aber nicht, in seinen Augen. Ich bin faul. Und außerdem arbeite ich nicht strukturiert genug, würde ich mich mehr anstrengen wäre das alles kein Ding...)

Ich hab also ab Montag Vollzeit die Kinder, das Büro und den Haushalt während er sich hinter seinem PC versteckt und Wichtiges tut.

Haushaltshilfe geht nicht. Er meckert bis sie kündigt. Siebe Mal schon so gewesen.

Hilfe im Büro ist das Selbe. Außerdem müsste ich die einarbeiten, ihm fehlt die Zeit.

Okay. Bis hierhin gehts noch. Aber seit letztem Jahr hat er ein neues Hobby: er ist krank.

Trotzdem im Büro, klar. Aber sein Heilpraktiker verlangt, um ihn zu heilen, ständig neue aufwendige Sachen, die ich auch noch umsetzen soll.

Aktuell „glutenfrei“ aber natürlich auch lecker und mit viel Soße.

Das ist jetzt meine Aufgabe. Außerdem Ernährungstagebuch führen, und zwar ganz exakt. Welches Öl? Welches Mehl? Firma? Genaue Bezeichnung...

Er hat nix. Er schläft schlecht (logisch, ohne Bewegung) und er fühlt sich erschöpft...ja. Ich mich auch.

Da er ja nun krank ist kann er wirklich gar nichts mehr, alle Kinder müssen leise sein...Rücksicht nehmen.

Und das ist alles meine Schuld weil ich ihn nicht besser unterstütze.

Reden geht nicht. Gibt nur Streit. Es ist in seinen Augen alles meine Schuld. Ihm geht es schlecht wegen mir. Weil ich mir keine Mühen gebe. Ihn nicht gut versorge. Im Betrieb Fehler mache (das jüngste Kind ist sehr klein, ist nachts oft wach, dann bin ich tagsüber sehr müde...)

Was mache ich nur?

Woran kann ich sehen ob er recht hat? Vielleicht bin ich nicht gut genug? Aber ich hab mir Beziehung irgendwie anders vorgestellt (er sich auch. Aber da ich so langsam bin und so viele Fehler mache muss er so viel Arbeiten und jetzt bin ich deswegen auch noch sauer auf ihn! Ist ja wohl das Letzte! Dann auch Dir halt nen anderen! Mir würde es ohne Dich viel besser gehen. Ich hab keine Lust mehr auf den ewigen Streit mit Dir! )

Ja, so ist es.

Antworten

Anonym schrieb am 15.03.2020 11:28

Boah, du Liebe, da geht mir die Hutschnur hoch: Das liest sich für mich wie Sklavenhaltung!
Um meinen Bildausschnitt etwas zu vervollständigen, was ist den toll und ok mit ihm? Falls die Liste nichts enthält und das schon _lange_, dann würde ich mir Arbeit woanders suchen und mich trennen. Wie hälst du das aus? Wie schon geschrieben, dieser Miniausschnitt deines Lebens ist Grundlage meiner Gedanken.

(Ich bin übrigens wegen so eines Vaters von meiner Mutter allein großgezogen worden. Und wie sich dieser Vater jetzt mit 5 Enkelkindern benimmt: Immer noch so! Egoismus pur.)

Ein ganz dicker Umarmer

natascha (Profil) schrieb am 15.03.2020 11:42

Hi,


Bis jetzt hat es ja gut funktioniert, er wünscht, du richtest.
Kochen Tagebuch Kinder rücksicht.
Er spiegwlt seine Unzufriedenheit, deseegen sollst du auch nicht glücklich sein.
Sein nicht können wird auf dich abgewälzt, er erträgt es wohl nicht, dass du sitzt oder Freizeit hast und glücklich bist.

Liebe hin oder her.....ich würde nicht so respektlos behandelt werden.
Wenn er alles doppelt und dreifach will, sein Problem.
Kochen wäre dann auch am Wochende sein Job.
Er kann die Kinder ja mit einbeziehen.
Kinderfreie Zeit regeln, für dich meine ich.


Es sagt sich so einfach trennen, ist es aber nicht.
Geh doch auch mal zum heilpraktiker und sag deinem Mann, er hat gesagt, du bist überfordert, er muss sich mehr um die Kids kümmern.
Weis gibt nur stress.


Wenn du ihn tief im inneren liebst und er dich, dann würde ich einen gemeinsamen Weg suchen.
Wenn du keine Lust mehr hast,
Dann findest du auch deinen Weg.
Ich wünsche dir mut und kraft.

Tut mir leid, wenn ich so...weis nicht, mich macht so was traurig und wütend
Keine Verantwortung für die Menschen zu übernehmen, die man lieben sollte, achtsamkeit und führsorge,
Achten dass es allen gut geht.

Liebe deinen nächsten wie dich selbst, das spiegelt oft vieles wieder.


Natascha

Anonym schrieb am 15.03.2020 14:53

Also die ersten Sätze könnten von mir stammen. Mein Mann auch, viel viel arbeiten, auch selbständig. Nervt oft.

ABER: Mein Mann kümmert sich trotzdem viel um uns. Er hilft morgens die Kinder fertig zu machen (nun sind sie schon 11 und neun, brauchen trotzdem noch klare Ansagen sonst läuft Gefar, dass sie ohne Zähne putzen das Haus verlassen) und bringt sie abends ins Bett z.B. Als sie noch kleiner waren, habe ich die Ansage gemacht, dass er das bitte übernehmen solle, weil die Kinder sonst fast nichts von ihm haben und ich bin den ganzen Tag schon mit ihnen zusammen.
Jetzt gerade sehen sie fern, Tim und Struppi. Sein Lieblingscomic in der Kinderheit.
Er sagt immer: "Familie geht vor!" Also würde ich bettlägerig sein, würde er auch mal einen Tag zu Hause bleiben oder dafür sorgen, dass die Kinder wenigstens gut untergebracht sind und ich was zu essen bekomme (von Schwiegis).
Ich freue mich, dass er nie Sorgen, Grübeleien was die Firma betrifft mit nach Hause nimmt, aber ich glaube, dem ist doch nicht immer so. Ich merke es wenn er wegen Kleinigkeiten schnell aufbrausend und laut wird. Es ist aber schon besser geworden.

Liebst du ihn denn noch? Ich meine "Trenn dich von ihm!" Ist leichter gesagt als gemacht! Ich könnte mir das nie vorstellen und wir streiten uns oft, aber nie grundlegendes sondern meist wegen Nichtigkeiten...
Bist du bei instagr*m? Da kann ich dir den Kurs von Hann*ah P*anid*is sehr emphelen!

Wichtig ist als erstes, dass du erkennst, dass du genug bist!
Du bist gut so wie du bist!
UND: Du bist nicht "die bessere Hälfte" von deinem Mann! Das sagt man doch leicht so als Redensart. Nein, jeder gibt 100% in die Beziehung, damit sie funktionieren kann!

Auf Youtub* findest du unter Gedankent*anken auch tolle Videos zum Nachdenken oder hör mal rein bei dem Speaker Tobia* Beck.

Tu was!
Tu in erster Linie was für dich!
Mach Yoga, meditiere (am besten dafür eine Stunde als sonst früher aufstehen) und wenn du dich für ein paar Wochen von deinem Mann trennen musst, damit er "wach" wird..

Das geht doch so nicht mehr lange gut - mein Meinung.

Alles Gute dir.
Anja

schokine2008 (Profil) schrieb am 15.03.2020 16:38

Ich habe vor ner Weile mal fast die gleiche Überschrift gewählt. Ich bin inzwischen alleinerziehend ohne Mann und auch wenn es oft hart ist, alleinerziehend mit Mann möchte ich nicht mehr sein. Der Weg dahin über Erkennen, was man nicht mehr will, trotzdem bleiben, leiden, irgendwann gehen wollen, bis zum wirklichen Absprung war lang aber hat sich gelohnt. Ich will niemandem zur Trennung raten. Aber teste mal, ob es besser oder schlimmer wird, wenn du deine Bedürfnisse benennst. Wird es dadurch schlimmer, würde ich lieber gehen als bleiben.