"Gibts hier Waldorf-Erfahrung ? "

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Nachtkatze (Profil) schrieb am 15.03.2020 18:07

Gibts hier Waldorf-Erfahrung ?

Die Erde dreht sich weiter, trotz Corona. Und bei uns steht (Ja, wirklich, unfassbar!) die Anmeldung der Einschulung 2021 an.

Klar, die örtliche Grundschule nimmt auf. Ist ne ganz normale Schule, viele Geflüchtete, sehr bunt, sehr lebendig, finanziell schlecht ausgestattet (Musikinstrumente gibts nicht, PCs von 1983!!!), zwei mögliche AGs. (Leseclub und Zirkus).
Aber es würde wohl gehen, vieles könnte man ja auch selber ändern (PCs, ehrlich, da juckt es mich, das wäre meine Aufgabe...)

Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der gern was MACHT. Will ich schön frühstücken, muss ich ja auch den Tisch decken;-) Daher stört mich die Ausgangslage nicht so. Datt mach ma schon!

So. Der Vater meines Kindes will Waldorf. War er selbst, ist bis heute dort im Finanzvorstand aktiv, spendet jedes Jahr einiges, er fand es toll. Das möchte er für unser Kind auch.

Bisher hab immer ich gewonnen. Bei jedem Kind. Ich mag Bildung in staatlicher Hand. Das weiß man welches Übel man hat;-) Zwei mal stattliche Schule, zwei Mal okay. Jetzt kommt Kind 3.

Und diesmal war ich zu langsam. Kind war recht oft mit an der Schule, Martinsmarkt, Theater, Sommerfest und will unbedingt DA hin.

Die Lehrer freuen sich auf sie, sie kennt viele.

Aber mir macht das wirklich Bauchweh. Pffff....das Kind könnte schon etwas mehr Zeit vertragen. Ja. Aber ob das nun so passt?

Ich bin so der tätowierte Typ und in einer Welt ohne E-Gitarre möchte ich nicht leben. Und ich will mir auch nicht sagen lassen wie Geburtstage aussehen, oder Kleidung oder sonstiges.

Geht das trotzdem zusammen? ICH muss da ja nicht hin...(Kosten und so weiter trägt der Papa, aber Ranzen, Blockflöte und Kleidung läge schon bei mir...)

Hat jemand Kinder dort und ist auch kein überzeugter Waldi?
Läuft das?
Und kommt man mit Waldorf durchs Leben?

(Vielleicht sollte ICH mal zum Herbstmarkt...)




Antworten

Anonym schrieb am 15.03.2020 21:44

Liebe Nachtkatze,

ich kann nur von mir berichten, ich war selbst auf einer Waldorfschule und jetzt geht auch meine Tochter. Ich finds toll, bin schon bei einigen Dingen Waldorf, aber längst nicht in Allen.

Außerdem kommt es sehr auf die Schule an. Bei uns gibts keine Kleidervorschriften, meine Tochter hat nen ganz normalen Schulranzen und ich bin tätowiert ;)
Bei Geburtstag wird sich auch null eingemischt (hab ich auch noch nie gehört dass das gemacht wird)

Ich würde mit ihr mal zur Schule gehen und dir selbst mal ein Bild machen! Wenn dein Gefühl gut ist dann versuch es!
Wenn nicht, dann würd ich es lassen. Ich denke es schwierig für das Kind wenn die Mama die Schulwahl nicht unterstützt.

Und bei uns an der Schule sind lääängst nicht der größte Teil total Waldorf (geschätzt eher 1/3 Waldis, 1/3 weil Privatschule und 1/3 ganz normale ;) )

Gute Entscheidungsfindung.
Halbano Elisa

Anonym schrieb am 16.03.2020 00:02

Kommt auf die Schule an. Ja, geh mal hin ! Wenn dein Kind mehr Zeit braucht und sich dort wohl fühlt....- Ich bin Waldorfpädagogin, würde mein Kind aber nicht auf jede Waldorfschule schicken. Es gibt große Unterschiede. -Kennt das Kind schon seine potentielle Klassenlehrerin? Bzw. kannst du die mal kennenlernen? Im Idealfall bleibt diese Klassenlehrerin ja 8 Jahre mit den Kindern zusammen und mit den Eltern ja irgendwie auch...
Ich glaube ,du wirst schon gleich merken , ob es passt oder nicht.

Waldorf ist nicht "die rosa Farbe" und "tanz deinen Namen" und "Naturmaterialien".

Jede Schule ist anders. Es heisst ja auch "Freie Waldorfschule". Es gibt zwar den Waldorflehrplan, aber dennoch gibt es mehr Freiraum der Ausgestaltung darin.

Alles Gute bei der Entscheidungsfindung !
k.,deren schulpflichtiges Kind auch nicht auf eine Waldorfschule geht, obwohl sie von der Waldorfpädagogik überzeugt ist.

Anonym schrieb am 16.03.2020 06:39

Guten Morgen,
hier ist ein Kind in der W-Schule; es läuft prima: Ich kann nur sagen: es kommt -wie überall- auf den Lehrer an...ich würde empfehlen vielleicht mal zu hospitieren ?

bella (Profil) schrieb am 16.03.2020 20:58

Meine Kinder sind sind beide bei der Waldorf Schule. Und vorher waren beide im Waldorf kindi. Tochter ist im der dritten Klasse und der kleine in der ersten. Also wir sind zufrieden. :)

Anonym schrieb am 17.03.2020 06:44

Mein Kind geht auf eine Waldorfschule und ist jetzt in der 5. Klasse.
Ich bin überhaupt nicht anthro. Bei mir war es weniger eine Entscheidung für etwas als gegen eher gegen etwas anderes ;) ich habe im "normalen" Schulsystem versagt bzw war vielleicht so etwas, was man heute Systemsprenger nennt. Um aufzuzählen wie viele Schulen ich in 13 Schuljahren besucht habe, braucht man zwei Hände... Mein Kind kam auf die Welt als ich gerade mein abi in den Händen gehalten hab, entsprechend kurz war mein Schultrauma vorbei als es eingeschult wurde.
Nun die größte Umstellung war für mich erst mal die Elternschaft, wir kamen aus einem selbst verwalten, wunderbar heterogenem Kinderladen in einem "Problemstadtteil" und fanden uns plötzlich in einer zum Teil weltfremden, homogenen Supereltern Welt wieder. Unsere Waldorfschule ist groß, zwei bis dreizügig bis zur 13. Klasse zusätzlich noch vier Ausbildungswerkstätten, trotzdem ist zb der Ausländeranteil gering und klar, wenn man sich so umschaut dann ist es eben nur eine bestimmte Gruppe an Menschen, die das geld für eine Privatschule aufbringen wollen.
Zum ihnaltlichen. Alles steht und fällt mit dem Klassenlehrer, denn den hat man sieben lange Jahre, in fast alles Fächern, die Klassen sind groß, bei uns findet hauptsächlich Frontalunterricht statt. Die Kinder müssen viel auswendig lernen, Zeugnisspruch, Gedichte, Lieder,... Aufgaben werden diktiert oder angeschrieben, Arbeitsmaterial im Sinne von Heften zum ausfüllen gibt es nicht. Die antroposophie ist ja stark mit dem christlichen Glauben verbunden also gibt es auch so etwas wie Schöpfungsgeschichte. Sexualkunde Unterricht gibt es an unserer Schule gar nicht, dafür Menschenkunde ;) bis die Kinder lesen, schreiben und rechnen können, vergeht viel Zeit. Gefühlt hängt mein Kind bei vielen Dingen immernoch hinterher, was einen Wechsel an eine andere schule fast unmöglich macht.
Manche Sachen Regen mich ziemlich auf, so sitzt bei uns immer ein Junge neben einem Mädchen, es wird nach Geschlecht unterschieden (welcher starke junge hilft mir mal den Tisch zu verschieben) die Rolle der Mutter wird besonders hervorgehoben.
Wie auch immer, das wichtigste für mich: mein Kind fühlt sich wohl und geht sehr gerne zur Schule! Ich kann mich mit dem anderen Kram irgendwie arrangieren und in unserem linksversifften feministischem zu Hause hat sie einen Ausgleich zur Ponyhof Schule...
Wenn du allerdings Lust hast etwas zu verändern, würdest du bei unserer schule auf Granit beißen...