"Tiny House mit zwei Kindern?"

StartseiteForum › "Tiny House mit zwei Kindern?"
Startseite Navigation
EinloggenRegistrieren

AnnaE (Profil) schrieb am 10.04.2020 20:06

Tiny House mit zwei Kindern?

Hallo,

ist hier jemand unter euch, der selbst in einem tiny house lebt oder gelebt hat? Vielleicht sogar mit Kindern?

Mein Mann und ich denken schön länger darüber nach, wie es wohl wäre mit den Kindern in einem tiny home zu leben.
Wir sind sehr naturverbunden und der Umweltaspekt spielt für uns eine große Rolle.

Über Erfahrungen oder Austausch würde ich mich freuen!

LG
Anna

Antworten

Anonym schrieb am 10.04.2020 20:22

Hallo Anna,

wir haben eine längere Zeit und sehr intensiv darüber nachgedacht. Mit 3 Kindern. In unserem Köpfen waren schon die kompletten Pläne. ABER wir haben keinen geeigneten Platz gefunden. Wir wollten erst einen Platz sicher haben, bevor wir anfangen zu bauen und zu organisieren.
Viele machen das ja andersrum. Bauen erst und suchen sich danach einen Platz.
Wir haben die Idee dann losgelassen und nun kam alles doch etwas anders, aber ähnlich.
Durch Zufall haben wir vor knapp vier Wochen ein wirklich kleines Häuschen (finnisches Blockhaus), was ehemals ein Ferienhaus war, zum Kauf gefunden. Für uns ist es perfekt. Es ist klein, wir sind zum Minimalismus „gezwungen“ ;-), es besteht aus Naturmaterialien und die Lage ist wunder, wunderschön. Direkt in der Natur, direkt am Bach.
Die Lage hätten wir uns für unser Tiny Haus gewünscht. Nun steht dort ein Tiny Haus, nur ohne Räder.

Wir hatten schon ein paar Kontakte, z.B. auch zu einer Familie, die mit zwei Kindern im
Tiny House leben.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es klappen kann.
LG K.

Lenchen (Profil) schrieb am 10.04.2020 21:47

Oh, sehr, sehr interessant. Wir sind mit einem tollen Eigenheim bestens versorgt. Trotzdem les ich hier gerne mit. Was ich mich Frage, was sind eure Beweggründe dafür. Die Umwelt wurde genannt. Meinst damit den geringen Materialverbrauch aufgrund der Größe?

Anonym schrieb am 11.04.2020 09:38

Ui, das finde ich total spannend. Ich bin gnadenlose Sammlerin von alten Dingen und Sperrmüll-Schatzsammlerin von Kindheit an.

Ich stelle es mir total erleichternd vor, keine Dinge mehr anhäufen zu können. Aber ob ich das auf Dauer könnte?? Und wie gehen die Kinder damit um? Kleine Kinder wachsen ja rein, aber was ist mit größeren, die vor vollendete Tatsachen gestellt werden?

LG Doro

natascha (Profil) schrieb am 11.04.2020 09:46

Wir sind Camper und kommen echt mit wenig aus im Urlaub.
Dennoch bin ich froh, Platz zu haben.
Wenig zu haben, finde ich auch spannend.
Dann denke ich ans Spinnrad, Nähmaschine, Stoffe Spinnwolle.ec
Und sehe, wofür ich den Platz brauche.

Mein Mann hat auch Bastelhobbys.
Wie die Kinder mit Umgehen..... denke auch, die passen sich an.
Solange jeder seinen Rückzugsraum hat.
Das ist auch wichtig.
Es geht nicht um ein eigenes Zimmer, eher darum, einen Raum zu haben, wo man mal die Tür zumachen kann.
Ich weis nicht gebau, wiegross so ein Hous ist


Bleibt spannend

Lg Natascha

Anonym schrieb am 11.04.2020 09:48

Ich finde das auch sehr spannend. Wenn ich sehe, wie viel Platz wir hier im Haus eigentlich nicht nutzen und wieviel Zeug herumliegt. Ein "echtes" Tiny House auf Rädern wäre mir allerdings auch zu klein. Einfach, weil die Kinder ab einem gewissen Alter einen eigenen Rückzugsort brauchen. Ich habe auch bisher keine Familie gefunden, die noch mit älteren Kindern in so etwas lebt. Das verunsichert mich etwas. Was ich allerdings mal im Fernsehen gesehen habe, fand ich eine sehr gelungene Zwischenlösung. Ein kleines Haus mit großem Wohnraum und sehr kleinen Schlafzimmern. So hat trotzdem jeder etwas eigenen Raum, aber eben nicht Unmengen davon.

Je mehr wir uns mit dem Thema Hauskauf beschäftigen, desto schwieriger finde ich es aber generell, etwas zu definieren, dass immer halbwegs passt. An sich sollte ein Eigenheim ja immer sinnvoll nutzbar sein. Wenn die Kinder klein sind, wenn sie groß sind und wenn sie ausgezogen sind und wir Eltern alt werden. Es ist eben nicht mehr wie früher, dass ein Kind mit seiner Familie das Haus übernimmt. Und Aus-/Umziehen tut man im Alter dann auch nicht mehr so leicht.

Nun ja, hier gibt es ohnehin nichts Bezahlbares zu bauen oder kaufen, egal in welcher Form, so dass es sich zur Zeit erledigt hat. Ich bin aber dennoch gespannt auf Erfahrungen. Das Blockhaus wäre wohl auch mein Traum...

Merle (Profil) schrieb am 11.04.2020 11:38

Ich habe erst in den letzten Wochen 2-3 Sendungen über alternatives Wohnen und Tiny Houses angesehen.
Finde ich seeehr interessant. Wäre für mich aber erst irgendwann, viel viel später etwas weil ich wie Doro
Ich bin gnadenlose Sammlerin von alten Dingen
bin.
Wir platzen aus allen Nähten. Aber ich lieeebe Altes und Flohmärkte.
In der einen Sendung ging es um eine Familie mit 2 Kleinstkindern (Baby und 2 Jahre). Die fanden kein Grundstück.
Weil viele verkaufen wollen aber nicht verpachten (für wenig Geld). Außerdem wohnten sie in ihrem TinyHouse nur während des Sommers.
Das wirft schon meine erste Frage auf:
Was machst du im Winter? Bei einem Tiny House nutzt du sicher viel die Natur als Wohnraum.
Und was, wenn deine Kinder sich im Teeniealter zurückziehen wollen?
@ Anna
Deine Kinder sind nicht mehr ganz so klein. Meine bald 15 Jährige ist viel in ihrem eigenen Reich.
Ich kann mir diese Wohnform sehr gut vorstellen, wenn eine Familie am entstehen ist und die Kinder nicht älter als maximal 12 sind.
LG Merle

Merle (Profil) schrieb am 11.04.2020 11:41

Mannoman, hab meinen Text zu früh abgeschickt.

Schau mal auf den regionalen dritten Sendern, da läuft immer wieder so eine Sendung.

Und @ Doro :)
Obwohl ich ja auch eine Sammlerin bin, misste ich seitdem die Kinder größer sind doch auch radikal aus.

AnnaE (Profil) schrieb am 11.04.2020 20:29

Danke für eure Antworten.

Wir leben momentan in einem Haus mit Garten und reichlich Platz und wissen den schon auch zu nutzen und schätzen.

Allerdings haben wir in den letzten beiden Jahren der Umwelt zuliebe unser Konsumverhalten sehr hinterfragt und auch verändert. Z.B. was Ernährung angeht, aber auch unseren ökologischen Fußabdruck überhaupt in der Welt. Kleidung, Reisen, aber auch materielle Dinge überhaupt.

Und Doro, ich bin auch ein großer Fan von Flohmärkten :)

Wir haben gemerkt: es geht und wir sind auch mit viel weniger glücklich!
Wären mein Mann und ich allein, wäre die Entscheidung viel einfacher.

Denn ich frage mich schon, wie egoistisch eine solche Entscheidung wäre.
Wie ihr sagt, was ist, wenn die Kinder in die Pubertät kommen. Können/ dürfen wir ihnen unseren sehr ökologischen Lebensweg „aufzwingen“. Natürlich wachsen sie sehr mit einem guten Umweltbewusstsein auf, aber unser „Konsumminimalismus“ in dieser Konsequenz ist einfach ein besonderer Weg.
Deshalb interessieren mich Erfahrungen von Familien, die den Schritt schon gegangen sind.

Und trotzdem, die Vorstellung so wenig CO2 zu produzieren, wie möglich fesselt mich.
Noch mehr in dieser verrückten Corona-Zeit.
Manchen Menschen ist vielleicht gar nicht bewusst, wie sehr das Seuchen-Thema auch ein Umwelt- bzw. Tierhaltungsthema ist.

Hach, die Entscheidung ist keine Leichte.


Anonym schrieb am 12.04.2020 13:28




Können/ dürfen wir ihnen unseren sehr ökologischen Lebensweg „aufzwingen“. Natürlich wachsen sie sehr mit einem guten Umweltbewusstsein auf, aber unser „Konsumminimalismus“ in dieser Konsequenz ist einfach ein besonderer Weg.


Ich glaube darum braucht ihr euch keine Gedanken zu machen. "Eltern sagen Kindern was sie machen sollen, Kinder machen was sie wollen." :o)
Meine Tochter ist aus meiner Sicht recht ökologisch und vor allem konsumkritisch aufgewachsen. Während sie vor drei Jahren immer noch sagte "Ach, das können wir doch selber machen!", ist sie jetzt in der Pupertät extrem markenaffin geworden.
Das macht mich manchmal richtig fuchsig, aber so what. Sie geht ihren Weg und ich bin mir ziemlich sicher, dass auch das jetzt nur eine Phase ist und hoffe, dass der Same den ich gelegt habe, wieder keimen wird.

Leben ist Veränderung und auch von einem Tiny Haus kann und darf man sich wieder trennen.

LG Doro

P.S. War mir gerade so klar wird...eigentlich ist das doch nicht viel anders, als in einem Bauwagen zu wohnen. Nur halt moderner und architektonisch ausgefeilt.

Nachtkatze (Profil) schrieb am 13.04.2020 18:44

Tiny home

Wir leben „halb-tiny“.
Auf 72qm (15 sind Büro) mit sechs Menschen.
40, 18, 16, 5, 1 und Baby.

Das Grundstück gehört uns, liegt im Wald, an einem See und ist recht wild.

Grundsätzlich ist Camping eine gute Grundlage, um mal zu sehen, ob es passt.
Ich hab die Tennies nicht gefragt, es gab auch keine echte Alternative. Sie sind aber mit Schule und Hobbies eh nur noch zum Schlafen Zuhause. Da reicht der Platz. (Jedes Kind hat knapp 4qm eigenen Raum (Bett überm Schreibtisch) und je zwei große und zwei Kleine teilen einen Gemeinschaftsraum).

Es erfordert irre viel Disziplin. Mal eben liegen lass geht nicht. Mal eben auf Vorrat kaufen und lagern- vergiss es! Mal eben was Nähen- No way.
Alles erfordert Planung und Strukturen.

Grundsätzlich ist es völlig okay. Wir sind viel draußen. Im Winter nervt die Wäsche. Dafür baue ich grad einen Trocken-Schuppen.

Energetisch sind wir quasi autak. Mit jede Menge Solar auf dem Dach, Trocken-WC, Regenwasserspeicher...und es ist halt bezahlt. Das war mir wichtig.




Nachtkatze (Profil) schrieb am 13.04.2020 18:48

@AnnaE

Jaaaaa, ich zwinge meinen Kindern meinen Weg auf.
Und wem das nicht passt, der kann ausziehen!
Fertig.
Mein Geld.
Mein Haus.
Meine Regeln.

(Lach- und die Kinder kommen gut damit klar! Wir streiten selten bis nie. Es will auch keiner ausziehen. Obwohl wir sehr unterschiedliche Positionen vertreten.)

AnnaE (Profil) schrieb am 14.04.2020 20:10

Re: @AnnaE

Jaaaaa, ich zwinge meinen Kindern meinen Weg auf.
Und wem das nicht passt, der kann ausziehen!
Fertig.
Mein Geld.
Mein Haus.
Meine Regeln.

(Lach- und die Kinder kommen gut damit klar! Wir streiten selten bis nie. Es will auch keiner ausziehen. Obwohl wir sehr unterschiedliche Positionen vertreten.)



Sehe ich ja im Prinzip genauso. Es ist ja auch ein guter Weg!
:-)
Danke Nachtkatze für deinen Einblick!

Zolacat (Profil) schrieb am 14.04.2020 22:52

Hi, das Thema ist sehr spannend :) ich persönlich würde es mir nicht vorstellen wollen, da selber zu viert in einer winzigen Zweizimmerwohnung aufgewachsen (was nicht soooo schlimm, aber auch in einigen Aspekten, wie z.B Privatsphäre ab Pubertät, nicht so schön war).

Ich kenne ein sehr schönes Kinderbuch, dass zum Thema passt: Acht Kleine, zwei Große und ein Lastauto von Anne-Catharina Vestly (norwegische ‚Astrid Lindgren‘)
Im Buch wird sehr liebevoll in Kinderperspektive das Leben einer Grossfamilie in einer 1 Zimmer Wohnung beschrieben.
in deutscher Übersetzung ist es evtl aus den 60er-70er, leider gibt es keine Neuauflagen. Die Familie lebt minimalistisch und ökologisch korrekt würde man heute sagen und alle sind sehr zufrieden damit.

ich lese weiter gespannt mit.
lg, zola

Nachtkatze (Profil) schrieb am 15.04.2020 17:33

Privatsphäre

Also...öhm...ich bin ja Single, und die große Tochter hat nen Freund mit eigener Bude.
Ob das Konzept jetzt bei sexuell aktiven Eltern so prickelnd ist weiß ich natürlich nicht.

Vermutlich nicht. Hab ich noch nie überlegt. Wie das so wäre. Sex im Hochbett. Aber ich werd eh langsam alt, das ist dann vermutlich eh nicht mehr so wild wie damals. Hihi. Oder doch;-) Wer weiß...

Die großen Kinder suchen sich ihren Raum viel im Aussen, den Kleinen ist die Nähe ganz lieb, daher geht es bislang ganz gut.

Liebe Grüße

dorle (Profil) schrieb am 26.04.2020 14:52

ich habe im Bauwagen gewohnt und meins war es nicht.

In einem Tinyhouse würde mich die fehlende Privatsphäre extrem stören.
... nee, also mit Kinder wäre meine Entscheidung immer die für PLATZ.

wenn die Gören raus sind, dann ja !!!

Tiny tiny tiny mit großem garten und im garten noch n Bauwagen für eventuelle Rückzugsmöglichkeit

aber jedm tierchen... :o)))

Viel Glück