"Petition für Kinder in Corona-Zeiten"

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Anonym schrieb am 25.04.2020 09:32

Petition für Kinder in Corona-Zeiten

Ich habe eine schöne Petition für die Überarbeitung der Corona-Regeln für Kinder gefunden. Da es genau das ist, was mich derzeit beschäftigt, möchte ich das mit euch teilen. Vielleicht geht es dem ein oder anderen ja auch so. Ich finde es so heftig, dass die Kinder derzeit nach offiziellem Willen ohne Perspektive und ohne große Alternativen zu Hause nur mit der "Kernfamilie" eingesperrt sind. Die fehlenden Kontakte nach Außen sind für jüngere Kinder einfach nicht zu ersetzen, finde ich, da muss etwas gemacht werden. Als fünfköpfige Familie dürfen wir zum Beispiel nicht einmal ein Spielkind zu uns einladen, während ein Single in seiner Wohnung mit vier Gästen Pokern darf...

Viele Grüße
akira

http://chng.it/cPsL5zGPwx

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natascha (Profil) schrieb am 25.04.2020 13:13

Das versteh ich nicht, es dürfen doch keine 4 Peronen zu besuch kommen, nur weil man alleine wohnt.


Bei einem 5 Personenhaushalt sind doch gefährten fürs soziale Gefüge vorhanden.
Es ist im Moment eine Ausbahmesituation.
Die auch vorrüber geht.

Nicht, dass ich nicht möchte dass es den Kindern gut geht.

Lg Natascha

Anonym schrieb am 25.04.2020 14:23

"(2) Außerhalb des öffentlichen Raums sind Veranstaltungen und sonstige Ansammlungen von jeweils mehr als fünf Personen vorbehaltlich des Selbstorganisationsrechts des Landtages und der Gebietskörperschaften bis zum 3. Mai 2020 verboten."

Ausgenommen eben Haushaltsgemeinschaften oder direkte Verwandtschaftslinien. Ein Auszug aus den Corona-Vorschriften hier in BW.

Und genügend Spielgefährten ist relativ bei 5 Personen. Die Große muss Schulaufgaben machen, der Mittlere ist ein sehr kontaktbedürftiges Vorschulkind mit anderen Interessen und der Kleine deutlich jünger. Da erschöpfen sich die gemeinsamen Spielmöglichkeiten relativ schnell. Der Mittlere hat vor der Kindergartenschließung sehr viel Zeit mit seinen Freunden verbracht, was jetzt komplett wegbricht. Besonders für solche Kinder ist es wirklich hart.

Ausnahmesituation ja, aber die geht nun schon 6 Wochen ohne Perspektive, wie es weitergehen soll für die Kinder. Momentan höre ich immer nur, dass alles anders wird, wenn ein Impfstoff oder ein Medikament da ist. Das dauert aber noch Monate. So lange kann man die Kinder doch nicht vertrösten. Da muss eine Lösung gefunden werden, wie man Kindern Sozialkontakte ermöglicht, wenn natürlich auch eingeschränkt. Es muss ja nicht der ganze Kindergarten sein, aber 2 oder 3 Freunde müssen drin sein, sonst verkümmern uns die Kinder. Und auf den tollen Spielplatz, der riesig viel Platz und Möglichkeiten für alle drei bietet, dürfen wir ja auch nicht, weil die Leute ja zu doof wären, sich auf einem Spielplatz an die Kontaktregeln zu halten. Da vertraut dann keiner mehr auf die vielgelobte Disziplin der Leute...

akira

Anonym schrieb am 25.04.2020 14:27

Liebe Akira,
wo wohnst du denn?
Hier darf eine Person von außerhalb sich mit den restlichen Familienangehörigen treffen, ein Kind dürfte also kommen, aber 4 Leute zum pokern nicht.
Ich hab mir die Petiotion durchgelesen. Wenn sie zumindest hauptsächlich auf Kinder, bei denen eine Gefährund in Raum steht abzielen würde hätte ich sofort unterschrieben. Die machen mir wirklich Sorge, denn da sind oft keine systemrelevante Eltern im Hintergrund und esgibt viel weniger Gefärdungsanzeigen und auch Möglichkeiten der Jugendämter einzugreifen.
Bei den anderen Kindern sehe ich es wie Natascha, es ist eine Ausnahmesituation, für alle, die geht vorbei. Zumal es wegen ohnehin schon vorliegendem Personalmangel gar nicht sicher umgesetzt werden kann.

Ein Satz in der Petition ist mir wirklich negativ aufgefallen:
"Die vermutete geringere Infektiosität von Kindern in Bezug auf Covid-19 steht im Kontrast zu den starken Einschränkungen, die diese Bevölkerungsgruppe derzeit erfahren muss"

Das ist überholt. Schon vor einiger Zeit wurde in dem NDR Podcast eine Studie benannt, in der festgestellt wurde das Kinder häufig asymptomatisch und nur leicht erkranken, aber ebenso viele Leute anstecken wie Erwachsene. Deshalb fände ich es schräg, die Kindergärten jetzt zu öffnen, aber alle anderen Gruppenansammlungen zu verbieten.
Zumal Kindergärten ja nicht enstanden sind um soziale Kontakte zu gewährleisten, sondern eine pädagogischg sinnvolle Betreuung zu sichern, wenn Eltern arbeiten müssen.
Ich meine damit nicht, das Kinder keine Gleichaltrigen brauchen, das tun sie! Aber ich glaube im Zusammenhang mit dem Hintergrund auf dem die Schließung beruht, wäre eine generelle Öffnung derzeit einfach nicht zu verantworten.

Gleichwohl verstehe ich was du meinst! Die Kinder leiden darunter ihre Freunde nicht sehen zu können, ihre Aktivitäten so eingeschränkt zu haben.
Hoffen war, das alle vernünftig bleiben und der ganze Mist möglichst bald vorbei ist.
LG!

https://www.scinexx.de/news/medizin/coronavirus-wie-stark-trifft-es-kinder/

Anonym schrieb am 25.04.2020 15:25

Hmmm...es war doch aber von Anfang an so, dass zwei Kinder draußen spazieren gehen durften, mit Abstandshaltung. Meine 11jährige hat das genutzt, um mit je einer Freundin und dem Hund spazieren zu gehen. Es durfte halt nur niemand zu Besuch kommen.

Ich habe allerdings wochenlang nur alte Leute beim Spazieren getroffen.

LG

Anonym schrieb am 25.04.2020 15:27




Ein Satz in der Petition ist mir wirklich negativ aufgefallen:
"Die vermutete geringere Infektiosität von Kindern in Bezug auf Covid-19 steht im Kontrast zu den starken Einschränkungen, die diese Bevölkerungsgruppe derzeit erfahren muss"

Das ist überholt. Schon vor einiger Zeit wurde in dem NDR Podcast eine Studie benannt, in der festgestellt wurde das Kinder häufig asymptomatisch und nur leicht erkranken, aber ebenso viele Leute anstecken wie Erwachsene.


Überholt ist gut ;o) Das kam diese Woche in den Medien als neueste Studie!

Anonym schrieb am 25.04.2020 16:29




Ein Satz in der Petition ist mir wirklich negativ aufgefallen:
"Die vermutete geringere Infektiosität von Kindern in Bezug auf Covid-19 steht im Kontrast zu den starken Einschränkungen, die diese Bevölkerungsgruppe derzeit erfahren muss"

Das ist überholt. Schon vor einiger Zeit wurde in dem NDR Podcast eine Studie benannt, in der festgestellt wurde das Kinder häufig asymptomatisch und nur leicht erkranken, aber ebenso viele Leute anstecken wie Erwachsene.


Überholt ist gut ;o) Das kam diese Woche in den Medien als neueste Studie!



Anscheinend sind die Wissenschaftler sich da nicht einig. Die Regierung hier in BW hat jetzt wohl eine Studie in Auftrag gegeben, die das untersuchen soll. Und die Petition fordert ja auch keine generelle Öffnung mit Betrieb wie bisher, sondern bedacht mit Einschränkungen. Es stehen auch außerhalb der Studie Modelle im Raum, wie geteilte Klassen mit reduziertem Unterricht, ebenso aufgeteilte Gruppen in Kindergärten und so. Und vorübergehend ist an sich alles, aber wann ist das hier vorüber? Da ist doch überhaupt nichts abzusehen. Wenn wir nicht alles aufmachen und alle resultierenden Verluste in Kauf nehmen, wird das noch etliche Monate gehen. Daher müssen für alle durchhaltbare Maßnahmen gefunden werden.

Auch fehlt mir eine gesonderte Betrachtung von Sonderschulen, apropos besonderer Bedarf. Bei solch kleinen Schulen sollten Maßnahmen ja eigentlich leichter umzusetzen zu sein. Dass Gemeinschaftsschulen mit über 1000 Schülern schwierig und gut durchdacht sein wollen, ist mir klar, aber auch da sind mittlerweile 6 Wochen vergangen, in denen man sich eben solche hätte machen können. Hier ist aber seit letzter Woche das Kultusministerium aufgefordert, Pläne zu machen. Was ist also in den übrigen 4 Wochen passiert?

Und der Mittlere ist 6, den lasse ich nur begrenzt alleine auf die Straße. Sein aktuell bester Freund ist sogar erst 5 geworden, der darf noch nicht einmal alleine die paar Häuser bis zu uns laufen...

akira

Henni (Profil) schrieb am 25.04.2020 16:47

@Akira:

die Förderschulen wurden hier (RLP) vom Bildungsministerium in zahlreichen Anschreiben explizit berücksichtigt. Inhaltlich werden da zwar nicht alle Belange geregelt bisher, aber dass die Förderschulen nicht berücksichtigt wurden, das stimmt nicht. Ich vermute, dass das in den anderen Bundesländern genauso ist.

Die Förderschulen L öffnen hier für die 9. und 10. Klassen, weil dort zielgleiche Abschlüsse erworben werden.

Die Schulen sind zwar kleiner, haben aber eine besondere Situation,
- weil etliche Schüler*innen zur Risikogruppe zählen.
- weil für viele Schüler es nicht möglich ist , die Hygieneregeln ohne direkte Hilfe einzuhalten (benötigen z.B. Handführung beim Händewaschen)
- weil bei vielen pflegerischer Bedarf besteht
- weil Körperkontakt für das emotionale Gleichgewicht unerläßlich ist
- weil z.B. an der Hand halten (auch bei Wegen durch das Schulgebäude) für die Sicherheit der Kinder unabdingbar ist
- weil der Schülertransport in Kleinbussen stattfindet.

Also, nur weil da weniger Schüler sind ist es überhaupt nicht so, dass es leichter wäre, in diesen Schulen den Betrieb wieder aufzunehmen.
Zumal die Klassenräume ja auch kleiner sind.
Hier gelten 40 qm als Regelmaß für den Förderschwerpunkt GE.
Da können also maximal 4 Personen gleichzeitig rein und das wird dann schon ganz schön eng, weil ja rundherum auch noch Möbel stehen.

LG Henni

Henni (Profil) schrieb am 25.04.2020 16:54

Hmmm...es war doch aber von Anfang an so, dass zwei Kinder draußen spazieren gehen durften, mit Abstandshaltung. Meine 11jährige hat das genutzt, um mit je einer Freundin und dem Hund spazieren zu gehen. Es durfte halt nur niemand zu Besuch kommen.

Ich habe allerdings wochenlang nur alte Leute beim Spazieren getroffen.

LG


Ja, so haben unsere das auch gemacht und machen es immer noch.
Sich mit je einem Kind draussen getroffen. Aber immer mit der gleichen Freundin bzw. Freund, also sehr reduzierter Kontakt insgesamt.

LG Henni

Anonym schrieb am 25.04.2020 17:10

Stimmt Henni, da reden wir von unterschiedlichen Förderschulen. Im Bereich der körperlich oder geistig eingeschränkten Kinder hast Du natürlich Recht. Andererseits gibt es aber auch die Förderschulen mit Schwerpunkt Sprache und Lernen, da ist die Lage etwas anders, finde ich. Und für den Transport dort könnte wie für öffentliche Busse das Maskengebot helfen. Diese Kinder sind ja in der Regel gesundheitlich nicht anders aufgestellt als auf den Regelschulen.

Klar, die anderen Kinder sind wohl hauptsächlich Risikokinder und denen würde ich auch keine Maske aufziehen...

akira

natascha (Profil) schrieb am 25.04.2020 19:23

Zum spazieren darf eine Familie im ganzen raus.

Und die Kinder meines Bruders (6 Jahre) dürfen Videochatten.
Die sind so kreativ, dass sie sogar gemeinsam Brettspiele spielen.
Jeder hat nen würfel und das Spiel vor sich
Und rück für den andren mit.
Sie bauen Lego jnd was weis ich nicht.


Barbie spielen.... das funktioniert recht gut.

Ich finde, die Zeit vergeht.
Klar sind Freunde wichtig..... und wir reden ja nicht von Jahren....


Lg Natascha

Anonym schrieb am 25.04.2020 22:00

Liebe akira,

wir wohnen im gleichen Bundesland, und du fragst, was die Schulen in den letzten vier Wochen gemacht haben (warum eigentlich vier? Es waren sechs.). Das kann ich dir sagen:

Erstmal waren wir Lehrer genauso überfordert wie alle anderen auch. Innerhalb weniger Tage haben wir zum Teil sehr vielen verschiedenen Klassen Aufgaben erteilt mit der Aussage zu wiederholen und zu vertiefen. Dazu musste die Technik aufgebaut werden. Alle Welt lacht über das Fax im Gesundheitsamt. Die meisten Schulen sind davon nicht weit weg. Ich habe die ersten drei Wochen Schüler gar nicht erreicht (keine Plattform, keine Emailadresse (Datenschutz!!), keine Videokonferenz). Erst dann stand die Infrastruktur, alle Schüler meiner schule (Gymnasium) haben seit Ostern dazu Zugang und ich kann sie jetzt auch so erreichen.
Dann kam der Entschluss, dass Abschlussprüfungen stattfinden werden. Seitdem geht es in den Schulen nur noch darum. Um nichts anderes mehr. Dieser Entschluss mag nachvollziehbar sein, die Konsequenz ist aber, dass es nur noch darum geht und in keinster Weise um andere Stufen oder Kinder. Die Abschlüsse an den Schulen binden so unfassbar viele Kräfte, dass es keine Möglichkeit gibt über Konzepte nachzudenken und zu diskutieren. Ich kann dir so viele Beispiele aus Absurdistan erzählen. Niemand denkt im Moment daran, was nach den Sommerferien sein wird (denn kein Schulleiter, mit dem ich bisher gesprochen habe, geht davon aus, dass noch in diesem Schuljahr Unterricht jenseits der Abschlussklassen und vielleicht noch Klasse 10 stattfinden wird), zumindest nicht im planerischen Sinne. Gedacht wird viel. Aber in der letzten Konsequenz geht es im Moment nur und ausschließlich um die Prüfungen und die gehen bis zur letzten Schulwoche. Schon im normalen Betrieb bindet ein Abitur enorm viel Personal und muss intern viel vertreten und verschoben werden. Jetzt fehlen zusätzlich vermutete 25% der Kollegen, wobei das nur eine Schätzung ist und sich das ja auch nicht gleich auf alle Schulen verteilt. Logischerweise sind eher die jungen Kollegen da, aber die jungen Kollegen haben halt Kinder, für die es keine Betreuung gibt und damit sind sie eben auch nicht unbegrenzt flexibel.

Ich jedenfalls bin hochgradig frustriert, sowohl als Lehrerin als auch als Mutter. Unsere Kultusministerin schickt uns zurück in die Schule, in der sich nichts geändert hat. Ich unterrichte ab nächste Woche einen Abiturkurs, den ich von einer Risiko-Kollegin zwei Wochen vor dem Abi übernehme. Inhaltlich bringt das den Schülern gar nichts mehr. Alle waren mit allem durch. Wir waren zwei Wochen vor dem Abitur! Der Kurs ist so groß, dass er auf zwei Räume aufgeteilt wird, zwischen denen ich rotieren werde. Eine Maskenpflicht hält das kultus nicht für nötig. Mein Schulleiter hat sie nun eigenmächtig ausgerufen (genauso wie die Rektorin "unserer" Grundschule für die Notbetreuung). Ich nähe jetzt mit anderen Kolleginnen in meiner Freizeit Masken, falls jemand noch keine hat. Ich fühle mich vom Kultus komplett verarscht. Ich habe auch eine Familie, ich möchte auch nicht krank werden!
Wenn das Abi losgeht, wird es nur noch darum gehen die Aufsichten und Korrekturen zu gewährleisten. An Unterricht ist da gar nicht zu denken. Und wie soll die dreifache Mutter Deutsch-Abitur korrigieren, wenn die eigenen Kinder immer da sind? Ich muss es zum Glück nicht machen, aber ich habe keine Ahnung, wie die Kollegin das machen soll.
Eine Schulleitung plant und diskutiert und spricht sich mit gekoppelten Schulen darüber ab, was wie umgesetzt wird und dann kommt eine Mail vom KM, dass doch alles ganz anders sein soll.
Nebenbei arbeiten wir uns nun auch in die endlich halbwegs störungsfrei laufende Plattform ein, über die wir Aufgaben ausgeben und mit Schülern kommunizieren. Denn es wäre viel möglich, wenn, ja wenn wir wüssten, mit welcher Technik die Schüler in den Klassen online sind zum Beispiel. Dann bekommen wir Mails und Anrufe von aufgeregten Eltern, wir kriegen Aufsätze zugeschickt, die ich korrigieren muss, und so weiter und so fort.
Die Rektorin unserer Grundschule, mit der ich im Gespräch bin, erzählt mir, dass sie laut Verordnung Desinfektionsmittel bereitstellen muss, aber der Schulträger sagt, darum muss sich die Schule selbst kümmern. Aber es gibt keines! Jetzt wird unter Eltern herumgefragt, ob jemand was hat oder eine Quelle kennt, und tatsächlich tut sich da etwas auf in einer lokalen Schnapsbrennerei, und dann liest man die aktuelle Corona-VO genau und da steht drin, dass jeglicher Unterricht bis 15.6. untersagt ist (außer für Abschlussklassen). Eine Info vom Kultus?! Ach warum denn?! Man ist ja flexibel. Alles kein Problem. Wir tun ja sonst nix.

Mein ganz unkonventioneller Vorschlag wäre: Das Schuljahr abschreiben, aufhören Beschäftigungstherapie mit den Schülern und Lehrern zu betreiben und sich hinzusetzen und Schule völlig neu zu denken. Wir werden im September nicht zurückkehren zum Weiter wie bisher. Aber wie ich das System kenne, fangen wir erst im Juli an darüber nachzudenken.

Allerdings hat man sich für Abschlussprüfungen entschieden.
Man kann mit den vorhandenen Ressourcen nicht alles haben.

In meiner Nachbarschaft tobt das Leben, als gäbe es Corona gar nicht. Fünf Kinder aus fünf Familien strolchen durch die Siedlung und meine Kinder beschimpfen mich, warum sie nicht auch dürfen. Es ist so verführerisch. Aber beim nächsten Mal werde ich nicht mehr nur den fremden Kindern sagen, dass sie nach hause gehen sollen, sondern auch die Eltern konfrontieren. Ich bin es so leid.

Und dann höre ich mir an, dass ich es ja wohl voll gut habe, bezahlt daheim, alles kein Problem, wird Zeit, dass Schule und Kindergarten wieder aufmachen. Die Kinder seien ja nun wirklich nicht gefährdet, die hätten ja keine Symptome.
Hallo, rufe ich da. Ich bin auch ein Mensch! Ich habe auch Sorge um meine Familie. Meine Mama ist Erzieherin, sie ist gerade 60, eigentlich sehr fit. Aber ich habe Angst um sie! Den allermeisten Kindern passiert ja nichts!? Schön für die Kinder...

Versteht mich nicht falsch, ich will nicht nicht arbeiten gehen. Ich gehe gern in die Schule. Ich möchte die Schüler gern das letzte Stück begleiten und ihnen Ängste und Sorgen nehmen. Aber ich möchte auch wenigstens das Gefühl haben von meinem AG ernst genommen und geschützt zu werden. Es gäbe so viele Möglichkeiten. Aber nicht mal Masken sind Pflicht.

Danke für nichts, kann ich da nur sagen.

Sehr frustrierte Grüße aus BW

Anonym schrieb am 25.04.2020 23:28


Mein ganz unkonventioneller Vorschlag wäre: Das Schuljahr abschreiben, aufhören Beschäftigungstherapie mit den Schülern und Lehrern zu betreiben und sich hinzusetzen und Schule völlig neu zu denken. Wir werden im September nicht zurückkehren zum Weiter wie bisher. Aber wie ich das System kenne, fangen wir erst im Juli an darüber nachzudenken.


Hallo liebe Ano über mir,

Du scheinst mich falsch zu verstehen. Meine Kritik nach den letzten Wochen galt nicht den Schulen, sondern der Politik und dem Kultusministerium. Natürlich ist es NICHT Aufgabe der Schulen, solche strukturellen Dinge zu planen. Es macht ja auch keinen Sinn, wenn jede Schule das Rad selbst neu erfindet... Ob man das Schuljahr komplett abschreiben sollte (hier im Süden ist es ja noch relativ lange), darüber lässt sich streiten, aber mit dem Rest triffst Du genau das, was ich auch möchte: Es muss ein Plan her und nicht erst dann, wenn man die Schulen öffnen will. Damit hätte man anfangen können, als die Schulen geschlossen wurden. Genauso muss es auch für die Kindergärten Ideen geben. Denn ein Plan fällt nicht vom Himmel und umgesetzt muss er ja auch noch werden...

Wie man in der aktuellen Situation mit Kindern arbeiten will, ist eine ganz andere Sache und trifft nicht nur die Lehrer. Ich habe selbst drei Kinder zu Hause und wollte im Mai endlich wieder einsteigen. Momentan ist bei uns wie in vielen Betrieben nur Notbetrieb, ergo bekomme ich erst mal einen Monat "Aufschub" in Form von Kurzarbeit, danach weiß ich nicht. Anspruch auf Notbetreuung haben wir auch nach der Erweiterung nicht. Mein Mann ist selbständig, so dass im Zweifelsfall wohl ich zurückstecken muss... Mit Zeitaufteilung ist da nichts, Zeit die er einbringt kostet zu viel Geld und ist zu wichtig. Ich bin ja schon froh, dass die Große bei ihm im Büro in Ruhe Schulaufgaben machen kann. Sonst ginge hier wohl alles drunter und drüber...

Und ernst genommen wird hier doch momentan niemand mit Kindern. Aber wir sollen schön dankbar sein, dass die Politik sich so gut um uns kümmert.

Eine ebenfalls sehr gefrustete akira

Anonym schrieb am 25.04.2020 23:49

Hier noch eine Lehrerin, im südlichen Nachbar-Bundesland.
Ich gehe auch ab nächster Woche zu meinen Abiturienten.
Und hier sieht es genauso aus wie in BW: in den ersten Wochen zusammenbrechende Platformen, fehlende E-Mail Adressen, fehlendes Material.
Die Schulleitung ist ist harte Arbeit gewohnt, aber die geht mittlerweile auf dem Zahnfleisch. Das offizielle Schreiben wegen der Schulöffnung kam am Dienstag - seitenweise Verordnungen, und dann bitte sofort umsetzen. Ich glaube, die Schulleitung hat seitdem nicht geschlafen.
Und ab Mitte Mai sollen die 11.Klasse noch dazu kommen. Wir sind eine Schule, die fast nur die Klassen 11 - 13 unterrichtet. Wenn die 11. kommen, dann ist das Haus bis unter's Dach voll. Und dann sollen noch die Klassen geteilt werden - dafür fehlen Platz und Lehrer - also werden wir in Schichten unterrichten müssen. Und nebenbei noch ein Abi mit über 400 Schülern durchführen.
Gleichzeiitig wird darüber geredet, ob man die Sommerferien verkürzt. Danke, sagen die Lehrer.

Lola (Profil) schrieb am 26.04.2020 00:19

Förderschulen sind ja nicht umsonst in kleinen Gruppen. Also bei den Kindern, die ich kennengelernt habe, wäre der Unterricht sicher nicht leicht.

Jeder darf eine haushaltsfremde person treffen, aber da Kinder den Abstand vermutlich nicht alleine einhalten können, braucht es eine Aufsichtsperson und schon sind es drei Personen, was wiederum nicht geht. Muss dann das Besucherkind aufs Klo, muss es schnell nach Hause rennen, denn in den fremden Haushalt darf es nicht.
Das ist jetzt meine Interpretation, Bayern, nicht immer auf dem aktuellsten Stand.

Ich finde auch, es sind drei Dinge:
Einmal die fehlenden Kontakte. (Btw. erklär mal ner siebenjährigen warum sie sich noch an die Beschränkung halten soll, wenn sie mit der Krankheit schon durch ist, nicht so einfach)

Und dann das Parken, weil Eltern auch ausserhalb von systemelevanten Berufen arbeiten gehen. Hat man mehr Kinder, ist es schwer, alle gleichzeitig zu beschulen. Also Hut ab vor Lehrern, die das wie z.b. auf ner Hallig können. Ich kann das nicht. Hausaufgabenbetreuung ja, aber neue Themen einführen und erklären, der eine am Rechner, der andere im ändern Zimmer am anderen Rechner, die nächste nur auf ausgedruckten Arbeitsblättern. Also wird noch länger geparkt.

Und als Drittes die gestressten Eltern, die an ihre Grenzen kommen und versuchen drunter zu bleiben. Das überträgt sich ja auf die Kinder. Was passiert, wenn die ihre Grenzen überschreiten?

Da finde ich vorübergehend (!) fehlende Sozialkontakte noch das kleinste übel.

Bei uns wurde übrigens nicht gefragt, wer welche Möglichkeiten hat. Die Klassenlehrerin hat geschaut, ob alle ins System können, also brav die Häkchen machen, aber bei anderen Lehrern wird sogar das Smartphone (Klasse 5) vorausgesetzt. Sie haben mittels QR Code verlinkt und den Link auch nicht nochmal irgendwo angegeben. Das hat mein Sohn dann nicht bearbeitet...

Anonym schrieb am 26.04.2020 01:06

Liebe akira, hier noch einmal die Lehrerin aus BW.

Die Politik hat natürlich das Problem, dass sie auch nicht weiß, wann es wie weitergeht. Also ich bin vor sechs Wochen heimgegangen und habe gedacht, nach Ostern sind wir alle wieder hier. Tja, Pustekuchen. Und wenn wir die Experten ernst nehmen, die davon sprechen, dass die Abstandsregeln noch sehr lange einzuhalten sein werden, dann ist die Logik eben, dass es in diesem Schuljahr keinen regulären Schulunterricht und keinen geöffneten Kindergarten mehr geben wird. Denn es geht von den Ressourcen - Räume und Lehrer - nicht. Ich fände es ehrlich und mutig, wenn es endlich mal jemand sagen würde. Lauterbach hat es gesagt. Aber sonst keiner.

Und ich finde es auch keinen guten Plan zu sagen, dass dann im nächsten Schuljahr eben in kleinen Gruppen und in Schichten unterrichtet wird. Was soll das für ein Plan sein?! "Dann müsst ihr halt mal bisschen mehr machen", höre ich mir hier an. Dass Schule mehr ist als eine Betreuungseinrichtung, haben die meisten immerhin erkannt. Jetzt wäre es an der Zeit konstruktiv zu werden. Was können wir tun? Akira, wir könnten zumindest mal für unser Bundesland bei unseren Abgeordneten nachfragen, was sie sich so denken.

Für das Kontaktverbot fällt mir keine Lösung ein. Der beste Freund meines Großen war gestern zum ersten Mal nach 41 Tagen hier. Was ist das für eine brutal lange Zeit in einem Kinderleben!? Ich konnte das nur erlauben, weil die jüngeren Geschwister nicht da waren. Die beiden haben mit Kreide eine Sperrzone auf die Einfahrt gemalt, sich den Ball zugeworfen und über die letzten Wochen unterhalten. Das war herzzerreißend. Zwei Neunjährige, die wie alte Opas von früher redeten. Aber wenn alle Kinder daheim sind, geht das nicht, denn dann will jeder einen Freund da haben, zu dem er ganz sicher Abstand hält, aber das ist mir zu gefährlich. Das traue ich mir und uns nicht zu.

War diese Woche in der Schule, da spielten Kinder aus den Blöcken auf dem Schulhof Basketball. Mein Schulleiter meinte, eigentlich müsste er die Polizei rufen und oft genug komme sie auch von sich aus, um zu kontrollieren. Aber er kann es nicht. Er sieht diese Kinder, die in so engen Verhältnissen leben und er kriegt es nicht übers Herz sie zu vertreiben.
Eine Maßnahme wäre Sport- und Spielplätze zu öffnen, natürlich mit Abstandsgebot. Das ist für mich das Mindeste, was getan werden muss, bevor Fußball wieder anfängt. Sonst fahre ich persönlich nach Stuttgart und lasse Dampf ab. Und das soll was heißen, ich fahre wirklich nicht gern nach Stuttgart! Und ich mag sogar Fußball ein bisschen. Aber diese Diskussion schlägt dem Fass echt den Boden aus.

Viele Grüße und gute Nacht

Anonym schrieb am 26.04.2020 09:59

Ich finde auch, es sind drei Dinge:
Einmal die fehlenden Kontakte. (Btw. erklär mal ner siebenjährigen warum sie sich noch an die Beschränkung halten soll, wenn sie mit der Krankheit schon durch ist, nicht so einfach)

Und dann das Parken, weil Eltern auch ausserhalb von systemelevanten Berufen arbeiten gehen. Hat man mehr Kinder, ist es schwer, alle gleichzeitig zu beschulen. Also Hut ab vor Lehrern, die das wie z.b. auf ner Hallig können. Ich kann das nicht. Hausaufgabenbetreuung ja, aber neue Themen einführen und erklären, der eine am Rechner, der andere im ändern Zimmer am anderen Rechner, die nächste nur auf ausgedruckten Arbeitsblättern. Also wird noch länger geparkt.

Und als Drittes die gestressten Eltern, die an ihre Grenzen kommen und versuchen drunter zu bleiben. Das überträgt sich ja auf die Kinder. Was passiert, wenn die ihre Grenzen überschreiten?

Da finde ich vorübergehend (!) fehlende Sozialkontakte noch das kleinste übel.


Es geht ja aber bei der Petition nicht nur um die fehlenden Sozialkontakte. Es geht um eine durchdachte Öffnung von Schulen und Kindergärten. Also auch um Bildung. Und im Endeffekt auch um eine deutliche Entlastung der Eltern, die wieder Unterstützung und Zeit zum Durchatmen bekommen.

Zudem sehe ich es hier im Umfeld wie Frau Schröder in ihrem Interview. Die Kinder, die nicht selbst betreut werden können, werden entweder bei den Großeltern gelassen oder zwischen Nachbarn und Freunden herumgereicht. Was da jetzt daran sinnvoller ist als eine durchdachte Betreuung im Kindergarten darf sich jeder selbst überlegen.

akira

Anonym schrieb am 26.04.2020 11:01

Ich verstehe die ganze Diskusion zum Teil nicht.
Wenn wir it den Kindern in den Sommerferien wegfahren, haben sie auch 3-4 Wochen nur Geschwister als Spielpartner, meine Nichte und Neffen als Einzelkinder niemanden. Dass das nachhaltig ihr Sozialverhalten beeinflußt wage ich zu bezweifeln, auch bei der doppelten Zeit.

Jetzt haben wir das Gkück in einem Land zu leben, in dem es keinen Lock down gibt, in den die Einschränkungen sehr mit Augenmaß vorgenommen werden UND die Zahlen dafür sprechen, dass diese Regelungen gut griefen. Und schon schreien so viele nach Aufhebungen, haben Befürchtungen dass der Staat die totale Kontrolle übernimmt, das Denunziantentum sich auswächst und und und.

Die Freiheit des Einzelnen hört da auf, wo anderen andere gefährdet sind!
Und das finde ich völlig richtig so.

Wenn wir in 6 Monaten immer noch am gleichen Punkt sind können wir uns anfangen zu beschweren, bis dahin würde ich mir Augenmaß und Ruhe wünschen. Und all diedie nach Lockerungen rufen gerne mal nach New York oder Italien schicken. Ich nehme an, das würde dannn doch für einen Änderungen in der Beurleilung hiesigen Lage sorgen.

Sorry, aber ich merke, mich ärgert das zunehmend. Braucht man wirklich auch hier erstmal 20.000 Tote bis die Leute es kapieren? Hilft nur Angst?
Unsere Nachbarn haben ständig Luete da, die Kinder besuchen sich gegenseitig über die Straßen hinweg, die Vernunft scheint mit zunehmender Temperatur zu schmelzen...

Anonym schrieb am 26.04.2020 12:32

ich unterschreibe mal ganz fett, liebe Ano über mir. Mein Mann ist Volkswirt und verbringt die letzten Wochen mit -- vernünftigen -- Analysen der Zahlen und Hochrechnungen. Und fragt mich verzweifelt, warum so viele Mediziner, Politiker usw. keine Ahnung von Statistik haben oder haben wollen.

Es hat überhaupt keinen Sinn, die Schulen und Kindergärten wieder zu öffnen. Selbst beim positivsten Szenario nicht.

Aber das traut sich eben keiner zu sagen. Manchmal gibt es keine Superlösung. Es gibt nur: ein halbes Jahr mit Einschränkungen leben, auch drastischen, und nach sinnvollen Kompromissen und Lösungen für die darauffolgenden 2 Jahre zu suchen -- oder mit Zuständen wie in Italien oder New York leben.

Ich hab aber auch gut reden: Meine drei Kids sind sich selbst genug, spielen, können ans Meer, tollen im Garten und sind unheimlich kreativ in der Erfindung neuer Spiele und der Verwüstung des Hauses... Klar, dass das unter anderen Bedingungen viel schwerer einzusehen ist. Die Petition ist jedenfalls verständlich, aber nicht sinnvoll.

Ich glaube, dass Kinder sehr viel größeren Schaden daran nähmen, überhaupt nicht mehr rauszudürfen, überall die Bilder von Toten auf Lkws zu sehen, ihre Großeltern sterben zu lassen, ohne sich zu verabschieden usw. usw.

Vor allem aber hat es keinen Sinn, über diese Diskussionen weitere Gräben aufzureißen. Derer hat Corona schon viel zu viele gebuddelt.

AnoVWL

Lola (Profil) schrieb am 26.04.2020 12:33


Es geht ja aber bei der Petition nicht nur um die fehlenden Sozialkontakte. Es geht um eine durchdachte Öffnung von Schulen und Kindergärten. Also auch um Bildung. Und im Endeffekt auch um eine deutliche Entlastung der Eltern, die wieder Unterstützung und Zeit zum Durchatmen bekommen.

Zudem sehe ich es hier im Umfeld wie Frau Schröder in ihrem Interview. Die Kinder, die nicht selbst betreut werden können, werden entweder bei den Großeltern gelassen oder zwischen Nachbarn und Freunden herumgereicht. Was da jetzt daran sinnvoller ist als eine durchdachte Betreuung im Kindergarten darf sich jeder selbst überlegen.

akira


Das ist richtig. Ich hatte Deine ersten beiden Posts so gelesen, als würde es Dir in erster Linie um die Kontakte gehen. Entschuldige bitte, wenn ich das falsch interpretiert habe.

Zur vorletzten Ano:

Da hast Du Recht. Bisher sind es ein paar Wochen. Aber wie weiter oben schon jemand schrieb, macht es ja keinen Sinn, wenn man sich erst in einem halben Jahr Gedanken macht, wie es weiterlaufen kann, sondern vielleicht jetzt schon mal mit dem Planen anfängt.

Anonym schrieb am 26.04.2020 12:42

Ich habe heute morgen folgenden Satz gelesen:
"Wir müssen wahrnehmen, dass es etwas zu schützen und bewahren gilt, dass genauso wertvoll ist wie die Gesundheit."

Beispielsweise schützt man durch die Schließung der Pflegeheime die Gesundheit der Senioren - aber ob ein solches isoliertes Leben ohne Kontakte zu anderen Menschen und insbesondere zu den Angehörigen noch lebenswerit ist? (Ja, ich habe eine alte Mutter im Pflegeheim, und ich kann mit ihr nicht telefonieren, weil sie unter globaler Aphasie leidet)

Mein Sohn ist ein Einzelkind, wir leben in einer kleinen Mietwohnung ohne eigenen Garten. In den grünen Hinterhof kann man das Kind nicht lassen, da brüllen direkt die Nachbarn und drohen mit der Polizei. Wir können aber tagsüber nirgendwo hin fahren, weil wir beide beruflich gut eingespannt sind. Klar, unsere Gesundheit ist geschützt, und die Gesundheit meiner Mutter und der brüllenden Nachbarn. Aber es ähnelt schon sehr einem Knast.
Es zeigen sich hier auch sehr die sozialen Unterschiede: wenn ich jetzt ein Haus mit großem Garten am Waldrand hätte, und vielleicht noch die Möglichkeiten meine Mutter im Haus betreuuen zu lassen, wäre ich jetzt auch entspannter.

Anonym schrieb am 26.04.2020 13:17

Ich habe die Petetion jetzt komplett gelesen und finde die Forderung schon großteils schlüssig. ABER was sie uns genauso wie jeder andere schuldig bleibt ist eine Antwort auf die Frage nach dem Wie.
Man sollte die Öffnung unabhängig von der Aussage, es würde am Personal scheitern, betrachten. Äh, hallo?!
Mein letzter Kenntnisstand von vor der Krise war, dass wir einen großen Erzieher- und Lehrermangel haben. Hat sich das in den letzten Wochen geändert?
Dann sind dazu ja noch die meisten Menschen in diesen Jobs Frauen. Frauen kümmern sich oft um ihre Kinder oder pflegen alte Leute, arbeiten deshalb Teilzeit und sind nicht flexibel.
Wie stellt man sich das vor?
Der Präsident des Lehrerverbandes - was auch immer für ein Verband das ist, mich vertritt er nicht - hat heute also vorgeschlagen, dass man recht zeitnah anfangen könnte 14tägig zu unterrichten, geteilte Klassen immer im Wechsel und die Woche dazwischen dann Homeschooling für die Kinder. So könnten noch alle vor den Sommerferien in die Schule zurück und es müssten kaum Stundenpläne geändert werden. Das würde die Eltern entlasten und sei planbar.
Äh, wie bitte?! Und meine Kinder? Und ich? Und meine Rektorin? Meine Kollegen? Es sind Menschen, die diese Arbeit verrichten. Wir sind auch Mütter und Väter. Unsere Kräfte sind auch endlich.
Das sind keine Pläne, die da formuliert werden, das ist Opium fürs Volk, damit es Ruhe gibt. Damit es jemanden gibt, auf den man einprügeln kann. Am Ende ist aber weder nur die Politik noch nur die Lehreschaft/Erzieher gefragt. Wo ist denn die nachdrückliche (!) Forderung an die Unternehmen, jetzt und in Zukunft dauerhaft ganz anders mit dem Thema Vereinbarkeit umzugehen? Über familieninterne Strukturen mag ich gar nicht reden, muss jede/r selbst wissen, aber ich möchte das klassische Rollenbild eben auch nicht unterstützen müssen für den Preis, dass ich verheizt werde.

Dass unter bestimmten Spielregeln Spielplätze und Sportplãtze wiedereröffnet werden, wird sicherlich zeitnah kommen. Nur bin ich nicht sicher, ob die Menschen sich an diese Spielregeln halten werden. Sie tun es ja jetzt schon oft nicht.

Anonym schrieb am 26.04.2020 13:35

bei uns dürfen die Kinder von Lehrern ab sofort in die Notbetreuung. Das ist schon mal ein Anfang....

Gruß,
Lehrer ANO By

Anonym schrieb am 26.04.2020 14:24

Wo ist denn die nachdrückliche (!) Forderung an die Unternehmen, jetzt und in Zukunft dauerhaft ganz anders mit dem Thema Vereinbarkeit umzugehen? Über familieninterne Strukturen mag ich gar nicht reden, muss jede/r selbst wissen, aber ich möchte das klassische Rollenbild eben auch nicht unterstützen müssen für den Preis, dass ich verheizt werde.


Welches klassische Rollenbild meinst Du? Momentan läuft es doch darauf hinaus, dass die Frauen wieder brav bei den Kindern zu Hause bleiben, damit die Männer arbeiten gehen können. Wie sollen denn beide konzentriert arbeiten oder gar aus dem Haus, wenn kleinere Kinder da sind? Oder Schulstoff vermittelt werden soll? Und was soll da das Unternehmen machen? Homeoffice ist ja schön und gut, aber wer kann länger konzentriert arbeiten, wenn die Kinder herumspringen? Mein Kleiner ist 2, der sieht garantiert nicht ein, dass die Mama da in Ruhe was machen muss. Und arbeiten, wenn die Kinder schlafen, oder der Mann fertig ist? Irgendwann bin ich auch erledigt.

Es muss eine Lösung gefunden werden, die für alle machbar ist, denn nur dann wird sie auch von den meisten eingehalten. Und dazu muss man erst einmal "frei ins Blaue" spinnen dürfen, ohne Gedanken an Personalmangel und solche Dinge, finde ich. Erst braucht man Ideen, dann kann man entscheiden, was am besten umsetzbar ist. Wenn man sich gleich versteift kommt selten etwas Gutes dabei heraus. Und wenn man rechtzeitig plant, hat man auch genügend Zeit zum Umsetzen und eben nicht das Problem wie jetzt in den Schulen. Je früher alle Bescheid wissen, desto eher können sie sich darauf einrichten.

Nun denn, ich wollte auch niemanden bekehren, sondern lediglich auf die Petition aufmerksam machen. Allerdings finde ich die Idee mit den Abgeordneten gut und werde da unsere wohl auch einmal anschreiben.

akira

Anonym schrieb am 26.04.2020 14:51

Wo ist denn die nachdrückliche (!) Forderung an die Unternehmen, jetzt und in Zukunft dauerhaft ganz anders mit dem Thema Vereinbarkeit umzugehen? Über familieninterne Strukturen mag ich gar nicht reden, muss jede/r selbst wissen, aber ich möchte das klassische Rollenbild eben auch nicht unterstützen müssen für den Preis, dass ich verheizt werde.


Welches klassische Rollenbild meinst Du? Momentan läuft es doch darauf hinaus, dass die Frauen wieder brav bei den Kindern zu Hause bleiben, damit die Männer arbeiten gehen können. Wie sollen denn beide konzentriert arbeiten oder gar aus dem Haus, wenn kleinere Kinder da sind? Oder Schulstoff vermittelt werden soll? Und was soll da das Unternehmen machen? Homeoffice ist ja schön und gut, aber wer kann länger konzentriert arbeiten, wenn die Kinder herumspringen? Mein Kleiner ist 2, der sieht garantiert nicht ein, dass die Mama da in Ruhe was machen muss. Und arbeiten, wenn die Kinder schlafen, oder der Mann fertig ist? Irgendwann bin ich auch erledigt.

Es muss eine Lösung gefunden werden, die für alle machbar ist, denn nur dann wird sie auch von den meisten eingehalten. Und dazu muss man erst einmal "frei ins Blaue" spinnen dürfen, ohne Gedanken an Personalmangel und solche Dinge, finde ich. Erst braucht man Ideen, dann kann man entscheiden, was am besten umsetzbar ist. Wenn man sich gleich versteift kommt selten etwas Gutes dabei heraus. Und wenn man rechtzeitig plant, hat man auch genügend Zeit zum Umsetzen und eben nicht das Problem wie jetzt in den Schulen. Je früher alle Bescheid wissen, desto eher können sie sich darauf einrichten.

Nun denn, ich wollte auch niemanden bekehren, sondern lediglich auf die Petition aufmerksam machen. Allerdings finde ich die Idee mit den Abgeordneten gut und werde da unsere wohl auch einmal anschreiben.

akira


Wir wechseln uns zuhause ab mit Homeoffice, haben zuerst versucht halbe Tage zu teilen, jetzt teilen wir die Woche unter uns auf. Einer arbeitet, der andere ist für die Kinder zuständig. Mir tun die Alleinerziehenden leid, aber wenn man zu zweit ist kann man bei dem Wetter auch gut raus, damit derjenige zuhause tatsächlich Ruhe hat. Wir sind viel im Wald unterwegs.

Das ins Blaue hinein denken stimmt nur bedingt.
Es gab so eine Situation noch nie, alle testen und überlegen ja.
Aber wenn man die grundsätzlichen Rahmenbedingungen nicht mitdenkt, kann man sich den Schritt auch schenken. Es ist doch realistischer mit dem zu planen was möglich ist und der Personalmangel ist nunmal Fakt. Die Akzeptanz einer totalen Überwachung durch Apps und Co ist ja auch nicht gegeben, so das auch dieses wegfällt. Nicht flasch verstehen, das würde ich auch absolut nicht wollen, aber wenn wir in Südkorea wären, andere Grenzen hätten, andere Akzeptanz von "Überwachung" und und und, dann wären auch hier andere Schritte möglich. Ist es aber nicht, deshalb muss man und damit meine ich gerade die Politik, mit dem planen was geht!
Und da keiner den Blick in die Kristallkugel beherrscht und sagen kann,wie die sich die Infektionen weiter verbreitet, wann tatsächlich ein Medikament gefunden wird das hilft, geschweige denn ein Impfstoff, können doch alle nur "auf Sicht" planen. Dieses ins Blaue hinein denken weckt, finde ich, ganz falsche Vorstellungen davon, was überhaupt machbar ist und erzeugt dann noch mehr Druck und Frust.

Ano 11:10 Uhr

Anonym schrieb am 26.04.2020 15:44

Ich meine das klassische Rollenbild, das ich hier im Umfeld erlebe: Mann in Vollzeit tätig, Frau in Teilzeit oder 450€-Job. Bei vielen ist es gar keine Diskussion, wer jetzt die Care-Arbeit leistet, es ist, wie du sagst, die Frau. Und die sagt halt immer öfter, ich kann nicht mehr, ich will, dass die Einrichtungen wieder öffnen. Genau wie du es sagst, akira. Wann soll Frau ihren Teil der Arbeit leisten?! Das muss in den Familien abgesprochen werden und da gibt es auch viel mehr Möglichkeiten als "Ich arbeite halt, wenn die Kinder schlafen, breche aber bald zusammen, also müssen die Einrichtungen bald wieder öffnen". Hier gehören viel mehr die Männer mit ins Boot und das kann eben nicht politisch verordnet werden, das muss familienintern besprochen und eingefordert werden. Mein Partner macht Homeoffice und muss da sehr viele Telefon- und Videokonferenzen machen und in der Zeit kümmere ich mich darum, dass es halbwegs ruhig ist und dann tauschen wir auch und er geht mit den Kindern raus, macht eine Fahrradtour oder was auch immer. Wenn ich jetzt wieder zur Arbeit muss, dann muss er an drei Vormittagen für drei Stunden die Kinder hüten und seine Arbeit hinten dranhängen - ich stelle sie ja quasi auch nur vorndran und habe dann die Kinder zu beaufsichtigen.
Ich sehe auch ganz tolle Modelle im Umfeld, wo sich sogar getrennt lebende Eltern so arrangieren, dass sie quasi vorübergehend aufs Wechselmodell umgestiegen sind inklusive Einladung des jeweils anderen zu den Mahlzeiten.
Dass das vom Anstrengungslevel für uns alle über das hinausgeht, was wir normalerweise leisten, ist ja völlig klar. Aber das geht uns ja allen so! Nicht nur der Mutter, die jetzt zusätzlich zu ihrem Job und der fehlenden Betreuung ihrem Mann den Rücken freihalten muss. Dass die Lasten intern etwas fairer verteilt werden, ist in meinen Augen aber umsetzbarer als die Einrichtungen für alle zu öffnen.
Und gerade die großen Unternehmen haben ja auch Ideen, wie sie Familien, besonders Alleinerziehende, entlasten können. Meine Schwägerin musste zum Beispiel jetzt sechs Wochen lang nur die halbe Stundenzahl bei voller Bezahlung arbeiten.
Jetzt wurde eine individuelle Lösung gefunden, die für alle gut ist.

Es ist eben keine normale Zeit.

Anonym schrieb am 26.04.2020 16:00

Man könnte mit einer guten Digitalisierung der Schulen anfangen mit der Möglichkeit des Feedbacks durch den Lehrer. Das braucht man doch sowieso. Damit meine ich aber nicht Arbeitsblätter via Mebis oder Mail zu verschicken. Lernprogramme, bei denen man sich das abgucken kann, sollte es doch genug geben, dh ich kann mir nicht vorstellen, dass das Gerüst dafür zu bauen soviel Zeit in Anspruch nehmen kann. Das Befüllen durch den Lehrer ist sicher aufwendiger.

Welche Voraussetzungen braucht ein Onlineschooling? Wieviele Kinder haben keinen Zugang dazu? Warum ist es so schwer, das herauszubekommen, warum macht das nicht eine zentrale Stelle?

Kann man nicht auf öffentliche Räume ausweichen, Räumlichkeiten, die jetzt geschlossen sind und Ähnliches (z.B. Gemeindehäuser, Konzerthallen, Gemeindehäuser) und dort mit genügend Abstand direkt unterichten? Dann sind nicht alle Kinder auf einen Haufen.

Ich wüßte auf Anhieb einige Sääle und Räume, die dafür geeignet wären. Dann hat man eben nicht überall einen Beamer usw, aber besser als dieses Arbeitsblätterausgefülle wäre das allemal. Dann bekommen die geschlossenen Restaurants, die die Räume zur Verfügung stellen, ne kleine Entschädigung / Miete. Die Kinder können dort vielleicht ja sogar in der Notgruppen - Mittagsbetreuung was essen.

Wenn das Personal nicht ausreicht, könnte man diese Räume doch digital ausstatten und von dort aus mit einer Aufsichtsperson (z.B. viele Mitarbeiter der Nachmittagsbetreuung sind zur Zeit "arbeitslos") Onlineunterricht stattfinden lassen. Wäre das Datenschutztechnisch einfacher als wenn die Kinder von zu Hause aus online gehen?
Das ist doch gewiss billiger als ein Corona-Elterngeld. Die Eltern könnten weiterarbeiten, das Kind ist aufgehoben.

Ano (vielleicht sind die Ideen auch einfach blöd)

Anonym schrieb am 26.04.2020 16:25

Man könnte mit einer guten Digitalisierung der Schulen anfangen mit der Möglichkeit des Feedbacks durch den Lehrer. Das braucht man doch sowieso. Damit meine ich aber nicht Arbeitsblätter via Mebis oder Mail zu verschicken. Lernprogramme, bei denen man sich das abgucken kann, sollte es doch genug geben, dh ich kann mir nicht vorstellen, dass das Gerüst dafür zu bauen soviel Zeit in Anspruch nehmen kann. Das Befüllen durch den Lehrer ist sicher aufwendiger.

Welche Voraussetzungen braucht ein Onlineschooling? Wieviele Kinder haben keinen Zugang dazu? Warum ist es so schwer, das herauszubekommen, warum macht das nicht eine zentrale Stelle?

Kann man nicht auf öffentliche Räume ausweichen, Räumlichkeiten, die jetzt geschlossen sind und Ähnliches (z.B. Gemeindehäuser, Konzerthallen, Gemeindehäuser) und dort mit genügend Abstand direkt unterichten? Dann sind nicht alle Kinder auf einen Haufen.

Ich wüßte auf Anhieb einige Sääle und Räume, die dafür geeignet wären. Dann hat man eben nicht überall einen Beamer usw, aber besser als dieses Arbeitsblätterausgefülle wäre das allemal. Dann bekommen die geschlossenen Restaurants, die die Räume zur Verfügung stellen, ne kleine Entschädigung / Miete. Die Kinder können dort vielleicht ja sogar in der Notgruppen - Mittagsbetreuung was essen.

Wenn das Personal nicht ausreicht, könnte man diese Räume doch digital ausstatten und von dort aus mit einer Aufsichtsperson (z.B. viele Mitarbeiter der Nachmittagsbetreuung sind zur Zeit "arbeitslos") Onlineunterricht stattfinden lassen. Wäre das Datenschutztechnisch einfacher als wenn die Kinder von zu Hause aus online gehen?
Das ist doch gewiss billiger als ein Corona-Elterngeld. Die Eltern könnten weiterarbeiten, das Kind ist aufgehoben.

Ano (vielleicht sind die Ideen auch einfach blöd)


Nochmal: KINDER SIND GENAUSO ÜBERTRÄGER WIE ERWACHSENE!!!!

Wieso aus Gründen der "Aufbewahrung" genaus das inszenieren, was wir seit 6 Wochen zu verhindnern versuchen?????

Anonym schrieb am 26.04.2020 17:05

Ano (vielleicht sind die Ideen auch einfach blöd)

Blöd ist erst einmal keine Idee. Höchstens nicht umsetzbar. Und genau darum geht es doch: Ideen sammeln und schauen, was man umsetzen kann. Und die leerstehenden großen Räume nutzen um die Abstände einhalten zu können, ist zumindest eine Überlegung Wert. Eventuell wären es auch gute Ausweichräume für die Kindergärten. Nichts darf festgeschrieben, nichts darf "alternativlos" sein. Sonst sind wir nicht mehr in einer freien Demokratie, wenn wir nicht mehr diskutieren und in Frage stellen dürfen.

akira

Anonym schrieb am 26.04.2020 17:14

... dabei sollte aber nicht gebrüllt werden, finde ich.
Niemand weiss hier im Augenblick mehr als der anderer - wissenschaftliche Studien widersprechen sich, es gibt verschiedene Methoden der Messung.

Also bitte kein Gebrüll und keine Denkverbote.

Gruß
RU

Anonym schrieb am 26.04.2020 17:31

Ich möchte, anschließend an Akira und RU, schreiben, dass ich dieses Forum eben wegen der verschiedenen Ansichten und des Äußerndürfens der verschiedenen Ansichten so gerne mag.

Es gibt immer unterschiedliche Seiten einer Sache, die eine liegt einem mehr, die andere weniger. Trotzdem sind die Ansichten und Argumente dafür, die ich dato nicht teile, sehr bereichernd.

An diejenigen, die hier, vielleicht aus Angst, unsachlich werden: Bitte lasst auch uns Andersdenkenden zu Wort kommen. Die Vielfalt hier ist so toll!

Ich drücke uns allen die Daumen, dass der Spuk bald vorbei ist und wünsche allen, möglichst unbeschadet die Zeit zu überstehen.
Mmn darf hier im Forum auch gerne ofiiziell geflucht werden, wenn es einem schlecht geht. Meine Umarmung habt ihr sicher.

Liebe Grüße
Lena, die Mittwoch und Donnerstag so unglücklich war, dass sie sogar ihren geliebten Job kündigen wollte, weil der Spagat momentan zu groß ist.

Anonym schrieb am 26.04.2020 17:39

Man könnte mit einer guten Digitalisierung der Schulen anfangen mit der Möglichkeit des Feedbacks durch den Lehrer. Das braucht man doch sowieso. Damit meine ich aber nicht Arbeitsblätter via Mebis oder Mail zu verschicken. Lernprogramme, bei denen man sich das abgucken kann, sollte es doch genug geben, dh ich kann mir nicht vorstellen, dass das Gerüst dafür zu bauen soviel Zeit in Anspruch nehmen kann. Das Befüllen durch den Lehrer ist sicher aufwendiger.

Welche Voraussetzungen braucht ein Onlineschooling? Wieviele Kinder haben keinen Zugang dazu? Warum ist es so schwer, das herauszubekommen, warum macht das nicht eine zentrale Stelle?

Kann man nicht auf öffentliche Räume ausweichen, Räumlichkeiten, die jetzt geschlossen sind und Ähnliches (z.B. Gemeindehäuser, Konzerthallen, Gemeindehäuser) und dort mit genügend Abstand direkt unterichten? Dann sind nicht alle Kinder auf einen Haufen.

Ich wüßte auf Anhieb einige Sääle und Räume, die dafür geeignet wären. Dann hat man eben nicht überall einen Beamer usw, aber besser als dieses Arbeitsblätterausgefülle wäre das allemal. Dann bekommen die geschlossenen Restaurants, die die Räume zur Verfügung stellen, ne kleine Entschädigung / Miete. Die Kinder können dort vielleicht ja sogar in der Notgruppen - Mittagsbetreuung was essen.

Wenn das Personal nicht ausreicht, könnte man diese Räume doch digital ausstatten und von dort aus mit einer Aufsichtsperson (z.B. viele Mitarbeiter der Nachmittagsbetreuung sind zur Zeit "arbeitslos") Onlineunterricht stattfinden lassen. Wäre das Datenschutztechnisch einfacher als wenn die Kinder von zu Hause aus online gehen?
Das ist doch gewiss billiger als ein Corona-Elterngeld. Die Eltern könnten weiterarbeiten, das Kind ist aufgehoben.

Ano (vielleicht sind die Ideen auch einfach blöd)


Nochmal: KINDER SIND GENAUSO ÜBERTRÄGER WIE ERWACHSENE!!!!

Wieso aus Gründen der "Aufbewahrung" genaus das inszenieren, was wir seit 6 Wochen zu verhindnern versuchen?????


Eben nicht nur aus Gründen der Aufbewahrung. Ich schrieb ja von Unterricht und von 5 Kindern die in einem Raum sitzen, der größer ist als ein Klassenraum. Ja, oder eben für Kindergärten. Gute Idee. Wenn man doch sowieso gerade überlegt, im Wechsel zu unterrichten, dann versteh ich nicht, was daran verwerflich ist, statt des Wechsels die Ausweitung auf weitere Räume vorzuschlagen.

Im Übrigen: Genau! Kinder sind genauso Überträger! Sie sind keine Virenmonster. Wenn ich arbeiten gehen darf (Weder mein Mann noch ich sind voll im homeoffice), warum darf mein Kind das nicht?

Aber danke für Deine laute Antwort, ich weiß schon, warum ich anonym schreibe.

Anonym schrieb am 26.04.2020 18:01

Zum spazieren darf eine Familie im ganzen raus.

Lg Natascha


Das ist schon klar Natascha, aber es ging ja um Freunde.
Aber wie ich oben schon schrieb, eine Freundin zum Spazieren ging immer.

LG Doro

Anonym schrieb am 26.04.2020 18:04

Im Übrigen beraten ja morgen die Bundesländer zum Thema Schule. Danach wissen wir mehr. Vielleicht ;o)

LG Doro (die heute gelernt hat, dass Großbuchstaben brüllen bedeutet)

Lola (Profil) schrieb am 26.04.2020 18:11

Jup, und _das_ hier kursiv. Das haben wir von Dir! :-) Hier lernt man nie aus!

natascha (Profil) schrieb am 26.04.2020 18:53

Gerade kam in den Nachrichten, dass in Spanien die Kinder 6 Wochen gar nicht vor die Tür kamen.
Heute durften sie für 1 h unter Auflagen raus

Lg Natascha

Anonym schrieb am 27.04.2020 09:04

Zum spazieren darf eine Familie im ganzen raus.

Lg Natascha


Das ist schon klar Natascha, aber es ging ja um Freunde.
Aber wie ich oben schon schrieb, eine Freundin zum Spazieren ging immer.

LG Doro


Nicht ganz, hier in Bayern erst seit letztem Montag. Und ich merke, was das für nen Unterschied ist...mal 6 Wochen ohne Freunde geht mal, aber 6 Monate wäre schon hart.

Lola (Profil) schrieb am 27.04.2020 09:27

Wie macht Ihr das dann (in Bayern, die anderen Regelungen kenn ich nicht) mit einem Freund fürs Kind, wenn es nur eine haushaltsfremde Person sein darf?

Ich meine jetzt echt "Kind" nicht Jugendlicher, wo ich erwarten kann, dass der den Mindestabstand einhält. Allein dürfen die Kinder nicht, weil sie dann keinen Abstand einhalten und unter Aufsicht ist eine Person zu viel... ein Dilemma, finde ich. Oder seh ich das zu streng?

Wir haben ab nächster Woche einen neuen Freund, das Pony, das meine Tochter sonst immer reitet, wird jetzt zu ihrem Pflegepony und damit geht das wieder. Muss nur ganz klar geregelt sein, wer wann in der Halle reitet. Da ich auch reiten kann, ist eine Person dabei, die sich auskennt :-) Sie freut sich schon mega.

Anonym schrieb am 27.04.2020 10:19

Wir gehören zu denen, wo die Kinder sich mit anderen Kindern treffen dürfen.

Nach 2,5 Wochen kompletter Kontaktsperre war unser Großer das heulende Elend-trotz Videokonferenz und Telefon...

Er hat jetzt 3 Freunde, die er abwechselns treffen darf, die auch sonst kaum Kontakt haben.
Der Kleine baut seit dem Wochenende ab, da ist es schwierieger, da die Freunde in einem Gemeinschaftsgarten schon mit 8 Kindern unterwegs sind...

Und das Ganze mit wenig Kontakt im Urlaub zu vergleichen-sorry, der Vergleich hinkt gewaltig! Da ist man jeden Tag unterwegs, trifft auf Spielplätzen Kinder und kann alles mögliche besichtigen, unternehmen etc.....

Wir Eltern sind seit Schulschließung komplett im HomeOffice, also unser Kontaktumfeld ist sehr sehr eingeschränkt.

Wer glaubt das Ganze ist in ein paar Monaten vorbei, der muss sich nurmal die Zahlen anschauen: die Durchseuchung liegt nicht einmal bei 1% der Bevölkerung, eine Impfung wird es (wenn überhaupt jemals) frühestens kommendes Jahr geben-und garantiert auch nicht für jeden! abgesehen davon würde ich diesen Schnellschuß nicht haben wollen...

Für mich geht es darum die kommenden Jahre (!) psychisch gesund zu überstehen, vor allem die Kinder!

Gromit

Anonym schrieb am 27.04.2020 11:52


Aber danke für Deine laute Antwort, ich weiß schon, warum ich anonym schreibe.


Warum ich laut schreibe?
Nein, schreien wollte ich nicht, aber ich bin soooooo müde.
Und traurig.
Fassungs- und oft verständnislos.

Unsere Generation hier in D musste nie wirklich große Schwierigkeiten überleben. Wir haben keinen Krieg, keine Hungersnöte erlebt, ich denke die meisten hier sind so jund, dass auch die DDR "nur noch" das setze ich jetzt ganz bewußt in dicke Anführungszeichen, in wenigen Jahren erlebt wurde. Natürlich gleichsam prägend. Aber wirklich existenzielle Bedrohungen haben wohl die allermeisten von uns nier erlebt.

Wir können Leben retten, nur indem wir zuhause bleiben!
Und das ist schon zuviel? Wir haben Internet, Lebenmittel Lieferservice , wir haben 1000 Möglichkeiten und abzulenken und uns auf das zu konzentrieren was wirklich wichtig ist.

Sind meine Kinder denn wirklich so anders, dass sie verstehen weshalb es momentan einfach nicht möglich ist so zu leben wie vorher? Vielleicht.

Aber diese Diskussionen hier, diese Überlegungen und das spürbare Missfallen über eine so vorsichtig umgesetzte Maßnehme, die auch noch greift, das macht mich fassungslos.
Hilflos.
Und wirklich unendlich traurig.
Denn wenn wir es nichtmal schaffen zuhause zu bleiben um Leben zu retten, nicht die unseren, die der Generationen vor uns, die sich aus Kriegszeiten retten und ein Land neu aufbauen mussten, dann haben wir die Arbeit dieser Generationen nicht verdient.

Anonym schrieb am 27.04.2020 11:54

Jup, und _das_ hier kursiv. Das haben wir von Dir! :-) Hier lernt man nie aus!

Hihi...und ich hab's von Sünneli. Macht sie aber glaube nicht mehr.
LG Doro

Anonym schrieb am 27.04.2020 12:22


Warum ich laut schreibe?
Nein, schreien wollte ich nicht, aber ich bin soooooo müde.
Und traurig.
Fassungs- und oft verständnislos.

Unsere Generation hier in D musste nie wirklich große Schwierigkeiten überleben. Wir haben keinen Krieg, keine Hungersnöte erlebt, ich denke die meisten hier sind so jund, dass auch die DDR "nur noch" das setze ich jetzt ganz bewußt in dicke Anführungszeichen, in wenigen Jahren erlebt wurde. Natürlich gleichsam prägend. Aber wirklich existenzielle Bedrohungen haben wohl die allermeisten von uns nier erlebt.

Wir können Leben retten, nur indem wir zuhause bleiben!
Und das ist schon zuviel? Wir haben Internet, Lebenmittel Lieferservice , wir haben 1000 Möglichkeiten und abzulenken und uns auf das zu konzentrieren was wirklich wichtig ist.

Sind meine Kinder denn wirklich so anders, dass sie verstehen weshalb es momentan einfach nicht möglich ist so zu leben wie vorher? Vielleicht.

Aber diese Diskussionen hier, diese Überlegungen und das spürbare Missfallen über eine so vorsichtig umgesetzte Maßnehme, die auch noch greift, das macht mich fassungslos.
Hilflos.
Und wirklich unendlich traurig.
Denn wenn wir es nichtmal schaffen zuhause zu bleiben um Leben zu retten, nicht die unseren, die der Generationen vor uns, die sich aus Kriegszeiten retten und ein Land neu aufbauen mussten, dann haben wir die Arbeit dieser Generationen nicht verdient.


Da hast Du Dir aber die Falsche rausgepickt und ich möchte nicht in einen Sack mit denen geworfen werden, die ihre Kinder trotz Verbote mit anderen spielen lassen und den Sinn hinter den Maßnahmen nicht verstehen! Da reagiere ich angepisst. Tut mir leid.

Ich bin seit mehr 6 Wochen zu Hause, gehe nur einmal die Woche einkaufen und fahre in die Arbeit. Meine Kinder sind seit 6 Wochen zu Hause, haben niemanden gesehen und verstehen es auch. Spazieren gehen wir ganz selten. Ich lebe in einem Bundesland mit den strengsten Regeln und halte mich auch daran.

Es ging um Lösungsvorschläge, nicht um jetzt sofort, sondern wie man es ermöglichen kann, dass Kinder wieder beschult werden. Und ich wiederhole: Wenn die SChulen oder die Politik aufgrund von Platzmangel einen zeitversetzten Unterricht wollen, dann könnten man doch eigentlich auch einen gleichzeitigen Unterricht, bloß an verschiedenen Räumen machen. Die Kinder haben dann doch sogar weniger Kontakt als in der Schule.

Du gehst gar nicht auf die Vorschläge an sich ein. Du schimpfst nur ganz allgemein auf die Leute, die die Maßnahmen nicht einsehen und sich so verhalten, als gäbe es keinen Virus. Dazu gehöre ich aber nicht!

Anonym schrieb am 27.04.2020 12:34

Tt mir leid, aber ich habe gar keine Einzelpersonen gemint sondern das laute schreiben erklären wollen.
Und ich habe ganz viel zu den Lösungsvorschlägen geschrieben.
Ich schimpfe nicht, ich verstehe es nicht und bin einfach niedergeschlagen und gerade ziemlich hoffnungslos.

Anonym schrieb am 27.04.2020 12:45

Dass Du dich so fühlst, kann ich verstehen. Aber mach Dich nicht verrückt. Ich glaub, die, die sich nicht daran halten, sind Ausnahmen.

Dass das allgemein war, hab ich nicht so verstanden, sondern mich angesprochen gefühlt. Wir sind wohl alle etwas daneben.

Anonym schrieb am 27.04.2020 13:26


Ich darf, da ich mit Gruppen arbeite, bis mindestens Sommer nicht arbeiten, wer weiß, wie es weitergeht.ich würde total gerne mal wieder arbeiten gehen :)

Aber gut, das ist eine andere Diskussion. Ich verstehe auch nicht, warum es meinen Kindern so leicht fällt wie es ist, und anderen anscheinend nicht (wenn man räumliche Enge und Einzelkinder mal rauslässt).

Und ich verstehe das ewige Gejammer auch nicht. Ich muss immer an die Pest denken, sowas würde die Menschheit, so wie wir uns grad anstellen, nicht überleben... Es stimmt, wir sind nix gewohnt :) Was zwar eigentlich schön ist, sich aber grad als Nachteil zu erweisen scheint.

Wie dem auch sei. Ich fände eine Beschulung (evtl.für höhere Klassen im Ganztagssystem) mit 2-wöchentlichem Wechsel der Gruppen das einzig Sinnvolle. In den 2 Wochen unterrichtsfrei (ggf. mit Onlineunterstützung) wird vertieft und wiederholt, die Schule dient der Vermittlung des neuen Stoffs.

Vorteile: der logistische Aufwand für neue Räume entfällt, man hat gleich noch die 2 Wochen Quarantäne mit drin, man braucht kein zusätzliches Personal.

Anonym schrieb am 27.04.2020 13:51


Und ich verstehe das ewige Gejammer auch nicht. Ich muss immer an die Pest denken, sowas würde die Menschheit, so wie wir uns grad anstellen, nicht überleben... Es stimmt, wir sind nix gewohnt :) Was zwar eigentlich schön ist, sich aber grad als Nachteil zu erweisen scheint.


Naja, schlechter Vergleich, finde ich. Die Pest haben die meisten Leute damals auch nicht überlebt. Von gesunder Hygiene wusste man noch nichts und auch sonst war die Situation ein wenig anders...

Ansonsten gibt es einfach andere Ansätze, die Situation momentan aufzulösen. Darüber kann man verschiedene Meinungen haben. Das hat aber nichts mit "nichts gewohnt sein" zu tun. Ich frage mich ja zum Beispiel, was wir mit etwas so Tödlichem wie damals der Pest machen würden, wenn wir uns jetzt schon monatelang in den Häusern verbarrikadieren sollen. Und auch die Generation, die damit geschützt werden soll, ist nicht uneingeschränkt glücklich darüber. Aber da will ich jetzt bitte keine Antwort darauf, sonst artet die Debatte endgültig aus.

Zurück zum eigentlichen Thema: Mittlerweile ist es ja auch in der Politik angekommen, was mich sehr freut. Auch, wenn es ernüchternd ist zu hören, dass mal wieder die Zuständigkeiten unklar sind und im Zweifelsfall jeder der Meinung ist, dass der andere verschlafen hat, rechtzeitig Pläne zu überlegen...

akira

Anonym schrieb am 27.04.2020 19:00

Wie macht Ihr das dann (in Bayern, die anderen Regelungen kenn ich nicht) mit einem Freund fürs Kind, wenn es nur eine haushaltsfremde Person sein darf?

Ich meine jetzt echt "Kind" nicht Jugendlicher, wo ich erwarten kann, dass der den Mindestabstand einhält. Allein dürfen die Kinder nicht, weil sie dann keinen Abstand einhalten und unter Aufsicht ist eine Person zu viel... ein Dilemma, finde ich. Oder seh ich das zu streng?


Erstmal möchte ich sagen, dass es in unserem Kuhkaff trotz München-Nähe im März 7 Fälle gab, seitdem 0. Wir sind definitiv kein Hotspot ;)
Mein 5jähriger trifft sich mit seinem Freund zum Fahrradfahren und ich parallel mit seiner Mutter. Die Großen fahren vorneweg, wir hinterher, die kleinen Kinder im Anhänger und alle jeweils mit Abstand. Das kriegen die Großen schon hin und die 2x 1+1 sind für mich ok. Es weht ja auch grad ordentlich Wind ;) das ist unser Kompromiss. Sollte es hier mit Infektionen losgehen, würde ich auch wieder drauf verzichten, aber so tut es den Kindern einfach gut sich zu sehen.
LG Nelgoli

Tine (Profil) schrieb am 27.04.2020 20:16

Wie dem auch sei. Ich fände eine Beschulung (evtl.für höhere Klassen im Ganztagssystem) mit 2-wöchentlichem Wechsel der Gruppen das einzig Sinnvolle. In den 2 Wochen unterrichtsfrei (ggf. mit Onlineunterstützung) wird vertieft und wiederholt, die Schule dient der Vermittlung des neuen Stoffs.

Vorteile: der logistische Aufwand für neue Räume entfällt, man hat gleich noch die 2 Wochen Quarantäne mit drin, man braucht kein zusätzliches Personal


Doch, man braucht (zumindest in Grundschulen) zusätzliches Personal. Denn was ist mit den Kindern die auch in der Woche in der sie keinen Unterricht haben in der Notbetreuung sind? In welchem Räumen und mit welchem Lehrer sind die untergebracht?
Und das sind - zumindest hier bei uns in der Region - nicht wenige Kinder.
Wir haben hier (grosse) Kitas, die haben bereits 50 Kinder in der Notbetreuung.
Und dafür werden fast alle Mitarbeiter gebraucht, weil die Kinder ja nur in 5er Gruppen betreut werden dürfen.
Und es werden immer mehr Kinder werden die in eine Notbetreuung gehen, da immer mehr Berufsgruppen Anspruch haben.
Also ganz so einfach ist so ein Wechselmodell nicht.

Anonym schrieb am 27.04.2020 22:11

Ich habe jetzt den Vorschlag des Lehrerverbandes auf deren Seite in aller Ausführlichkeit gelesen. Ein Punkt fehlt immer und überall: Wie soll das personell gehen?

Die Lehrer, die jetzt nicht unterrichten können, können es doch dann auch nicht.

Das sind laut Tagesthemen von heute 30%.

Da steht, dass bei diesem Vorschlag die Stundenpläne unverändert bleiben könnten und keine Fächer wegfallen müssten.

Hä?!

Ich war nie gut in Mathe, aber ich glaub da hat sich der Chef vom Lehrerverband verrechnet.

Und wohin gehen denn meine Kinder in den Wochen, in denen sie nicht in der Schule sind?

Für mich ist dieser Vorschlag reiner Populismus. Man will was sagen, um zu zeigen, dass man "aktiv" ist. Und das Volk greift begierig danach.

Mir hat heute jemand erzählt, dass seine Firma kurz vor der Insolvenz stehe und es ja unmöglich sei, die Schulen müssten endlich wieder öffnen, so können die Leute ja nicht arbeiten (ich spekuliere mal, dass es zwischen der drohenden Insolvenz und den geschlossenen Schulen eigentlich keinen Zusammenhang gibt). Da ist mir echt der Kragen geplatzt: Ich werde mich nicht verheizen lassen, damit deine Firma nicht pleite geht! So altruistisch bin ich dann auch wieder nicht.

Ich glaube wir sind gerade alle sehr dünnhäutig.

Aber ernsthaft. Ich lasse mich nicht verheizen. Nicht schon wieder. Das ganze System ist immer auf Kante genäht. Wo bleibt eigentlich das viele Geld, das jetzt für die Bildung und Betreuung von Kindern eingesetzt werden kann? Für die Ausstattung von benachteiligten Kindern? Für den raschen Aufbau und die Wartung dieser Technik, anstatt das Lehrer machen zu lassen, die dafür im besten Fall Anrechnungsstunden bekommen, die dann wiederum für den Unterricht fehlen? Ich habe auch jetzt Kollegen, die seit Jahren befristet von Schuljahr zu Schuljahr gekündigt werden, weil es keinen Bedarf gibt und die dann doch immer wieder da sind, weil es ja doch bedarf gibt. Die springen jetzt auch für das System, das sie verhöhnt, in die Bresche. Kommt für die auch noch Geld? Oder gibt es das nur für systemrelevante Bereiche?!

Anonym schrieb am 28.04.2020 17:29

Ohje, ich glaube wir sind noch ganz weit weg von genereller Schulöffnung...
Das zeigt aber auch, wie sehr die sozialen Kontakte auch den älteren Schülern fehlen.

https://m.focus.de/familie/eltern/schulen-in-nrw-wieder-geoeffnet-schon-an-tag-1-beginnt-das-totale-chaos_id_11929849.html

Anonym schrieb am 30.04.2020 14:40

<< Doch, man braucht (zumindest in Grundschulen) zusätzliches Personal. Denn was ist mit den Kindern die auch in der Woche in der sie keinen Unterricht haben in der Notbetreuung sind? In welchem Räumen und mit welchem Lehrer sind die untergebracht?
Und das sind - zumindest hier bei uns in der Region - nicht wenige Kinder.
Wir haben hier (grosse) Kitas, die haben bereits 50 Kinder in der Notbetreuung.
Und dafür werden fast alle Mitarbeiter gebraucht, weil die Kinder ja nur in 5er Gruppen betreut werden dürfen.
Und es werden immer mehr Kinder werden die in eine Notbetreuung gehen, da immer mehr Berufsgruppen Anspruch haben.
Also ganz so einfach ist so ein Wechselmodell nicht. >>

ich habe nicht gesagt, dass es einfach ist. Aber vieles wird mit einem zweiwöchentlichen Wechsel tatsächlich einfacher als mit einem wöchentlichen -- oder sogar täglichen,wie wir es ab nächster Woche haben. Die Betreuung in der Schulpause kann an GT-Schulen ganz oder teilweise vom Ganztagsteam übernommen werden. Einen kompletten Ganztag gibt es eben erstmal nicht. Wir können nicht alles wollen, das hat schon als Kind nicht funktioniert (den Zehner oder's Weckle, sagt man in Baden).

Lola (Profil) schrieb am 30.04.2020 19:43

Einen kompletten Ganztag gibt es eben erstmal nicht.

Und warum nicht?

Henni (Profil) schrieb am 30.04.2020 21:42

Einen kompletten Ganztag gibt es eben erstmal nicht.

Und warum nicht?


Versteh ich auch nicht.
Für die Notbetreuung ist es verpflichtend, Ganztag anzubieten. Alle Schulen sind verpflichtet, die Betreuung für den Zeitrahmen anzubieten, den sie sonst auch geöffnet hätten.
Zumindest hier in RLP.

LG Henni

Anonym schrieb am 30.04.2020 22:36

Von der verpflichtenden Notbetreuung im täglichen Ganztag hab ich bisher nichts gelesen oder gehört. Auch im normalen Betrieb bieten nicht alle Schulen täglichen Ganztag an (unsere zum Beispiel nicht, da ist Mo und Fr kein Ganztag, nur Di bis Do, und bei uns arrangieren sich die Eltern auch).

Ich fände ein zweiwöchentliches Modell jedenfalls sinnvoller, weil man die beiden Gruppen strikt trennen kann und eben die zwei Wochen Quarantäne automatisch mitdenkt. Auch der Gruppenwechsel wäre logistisch einfacher.

Die reine Ganztags-Betreuung (oder eben Halbtag oder Viertage) könnte man auch problemloser in andere Räumlichkeiten verlagern als den Unterrichtsbetrieb. Man braucht keine Tafel, keinen Frontalunterricht usw.

Anonym schrieb am 01.05.2020 06:28

Bei uns sind die Einrichtungen zu den normalen Betriebszeiten geöffnet, gebracht werden dürfen die Kinder aber nur für die tatsächliche Arbeitszeit plus Fahrzeit.

Dennoch ist das alles viel zu kurz gedacht.
Die Anzahl der Kinder, die dadurch nicht an der Schule wäre, wäre gering. Denn viele müssten ja dann dennoch für die 14 Tage in die Notbetreuung, weil sich ja der Anteil der Familien, die wieder am Arbeitsplatz präsent sein müssen, immer weiter erhöht.
Und auch in der Notbetreuung muss die Gruppengröße reduziert werden.Wer soll das dann machen?
Und wer soll in diesem rollierenden System die Stunden von den Lehrern übernehmen, die nicht kommen dürfen?

Anonym schrieb am 01.05.2020 09:10

Dennoch ist das alles viel zu kurz gedacht.
Die Anzahl der Kinder, die dadurch nicht an der Schule wäre, wäre gering. Denn viele müssten ja dann dennoch für die 14 Tage in die Notbetreuung, weil sich ja der Anteil der Familien, die wieder am Arbeitsplatz präsent sein müssen, immer weiter erhöht.
Und auch in der Notbetreuung muss die Gruppengröße reduziert werden.Wer soll das dann machen?
Und wer soll in diesem rollierenden System die Stunden von den Lehrern übernehmen, die nicht kommen dürfen?


Naja, die Notbetreuung sollte das geringste Problem sein, dafür braucht es keinen ausgebildeten Lehrer. Denn wenn da so qualitativer Unterricht gemacht wird, dass ein Lehrer benötigt wird, dann will ich, dass meine Tochter da auch hin darf... Das Problem ist bei diesem System tatsächlich eher, dass die Risikolehrer ersetzt werden müssen im Präsenzbetrieb. Dafür können die ja dann die Risikokinder, die zu Hause bleiben, betreuen über Telefon und Internet.

Aber was wäre die Alternative? Ein komplett neuer Stundenplan mit reduzierten Stunden, damit die vorhandenen Lehrer ausreichen? Das ist ja auch ein organisatorischer Wahnsinn, fürchte ich. Zumal dann ja bei manchen Schulen auch der Transport zur Schule und solche Dinge noch mitbetrachtet werden muss.

Und es muss etwas passieren. Es gibt so viele Eltern, die weder Anspruch auf Notbetreuung noch auf dieses Lohnausfallgeld haben, weil man die Kinder ja "neben" dem HomeOffice so einfach beschulen und bespaßen kann. Diese Familien werden das nicht bis zum Sommer durchhalten, zu Lasten der Kinder und der Eltern. Zumal die Situation nach dem Sommer ja auch nicht wirklich anders sein wird, sind wir mal ehrlich...

akira

Tine (Profil) schrieb am 01.05.2020 11:18

Bei uns in der KiTa sind wir bereits am Limit, was die Notbetreuung angeht. Also vom Personal. Denn wir dürfen ja nur 6 Kinder in einer Gruppe betreuen. Es werden also nahezu alle Kollegen benötigt. Und eine Öffnungszeit von 6:30 Uhr bis 16:30 Uhr muss abgedeckt werden. Die meisten von uns haben einen 32h Vertrag.
Am Montag kommen noch mehr Kinder. Hm...
Ich denke auch, dass das System mit der Notbetreuung nicht mehr lange aufrecht erhalten werden kann.

Anonym schrieb am 01.05.2020 12:01



Naja, die Notbetreuung sollte das geringste Problem sein, dafür braucht es keinen ausgebildeten Lehrer. Denn wenn da so qualitativer Unterricht gemacht wird, dass ein Lehrer benötigt wird, dann will ich, dass meine Tochter da auch hin darf...

akira


So viel ich weiß, wird in der Notbetreuung (Hort) überhaupt kein Unterrichtsmaterial bearbeitet. Es wird so betreut wie in den Ferien. Sicher können Kinder ihren Schulkram machen, aber es wird nicht explizit geholfen.

LG Doro

natascha (Profil) schrieb am 01.05.2020 13:18

Schafe, dass nicht jeder getestet wird, dann wüsste man, wer es unbemerkt oder in leichter Form durchgemacht hat und könnte mit diesen Kindern eine grössere Gruppe aufmachen, wenn man Personal hat, was auch schon durch ist.
Lg Natascha

Anonym schrieb am 01.05.2020 14:42

Womit wir in der Bürokratie-Republik Deutschland wären.
Beispiel hier aus meinem Ort, einzügige Schule mit sehr kleinen Klassen (so dass man sie gar nicht halbieren müsste):

Betreuung unterliegt der Stadt (Schulträger), Hort einem privaten Träger, Unterricht natürlich dem Land.
Deshalb MUSS die Betreuung bisher von Lehrern gemacht werden (weil es Ersatz für Unterricht ist).
Es geht um das liebe Geld!

Beispiel: Familie mit drei Kindern, eines Kindergarten (bietet im Ort keine Notbetreuung an, Kind muss in Nachbarort), ein Kind in der Grundschule (darf vor Ort betreut werden), ein Kind am Gymnasium (muss dann entsprechend dorthin).
Anfrage bei der Stadt, ob nicht alle Kinder in einer Einrichtung betreut werden können - würde ja auch die Infektionsketten verringern - Nein! Es muss alles seine Ordnung haben... Nur aufgrund einer engagierten Kollegin und unzähligen Anrufen wird es am Ende genehmigt. Es wäre nicht an den Kapazitäten gescheitert, die sind vor Ort da, sondern einfach am Prinzip.
Das passiert hier gerade. Keiner denkt mal um die Ecke. Sch*** doch auf Kostenträger, kann man da nur rufen. Aber so weit ist es dann doch noch nicht in Deutschland.

Stundenpläne müssen eh ständig neu gemacht werden, wenn jemand ausfällt. Ich hatte letztes Schuljahr 14 verschiedene Stundenpläne. Man bräuchte halt mal die Rahmenbedingungen und die ändern sich ja selbst jetzt noch täglich. Schon bevor wir angefangen haben (ab Montag dann) habe ich schon die dritte Version des Stundenplans bekommen, weil wieder irgendeine Vorgabe von oben kam, die zu Änderungen führt.
Stellt euch mal vor ich hätte Notbetreuung buchen müssen. Das ist ein absolutes Chaos!

Ich frage mich auch warum ich meine Kinder nicht mit in die Betreuung meiner schule nehmen kann. Auch da scheitert s nicht an den Kapazitäten, sondern daran, dass es ein anderer Landkreis und damit ein anderer Schulträger ist.

Es ist offenbar noch nicht schlimm genug, um sich gedanklich frei zu machen.