"Schulaufgaben :-("

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Anonym schrieb am 04.05.2020 14:28

Schulaufgaben :-(

... vermutlich geht es mir wie vielen Eltern. Ich bin echt langsam am Ende mit meinen Nerven. Es ist so unglaublich schwierig die Kinder zu motivieren ihre Aufgaben zu erledigen und ich habe keine Kraft und Energie mehr. Ich muss weiter zur Arbeit schon die ganze Zeit. Am Anfang ging es noch ganz gut aber es wird mit jedem Tag schwieriger. Die Kleine will überhaupt nichts machen die Große schmiert irgendetwas hin. Inzwischen kommen auch viele Sachen dazu, die in der Schule noch nicht besprochen wurden und man muss es den Kindern erklären und beibringen. Ich kann die Sachen schon aber bin ein unglaublich schlechter Erklärer. Wie macht ihr das so? liebe genervte grüße Eva

Antworten

Anonym schrieb am 04.05.2020 16:13

Hallo Eva,

Wir haben es geschafft in dem Fach, wo es besonders zäh ist und daher viel Streit gab, den Lehrer mit ins Boot zu holen. Mit dem macht sie nun einmal die Woche für eine Stunde oder so eine Videoschalte und die schlimmsten Aufgaben. Das entlastet ungemein. Da würde ich mal nachfragen. Oder hast Du jemanden, der helfen kann, im näheren Umfeld? Eventuell auch mit geschickten Aufgaben und per Videoschalte.

Oder wo sind die Kinder, wenn Du arbeitest? Geht da was? Oder sind sie in der Notbetreuung? Vermutlich arbeitest Du morgens und die Kinder müssen nachmittags lernen? Das ist natürlich immer blöder, wie wenn man es morgens gleich weg hat.

Ansonsten gilt hier das gleiche. Die Motivation und Kraft aller Beteiligten sinkt stetig, zumal bei uns keine Schulrückkehr absehbar ist und die kleineren Geschwister auch alle den ganzen Tag da sind und nur spielen dürfen. Es ist einfach ein unglaublicher Irrglaube, dass Eltern den Schulausfall neben der Arbeit übernehmen können, wenn das sonst ausgebildete Pädagogen in Vollzeit machen.

Mitfühlende Grüße, akira

ChristineT (Profil) schrieb am 04.05.2020 16:55

Liebe Eva,
ich würde mich an den Lehrer/die Lehrerin wenden. Hält die Lehrkraft denn Kontakt zu den Schülern? Telefonisch? Über zoom o.ä.? Wenn nicht, kommt bei den Kindern natürlich schon die Frage auf, für wen sie das eigentlich alles machen sollen...
Ansonsten hilft natürlich Struktur - feste Zeiten, in denen gearbeitet wird. Aber das macht ihr wahrscheinlich sowieso.
LG und alles Gute
Christine

solskinn (Profil) schrieb am 04.05.2020 16:57

Hallo,

vielleicht ist das eine doofe, weil schon lange umgesetzte Idee (vielleicht sogar vom Lehrer?!), aber ich teile meinem Erstklässler, der sich von der Masse der Aufgaben total überfordert fühlt, in Tage ein. Aus der Schule kommt immer, was pro Woche erledigt werden muss. Ich schreibe mit Bleistift auf jede Seite Mo, Di usw. Mein Kind würde auch nie, wenn es mit irgendetwas schnell fertig ist, schon Aufgaben vom nächsten Tag machen. Denn eigentlich will es ja gar nichts machen und das ist halt der Kompromiss. Er schaut dann auch schon, wie viel es morgen ist und stellt sich mental darauf ein.

Ich konnte mit den Lehrern auch ins Gespräch gehen, bei uns gibt es jetzt auch Online-Aufgaben (Anton.app zum Beispiel). Das ist von sich aus schon motivierender.

Meinen eigenen Schülern suche ich immer ein Lernvideo mit raus, das ich verlinke. Und es gibt wirklich für jedes Thema ein Lernvideo. Über welche Klassenstufe und welche Themen reden wir denn?

Mein Großer geht jetzt mehrfach pro Woche zu einem Klassenkamerad, dessen Muttersprache nicht Deutsch ist. Der schafft das einfach nicht mit den Aufgaben, da kann keiner helfen und mein Sohn ist jetzt "Lernpate". Das erhöht jetzt unser individuelles Risiko, aber so ist es halt. Vielleicht geht in die Richtung was?

Ach und noch etwas fällt mir ein: Du könntest auch den eigentlichen Stundenplan hernehmen und die Aufgaben da hinein verteilen. Also wenn Montag zwei Stunden Deutsch auf dem Plan stehen und dann eine Stunde Mathe, dann macht das Kind zwei Aufgaben/Seiten in Deutsch und eine in Mathe. Verstehst du, was ich meine?! Kommt aber natürlich auf die Klassenstufe und die Art der Aufgaben an.

Viele Grüße, solskinn

Gemina (Profil) schrieb am 04.05.2020 17:26

Ich find es auch sehr schwierig. Die Aufgaben kommen unkoordiniert, die Kinder tun sich hier trotz Einteilung in Wochenpläne schwer.
Oft muss was am selben Tag nochhochgeladen werden, dann schmieren sie es nach dem Abendessen och aufs Papier.

Und dauernd die Diskussionen ob der Umfang so ok ist oder ob eine ausführliche Beschreibung tatsächlich mehr wie zwei Sätze sein sollten. Meine sind in der 5. Klasse Realschule. Und da mein Job Systemrelevant ist dürfen sie seit Mittwoch letzte Woche vier mal pro Woche zur Schule in die Notbetreuung. Da können Sie auch Fragen stellen u d bekommen Hilfe.

Ansonsten muss man echt mit den Lehrern kommunizieren. Die machen das auch zum ersten Mal und es gibt keine Richtlinie.... jede Schule macht es anders, hier im Landkreis sind vier verschiedene Onlineprogramme die angewendet werden, alle Lehrer laden unterschiedlich hoch.
Es ist sehr mühsam für alle.

Die Tips die schon kamen hätt ich auch genannt, was anderes weiß ich leider auch nicht mehr
Viel Kraft für euch!

Anonym schrieb am 04.05.2020 18:11

Hier gibt es seitens der Lehrer sehr viel Verständnis, wenn was nicht geschafft wird. In der GRundschule, zweite Klasse, sowieso, aber auch am Gymmi.

Ich habe ja jetzt STunden halbiert, arbeite nur noch 11 Stunden und hoffe, dass es jetzt besser wird, denn auch hier hapert es an der Motivation. Der Mittlere hat kein Konzept, dem drucke ich jetzt alles aus und hefte es in einen "To-Do"-Ordner. Der Große ist frustriert, weil sein kleiner Bruder schon so viele Online-Termine hat (die zu koordinieren ist schon nicht leicht, aber wenn der Große dann auch noch online geht... )

Die Lehrerin der Kleinen macht es super und meine Tochter ist auch sehr motiviert. Allerdings muss ich ihr viel erklären, Malnehmen wurde letzte Woche eingeführt. Die Lehrerin hofft, dass das Teilen dann sie übernehmen kann. Ich glaub da nicht dran.

Gerade geht es etwas, aber generell bin ich auch nicht glücklich...

Lola

Anonym schrieb am 04.05.2020 19:44

Hallo,
vielen Dank für die Antworten.
Die Kinder sind 10J und 8J.
Wir haben schon Strukturen, machen jeden Tag von 8.30Uhr bis 11.30Uhr mit kleinen Pausen. Wir bekommen von der Schule einen Wochenplan und wir besprechen immer am Morgen was wir an diesem Tag machen möchten. Dann machen wir das was wir in der Zeit schaffen. Eventuell wäre es besser sich eine Stoffmenge vorzunehmen? Aber dann ist die große noch weniger sorgfältig wenn sie kein Zeitlimit hat.
Das Problem ist einfach dass den Kinder die Situation sehr zusetzt, die Große ist immer sehr schwer zu Motivieren was für die Schule zu machen, sie ist echt pfiffig aber nur motiviert wenn sie es selbst möchte, was sie nicht will macht sie einfach nicht. Die Kleine vermisst sehr Schule und Freunde. Auch brauchen beide Kinder geregelte Strukturen. Sie möchten immer wissen was geplant ist, wie es weitergeht und das ist ja aktuell schwer zu sagen.
Beide sind gute Schüler und ich kann ihnen schon helfen und die Sachen erklären, das kam vielleicht falsch rüber, ich bin halt keine Lehrerin .... und leider ist Geduld auch nicht meine Stärke. LG Eva

Tiana (Profil) schrieb am 04.05.2020 20:25

Kläre vielleicht mit dem Lehrer wieviel Freiheit sie dir lassen Aufgaben abzuändern. Meine Große (8) hat neben den Aufgaben ihrer Lehrerin die antonapp (die nutzt die Lehrerin zum Einstieg in neue Themen) das macht sie ganz gerne und sie liebt diese stars hefte. Oft macht sie stundenlang etwas selbstgewähltes und dann wenn es wieder gut geht sachen aus der schule. Ich streiche dann nach Rücksprache mit der Lehrerin aufgaben aus dem wochenplan. Anders würde es hier nicht klappen. Ausserdem treffen sie sich virtuell 2 mal die woche über jitsi mit der klasse. Das hilft auch sehr.

Lg

Anonym schrieb am 04.05.2020 23:05

Solidarische Grüße aus der Nähe! Heute waren die letzten Aufgaben des Tages gegen 18 Uhr fertig. Umfang und Schwierigkeitsgrad sind völlig ok, die Motivation und Konzentration aber gleich Null. Hab heute versucht, sie ohne Ablenkung durch Geschwister in einen separaten Raum zu setzen, aber ging auch nicht schneller. Herumblättern im Heft, Kritzeln, hab Hunger, jetzt müde usw.
Erster Lichtblick dann ziemlich spät heute durch Anton-App! Da gibt es für richtig gelöste Aufgaben virtuelle Münzen, mit denen an etwas spielen kann. Hab der Tochter (ja auch 8) dann klargemacht, dass das nur zusätzlich und nicht statt der Aufgaben sein kann. Sie gleich kombiniert : "OK, dann mache ich jetzt das Matheblatt fertig und dann darf ich etwas bei Anton spielen!" Durfte sie dann wegen der Uhrzeit und dem Tagestheater zwar nicht, aber siehe da, in 5 Minuten waren die 28 Geteiltaufgaben fertig und auch fast alle richtig. Halleluja!
Werde aber schon schauen, dass sie bei Anton auch Aufgaben macht, die Sinn machen. Sind auch echt viele für sie zu einfache. Fand sie natürlich toll, mit wenig Aufwand Punkte sammeln. Aber perfekt für uns: Schnelligkeit beim Rechnen trainieren. Wenn ich abfrage absolut keine Chance. Aber wenn damit ein Auto im Wettrennen gegen ein anderes angetrieben wird geht es plötzlich. Mal sehen, wie lange das motiviert.

Ansonsten bin ich auch im Kontakt mit der Lehrerin, die meine Tochter morgen mal anrufen will, um zu fragen, wie es ihr geht.

Gruß, Clarita :-)

Clarita (Profil) schrieb am 04.05.2020 23:06

Virtuelles Treffen gibt es bei uns leider nicht. Würde bestimmt auch was bringen.

solskinn (Profil) schrieb am 04.05.2020 23:10

Hm, ich kann mir vorstellen, dass dieses "wir besprechen, was die Kinder machen möchten" schwierig für sie ist - denn eigentlich wollen sie ja nichts machen und im Grunde "zwingst" du sie ja - was ja auch völlig okay ist. Denn die Aufgaben müssen ja gemacht werden. Nur kann es ja auch sein, dass die Kinder das durchschauen, sie bestimmen eigentlich nichts selbst. Und selbst wenn sie die Möglichkeit hätten es selbst zu bestimmen, müssen sie ja irgendwann dennoch das machen, was sie so gar nicht wollen, und sei es halt am letzten Tag der Woche. Verstehst du, was ich meine?!
Deshalb bin ich auch von diesem morgendlichen "Wir schauen mal" weggekommen und ich (!) teile das Tagespensum ein. Ich zähle halt durch, wie viele Seiten gibt es in Mathe, in Deutsch usw. Und teile das dann auf die Wochentage auf. Dabei versuche ich im Blick zu haben, wenn wir einen Termin haben, dann ist es halt mal eine Seite weniger, oder wenn ich arbeiten bin, dann wird nichts Neues eingeführt. Jetzt diese Woche sind es in jedem Hauptfach jeweils acht Seiten, ich verteile auf Montag bis Freitag und dann ist es total vorhersehbar für das Kind. Heute hat er gesagt (als ich von der Arbeit kam), dass er heute zwei Seiten in Deutsch hatte, aber morgen dann nur eine, das findet er gut. In diesen Zusatzheften, die wir kriegen, macht er eine Seite pro Tag. Das ist für mich völlig in Ordnung.

(Bei meinem Drittklässler habe ich das gegenteilige Problem, der kriegt die Aufgaben, hockt sich sofort hin und macht und ist nach drei Tagen mit dem Stoff für zwei Wochen fertig und langweilt sich dann und verlangt nach Beschäftigung. Jetzt endlich sind auch freiwillige Projekte mit drin. So soll er mit mir einen Kuchen backen und dann eine Vorgangsbeschreibung verfassen. Für so etwas ist er Feuer und Flamme.
Ich glaube es ist für uns alle jetzt auch Lernzeit.)

Merle (Profil) schrieb am 05.05.2020 09:12

Je nach Kind ist es hier auch sehr zäh.
Meine Tochter in der 8. ist total strebsam, mein 3.Klässler macht die Sachen zuverlässig.
Klar kommen immer mal wieder neue Sachen dazu und man muss erklären. Eigentlich sitzt einer von uns Erwachsenen mindestens 1 Std. täglich daneben (bei den Buben 3. und 6. Klasse). Nur mein 6.Klässler ist oberfaul und würde nichts machen, wenn man nicht hinterher wäre. Das ist super anstrengend. Er hat null Motivation (ist übrigens auch in der Schule so) und schreit oft rum oder beschimpft mich wenn ich Fragen stelle *oooohhhmoooohhhm.
Mein Mann macht Homeoffice

Anonym schrieb am 05.05.2020 11:09

Also ich muss sagen, dass es seit nach den Osterferien sehr Laissez-faire bei uns läuft. Alles kann, nix muss. Und ich "rechne" alles ab, auch was nicht auf dem Lehrplan steht. Hundespaziergänge, Tiktok-Tänze und Trampolinspringen als Sporteinheit, Geige üben als Musikeinheit, Malen als Kunsteinheit, Kochen/Backen als GU etc.

Nach dem Schulstart müssen eh alle Kinder wieder auf einen Stand gebracht werden. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es die Halbjahresinformation dann als End-Zeugnis geben. Anders wird es gar nicht möglich sein.
Ich habe ein schlaues Kind und traue ihr zu, dass sie das Versäumte im gemeinsamen Unterricht schnell nachholen wird.
Was ich im Moment gar nicht brauche ist Druck und Streit.
LG Doro
P.S. Ein großer Vorteil der aktuellen Lage ist, dass das Kind sich unheimlich auf den Schulstart freut ;o)

Elisamama (Profil) schrieb am 05.05.2020 12:55

Bei uns läuft es auch nicht so super. Die 5. Klässlerin macht noch relativ bereitwillig ihre Aufgaben, aber mein 2. Klässler weigert sich inzwischen vehement. Die Lehrerinnen haben schon konkrete Tagespläne geschrieben und alles sehr gut strukturiert, aber er will einfach nicht. Er hat jetzt schon eine Woche nichts gemacht. Mich beunruhigt das zwar auch etwas, aber auf der anderen Seite gehe ich auch innerlich etwas in den Widerstand, weil die Verantwortung für die Beschulung auf die Eltern abgewälzt wurde. Von rechtswegen muss ich mein Kind nicht beschulen, denn Beschulung darf eigentlich nur in einem Schulhaus durch geschulte Pädagogen erfolgen. Deswegen tue ich mich auch schwer, deswegen den Familienfrieden aufs Spiel zu setzen.

Ich habe auch noch einen Blogartikel verlinkt. Mich er ein Stück weit beruhigt.

https://franziskaklinkigt.blogspot.com/2020/04/warum-homeschooling-in-zeiten-von.html?m=1

Anonym schrieb am 05.05.2020 19:44

Es beruhigt mich ein bisschen, dass es nicht nur uns so geht. Ich war echt gestern an einem Punkt wo ich zu meinem Mann gesagt habe: "ich kann nicht mehr dann machen sie halt einfach keine Aufgaben mehr". Mir geht es wie Doro Streit und schlechte Stimmung machen meine Nerven echt nicht mehr mit. Heute war ich Arbeiten und mein Mann zu Hause da er einen Arzttermin hatte, da lief es wohl recht harmonisch ... morgen machen wir erst mal ein kleines Programm und dann ne Wanderung mit Picknick. Anton haben wir auch vor den Ferien öfter mal genutzt, da hat leider nur die Lehrerin der großen was reingestellt, aber ich sollte die Lehrerin der Kleinen wohl auch bitten das zu machen. Telefonieren mit der Lehrerin hört sich auch gut an, vielleicht würde das helfen. Ab nächster Woche versuche ich einfach mal die Aufgaben nach Tagen schon im Vorfeld einzuteilen. Einen Versuch ist es wert. Es gibt halt auch wegen jeder Kleinigkeit Streit, helfe ich dem einen Kind brüllt das Andere. Dann renne ich nur hin und her. Setzte ich sie einen einen Raum quasseln sie die ganze Zeit oder Streiten, die Große will helfen, die Kleine keine Hilfe von der Schwester ... und so geht das immerzu ..
Jetzt stricke ich erst mal noch ne Runde und überlege mir was ich zum Picknick mitnehme. LG Eva

Anonym schrieb am 05.05.2020 23:15

Bei Anton hat bei uns auch nicht die Lehrerin etwas reingestellt. Wir haben uns einfach so angemeldet und ich suche passende Aufgaben aus. Bisher nur Mathe Einmaleins und Geteiltaufgaben.
Ist ja ein Witz, dass ihr die Aufgaben verteilen müsst. Wir haben einen genauen Plan für jeden Tag.
Heute war es schonmal etwas besser. Ginge sicher noch flotter, aber immerhin. Schwierig ist auch immer der Wiedereinstieg nach dem zweiten Frühstück. Immerhin durfte sie dann auch mal saß bei Anton spielen. Habe gezielt die Einmaleins-Reihen üben lassen, bei denen sie bei den Geteiltaufgaben Probleme hatte. Und der Vorschüler-Bruder, der ihr die ganze Zeit am Laptop zusah, hat ihr dann mit dem Lösen der Aufgaben zur 1er und 10er-Reihe weitere Punkte erzielt. Ansonsten langweilt er sich zusehends, wenn sie stundenlang an ihren Aufgaben sitzt. Dafür hat er heute zum ersten Mal bei ihrem Sportprogramm des Turnvereins (ausgeklügelt wechselnde Übungen alle 2 Tage) mitgemacht.
Clarita

Cathrin (Profil) schrieb am 06.05.2020 00:06

Hier ist es eher durchwachsen. die Großen (10. Klasse Gym) bekommen ihre Aufgaben über Moodle (Lernplattform), teilweise muss wieder abgegeben werden was für Mathe erstmal Einscannen der fertig gerechneten Aufgaben bedeutet, bei den anderen Fächern sind es dann E-Mails mit den computergeschriebenen Ergebnissen als Anhang. Nicht alle Lehrer kennen sich mit der Benutzung der Plattform aus, ein Lehrer schreibt die Aufgaben ins Forum, wo sie unter hundertdrölfzig anderen Beiträgen untergehen und wundert sich, dass nur die Hälfte der Klasse halbwegs pünktlich abgegeben hat. Es werden auch neue Themen begonnen / erarbeitet, was für die Jungs aber ok ist und bisher lief das ohne Erklärungsbedarf / Rückfragen ab.
Bei der Viertklässlerin ganz anders. Aufgaben wurden in Form von kopierten Blättern an der Schultür zum Abholen bereitgestellt, die ersten Aufgaben mussten wieder abgegeben werden, die aktuellen nicht mehr. Wohlgemerkt, alles reine Wiederholungsaufgaben, da den Eltern (!) laut Schule und Elternsprecherin nicht zuzumuten sei, neue Themen zu erlernen. Fordert man das Kind auf, doch trotzdem mal ein paar Seiten im Mathebuch weiterzumachen, um den Anschluss fürs kommende Schuljahr nicht zu verpassen, gibt es Tränen aus Angst, sie könnte Ärger mit der Klassenlehrerin bekommen wenn sie schon weiter vorgearbeitet hat. Gleichzeitig ist sie aber auch frustriert, dass sie pro kopiertem Blatt fünfzig baugleiche Rechenaufgaben ausrechnen und hinschreiben soll, wo sie doch schon nach fünf Aufgaben den Sinn verstanden hat - ich muss sie aktiv an die Aufgaben erinnern und auch tageweise einteilen, selbst wenn zeit ist weigert sie sich vorzuarbeiten, auch wenn sie dann früher fertig wäre...
Donnerstag soll die Schule wieder beginnen, ein Tag pro Woche, damit die Klassenstufen einzeln unterrichtet werden, jede Klasse nochmal in zwei getrennten Gruppen. Macht noch insgesamt acht Unterrichtstage bis zu den Sommerferien. Englisch, Sport, Kunst, Musik und Reli sollen überhaupt nicht mehr unterrichtet werden, nur Mathe, Deutsch und Sachunterricht mit zusammen vier Unterrichtsstunden pro Tag. Und in der Zeit soll der restliche noch fehlende Stoff erarbeitet werden, den die Eltern zuhause nicht anfangen dürfen. Ernsthaft??
Sie wird das hoffentlich aufholen in der neuen Schule, sie freut sich darauf, sie ist auch fleißig sonst, aber im Moment ist es sehr zäh.
Sämtliche DIY Projekte die mir einfielen, haben wir durch, sie hat sich selbst Masken genäht, ein Lätzchen für ihren im Juli erwarteten Bruder, Kuchen backen konnte sie vorher schon, wir haben den Ranzen für die neue Schule gekauft, das Etui mit Nagellack-Batik-verzierten Buntstiften bestückt, aus alten Wachsresten und Papierwolle ausm Aktenvernichter Kaminanzünder für Stiefpapa gebastelt und so weiter...
ich fühle also mit euch allen, ich tröste mich damit dass es auf keinen Fall verlorene Zeit ist. Was sie jetzt nicht für die Schule lernen, das gewinnen sie an Lebenserfahrung (wir haben nie soviel über Politik und Wissenschaft diskutiert wie jetzt, sowohl mit den Großen als auch mit der Kleinen).

Anonym schrieb am 06.05.2020 07:13

Hier ging es bisher ganz gut. Wir bekommen sowohl für Deutsch wie auch Mathe Zettel mit festem Wochen bzw Tagesplan. Die Deutschlehrerin ist die Klassenlehrerin und war vorher an einer freien Schule - das strömt sie aus jeder Pore aus und passt für uns prima (da gehört dann unter die schön gestaltet und liebevoll aufgebauten "normalen" Aufgaben eben auch sie anzurufen und einen Witz zu erzählen und auch 10 min Anton App). Bei Mathe war es vorgestern sehr haarig - wobei ich den Lehrer aber auch sehr mag nur die Schere in der Klasse (2.) seeeehr weit auseinandergeht, meine Tochter gallopiert mit 2 anderen Kindern weeeeit vor (und da noch mit Abstand davor...) und einige kommen gar nicht gut zurecht. Als sie vorgestern dann quasi nur Sternenhaufen zeichnen musste um das 1x5 zu begreifen war sie total genervt - wirklich seeeeeitenweise! Leider habe ich da dann auch nicht viel geduld und wir haben hübsch gestritten. Beschlossen haben wir zum Schluß, dass gemacht werden muss was gemacht werden muss, es ohne Streit mehr Spaß macht und wenn es zu "lahm" ist von mir gestrichen wird. Ich bin Mama, nicht Lehrerin und die Zeit ohne Freunde so auch schon schwer genug. Gestern lief es dann wieder gut und heute ist Papa dran (der ist zwar Lehrer aber zuhause eben nicht!!), ich radel jetzt nämlich zur Arbeit - Abwechslung tut auch gut.
Habt einen schönen Tag, liebe Grüße schneckmeck

schneckmeck (Profil) schrieb am 06.05.2020 07:17

...sie hat sowohl Multipliezieren wie auch Dividieren schon längst drin. Nicht zum angeben sondern fürs Verständnis warum sie keine Sternenhaufen malen mag :-D

Anonym schrieb am 06.05.2020 08:48

@Clarita
bei uns hat der Mathelehrer für die ersten drei Wochen als Aufgabe gegeben: druckt einfach 30 Blätter aus dem Internet mit Aufgaben die wir schon können und macht die .... Whaaaattt????

Beim nächsten Aufgabenpack hat er dann (weil wir uns beschwert haben ) geschrieben Buch S.20-30 wenn ihr was nicht versteht schaut lehrer Schmidt auf YouTube ....

Ich bin somit schon fast froh wenn es einen vernünftigen Wochenplan gibt.

Eva

ConnyH (Profil) schrieb am 06.05.2020 12:56

Ich finde, jetzt wird es für uns Eltern nochmal transparenter:
wer vorher schon einen miesen (analogen) Unterricht gemacht hat, wird mit der Digitalisierung auch nicht besser...:[

Hier gibt es auch die ganze Bandbreite der Aufgaben, von gut überlegt und recherchiert bis hin zu schlecht gescannt und seitenweise, Hauptsache beschäftigt.

Bleibt tapfer!

LG
ConnyH