"Oma oder so ähnlich "

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Anonym schrieb am 05.05.2020 17:19

Oma oder so ähnlich

Ich muss mal Gedanken sortieren. Und ich hab keinen zum Reden.
Ich werde Oma.
Ja.
Also nein.
Meine Große ist schwanger. Hat grade gebeichtet. Weihnachten wäre Termin.
Sie will es nicht bekommen.
Bei der Beratung war sie schon.
Schein hat sie.

Baby ist gesund. Herz schlägt.

Ich weiß grade nicht, wie ich ihr das helfen kann. Ich liebe sie, egal welcher Weg der ihre wird, hab ich gesagt.

Keine Ahnung. Ich bin so hilflos. Es tut mir so leid, für sie. Diese Erfahrung.
Wie kann ich sie da trösten?
Und wie kann ich das los lassen? Ich bin natürlich FÜR Babys. Sie schafft das auch. Wir schaffen das.
Aber sie will nicht. Und es ist ihr Leben.
Ganz allein ihr Leben.

Ich bin so leer im Kopf.
Es ist grad eh alles so viel.

Nachti***


Antworten

ConnyH (Profil) schrieb am 05.05.2020 18:33

Liebe Na***,

ich weiss gerade auch gar nicht, was ich sagen soll, wollte nur nicht einfach so aus dem Thread verschwinden...oh mann.

Ich lass euch einfach 'ne Umarmung da, oder einen Keks, oder 'ne Schoki...nehmt euch, was ihr braucht.


LG ConnyH

Anonym schrieb am 05.05.2020 18:38

Leider hab ich keinen Rat für dich. Einr Umarmung umd ein Gebet, wenn ich darf.


Du kannst mega stolz auf deine Tochter sein, sie hat das alles alleine geregelt.
Sie hat für sich entschieden, für sich einen Beratungstermin gemacht jnd ist für sich dort hin.
Das würde ich meiner Tochter sagen, wie mutig und wie organisiert sie ist.
Klar kann ich das rational so sagen, wenn ich nicht in der Situation stecke.

Du wolltest ja Gedanken von uns.
Sie hat wohl Zukunftspläne, wo eben noch kein Kind rein passt. Darüber reden.
Da sein, einfach da sein.
Versuchen zu verstehen,

Mir würde es auch das Herz schwer werden wegen dem Menschlein.
Aber es ist ihre Entscheidung.

Liebe Grüsse Natascha

Anonym schrieb am 05.05.2020 18:38

Leider hab ich keinen Rat für dich. Einr Umarmung umd ein Gebet, wenn ich darf.


Du kannst mega stolz auf deine Tochter sein, sie hat das alles alleine geregelt.
Sie hat für sich entschieden, für sich einen Beratungstermin gemacht jnd ist für sich dort hin.
Das würde ich meiner Tochter sagen, wie mutig und wie organisiert sie ist.
Klar kann ich das rational so sagen, wenn ich nicht in der Situation stecke.

Du wolltest ja Gedanken von uns.
Sie hat wohl Zukunftspläne, wo eben noch kein Kind rein passt. Darüber reden.
Da sein, einfach da sein.
Versuchen zu verstehen,

Mir würde es auch das Herz schwer werden wegen dem Menschlein.
Aber es ist ihre Entscheidung.

Liebe Grüsse Natascha

Flaps (Profil) schrieb am 05.05.2020 19:12

Liebe Nach...

ich möchte nicht einfach wegklicken aus diesem Thread.
Dir tröstende Worte geben kann ich vermutlich kaum war ich doch bis jetzt nicht in so einer Situation - weder dass ich eines der Kinder nicht bekommen wollte noch dass ich Oma wurde.

Habe auch nicht gelesen, was hier schon geschrieben wurde.

Ich möchte dir kurz mein Bauchgefühl/ meine ersten Gedanken da lassen:
Deine Tochter ist echt verantwortungsvoll und mega selbstständig wenn sie sich selber damit auseinander setzt, und selber einen Beratungstermin vereinbart hat und auch dort war. Da hast du echt tolle liebevoller und aufrichtige Erziehungsarbeit geleistet. Wow!
Ja, das ist vielleicht nicht angebracht dass du ein Lob bekommst wirst du denken aber ich finde es genau richtig und wichtig damit du gestärkt wirst.

Und sie hat Vertrauen in dich, dass sie es dir erzählt hat. Das ist ein großes Geschenk.

Ich glaube du kannst nur da sein, eine Hand und eine Schulter anbieten und mit ihr versuchen zu schweigen und zu reden.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du das was du schreibst ihr auch rüber transportieren kannst. Dass sie spürt, egal wie sie sich entscheidet, sie ist geliebt. Denn ich bin beeindruckt, dass du es so formulieren kannst obwohl es sicher nicht dein Weg ist, denn du einschlagen würdest.


Ich werde euch in meine Gebete mit einschließen.

Alles Liebe euch und halte uns auf dem Laufenden ja?!

Flaps

akira (Profil) schrieb am 05.05.2020 19:15

Oh je. Mir blutet da ja auch das Herz ob des kleinen Menschleins...

Vor allem aber würde ich jetzt sicher stellen, dass es wirklich ihr Wunsch ist und sie das nicht in absehbarer Zeit bereut. So sicher man das eben herausfinden kann. Eben warum sie sich so entschieden hat und ob es nicht doch auch einen Wunsch gibt, das Kind zu behalten. Ich habe mal gelesen, dass viele Frauen sich aus Zweifeln gegen ein Kind entscheiden und sich oft noch umstimmen lassen, wenn sie Wege aufgezeigt bekommen, die sie selbst nicht sehen.

Aber das nicht nur des Babys wegen, sondern vor allem wegen Deiner Tochter. Sie muss das ja auch durchstehen und ihr restliches Leben damit umgehen können.

Alles Gute euch.

Anonym schrieb am 05.05.2020 21:07

Ich stimme den anderen voll zu. Toll, wie deine Tochter und du miteinander und stark durchs Leben gehen. Und ja, mir täte es auch weh um das kleine Menschlein.

Aber ich kenne aus dem engen Umfeld auch eine ähnliche Geschichte, die nicht gut läuft und sehe deshalb die Entscheidung deiner Tochter vielleicht in etwas anderem Licht, als viele hier:

Junges Mädchen wird mit 15 schwanger. Als sie es endlich beichtet, ist es für Entscheidungen zu spät. Das Kind bekommt sie mit 16. Die ersten Lebensjahre verbringt sie mit der Kleinen bei der Mutter (Oma), die sich hauptsächlich um das Kind kümmert. Dann kommt die Ausbildung, sie heiratet (nicht den Vater des Kindes), zieht weg. Das Kind zieht mit, aber sie hat es nie wirklich verwunden, dass ihr das Kind "einen Teil der Jugend gestohlen hat". Auch wenn die Grundversorgung stimmt, sie kümmert sich nie wirklich fürsorglich und empatisch. Der Stiefvater übernimmt viel Sorgearbeit und es kommt ein (Halb)geschwisterchen. Dann will die Mutter ihre verpasste Jugend nachholen und trennt sich vom Stiefvater. Das Halbgeschwisterchen bleibt beim Stiefvater, das Kind zieht mit der Mutter aus, die sich nun wieder alleine mehr oder weniger kümmert. Wie das derzeit mit Homeschooling etc. läuft, möchte ich mir gar nicht vorstellen, bei einem Kind, dass ohnehin kein Überflieger in der Schule ist.

Ich bin sehr, sehr froh, dass ich weiß, dass das Kind eine verlässliche Bezugsperson außerhalb der Familie hat, die es normalerweise regelmäßig alle paar Wochen besucht (im Moment leider nicht möglich) und die ein offenes Ohr für alle ihre Sorgen hat.

Ich möchte auch nicht sagen, dass das Kind besser nicht geboren wäre, nein, sie ist ein ganz tolles Mädchen. Aber sie hat mit ihren nicht einmal 9 Jahren schon eine ganze Menge Unschönes erlebt und ein nicht eben kleines Päckchen zu tragen, obwohl ihre Mutter nicht aus zerrütteten Familienverhältnissen stammt und die Oma durchaus ihren Beitrag leistet/geleistet hat.

Ich denke, es gibt kein Richtig und kein Falsch in dieser Situation und es wird immer ein "was wäre gewesen wenn" mitschwingen für das weitere Leben. Und alles, was du tun kannst, ist zu versuchen, die Entscheidung deiner Tochter wirklich aufrichtig zu akzeptieren und ihr so den Rücken zu stärken.

Ich wünsche euch beiden ganz viel Kraft.

Ano (wegen eines ganz tollen Mädchens)

Anonym schrieb am 05.05.2020 23:28

Du Liebe,

raten kann ich dir nix. Die Gedanken aller meiner Vorschreiberinnen finde ich gut.

Ich bin ohne abgeschlossene Ausbildung, frisch verliebt schwanger geworden. Mir wurde von Familienseite aus Vernunftsgründen eine Abtreibung versucht einzureden. Mein Herz hat NEIN gebrüllt. Mein Verstand war aus. Nun ja, jetzt ist das Kindelein 15, hat zwei kleine Geschwister, der Papa ist mein Ehemann, wir sind glücklich und zufrieden.
_Nur_ meine Ausbildung ist noch in der Mache.
Und meine Freiheiten, die ich nicht hatte, kann ich hintendranhängen oder Oma und Opa passen auf oder Babysitter oder Papa mit getrenntem Ausgang.

Ich drücke deiner Tochter, dem Papa, dir und allen anderen, die dicht dran sind ganz doll die Daumen!

Anonym schrieb am 05.05.2020 23:54

Mein Kopf sagt mir das, was die Vorschreiberinnen sagten. Deine Tochter ist verantwortungsvoll und weiß genau was sie will. Wendet sie sich auch an dich weil sie deinen Rat hören will?
Hat sie einen festen Freund?

Mein Bauch brüll laut, dass das so gemein ist. Ich kann schon seit ein paar Jahren wegen Krebs keine Kinder mehr bekommen. Andere werden schwanger und wollen das Kind nicht. Ich würde es liebend gerne nehmen.

Egal wie sich deine Tochter entscheidet: Dieses Erlebnis wird sie ein Leben lang begleiten.
Schön, dass du sie liebst ohne Wenn und Aber.

Anonym schrieb am 06.05.2020 10:49

Schwierige Situation.
Wenn es mich betreffen würde, wäre wohl meine Aufgabe, neutral zu bleiben. Natürlich ist das sauschwer, aber deine Tochter ist erwachsen und darf, ja muss sogar solche Entscheidungen selbst treffen.
Die Hauptaufgabe ist wohl, wie immer im Leben ;o), das Loslassen. Das können wir alle schlecht. Aber der Tod gehört zum Leben dazu, auch wenn es das ungeborene Leben ist.
Letzten Endes kannst du nur für sie da sein. "Einfach" nur da sein.
LG

Anonym schrieb am 06.05.2020 10:53

Ich muss mal Gedanken sortieren. Und ich hab keinen zum Reden.
Ich werde Oma.
Ja.
Also nein.


Vielleicht ist es beim Loslassen hilfreich, sich nicht in das "ich werde Oma"-Gefühl einzufühlen. Denn, ich formuliere es mal klar: du wirst nicht Oma. Also dieses Mal nicht. Irgendwann, wenn die Umstände passender sind, sicherlich schon.

Nachtkatze (Profil) schrieb am 06.05.2020 15:12

So. Die Eltern von dem Jungen finden das alles ganz lustig. IHR Sohn ist nicht der Vater, ganz sicher nicht. Meine Tochter hätte ja mit jedem und überall (Unsinn, ist ein ganz schüchternes Kind, 1. Freund, ganz sicher ist er der Vater. Es war klar, dass sie nicht verhütet, ER hat mit den Kondomen irgendwie Mist gemacht...ist ja auch egal. Aber SIE badet es jetzt aus.

Ich rege mich grade wahnsinnig auf.

(Termin steht, ist aber erst in 14 Tagen, Kind hat also noch Zeit es in Ruhe zu überlegen, das war mir wichtig.)

natascha (Profil) schrieb am 06.05.2020 15:16

Das ust oft so....aus diesem Hrund wurde der Vaterschaftstest erfunden.


Echt zum ko....n
Und selbst wenn sie nicht schüchtern sondern ganz aufgeschlossen ist/ wäre.
Das ist ja ne Hammer Behauptung.
Und so entstehen respektlose Männer..


Ich versteh deine Wut.
Ihr macht das schon

Lg Natascha

akira (Profil) schrieb am 06.05.2020 16:11

So. Die Eltern von dem Jungen finden das alles ganz lustig. IHR Sohn ist nicht der Vater, ganz sicher nicht. Meine Tochter hätte ja mit jedem und überall (Unsinn, ist ein ganz schüchternes Kind, 1. Freund, ganz sicher ist er der Vater. Es war klar, dass sie nicht verhütet, ER hat mit den Kondomen irgendwie Mist gemacht...ist ja auch egal. Aber SIE badet es jetzt aus.

Ich rege mich grade wahnsinnig auf.

(Termin steht, ist aber erst in 14 Tagen, Kind hat also noch Zeit es in Ruhe zu überlegen, das war mir wichtig.)



Och nee, das darf ja wirklich nicht sein... Dass es immer wieder solche Leute gibt, unglaublich! Dass man ein anderes Kind so in den Dreck ziehen kann, nur, um das eigene besser dastehen zu lassen. Ich hoffe, Du kannst das wenigstens von Deiner Tochter etwas fernhalten. Wobei, die Beziehung ist damit ja auch gelaufen. Aber vielleicht bekommt sie wenigstens nicht alles mit, was die Leute da von sich geben.

Das mit dem Termin hast Du gut gemacht. So eine Entscheidung will in Ruhe überdacht werden, damit sie auch möglichst sicher dahinter stehen kann.

Alles Gute euch!

ConnyH (Profil) schrieb am 06.05.2020 17:18

Ach K***...solche Sprüche und solche Leute braucht man jetzt gerade mal so gar nicht! K*tz.

Ich finde es großartig, wie du deiner Tochter beistehen kannst, ihr seid ein Power-Gespann. Weiterhin viel Kraft!

*Einen Schokikuchen rüberschieb*

LG ConnyH

Anonym schrieb am 06.05.2020 18:08

Wir sitzen im fast selben Boot!!!

Hallo!
Auch ich werde Oma - tatsächlich - im August. Völlig ungeplant, Tochter im 1. Ausbildungsjahr, der Vater des Kindes zwar älter, aber nach 2 Wochen Bekanntschaft war das natürlich alles andere als gewollt. Trotzdem - das Kind darf auf diese Welt kommen und wir werden es liebend gerne annehmen, trotz aller widrigen Umstände. Tochter ist und war hin- und hergerissen, aber wo 4 Kinder aufwachsen hat auch noch ein weiteres unschuldiges Menschlein Platz.
Dieser Vorgang hat seine Zeit gebraucht und der Entschluß stand dann fest, natürlich muss ich mich viel um den Neuzugang kümmern, da sie die Ausbildung weder unter- noch abbrechen möchte, auch das wird sich finden (obwohl ich mir ehrlich gesagt zeitlich auch so meine Pläne gemacht habe, bin schon über 50 Jahre alt).
Na ja, vielleicht hat Deine Tochter ihre Entscheidung in der ersten Panik getroffen (kann ich schon nachvollziehen) - ich hoffe sehr, dass sie noch umschwenkt - mir tut es um jedes Baby leid auch wenn es nicht leicht wird, findet sich doch immer ein Weg und sie hat ja familiäre Unterstützung, was sehr wichtig ist.
Die Eltern des Jungen finde ich total daneben, sind die auf Schritt und Tritt dabei, um so genau zu wissen, dass ihr Sohn "sowas" nicht macht??? Ist ja wie im 19. Jh!!!
Alles Gute und liebe mitfühlende Grüße
Ano A

Anonym schrieb am 06.05.2020 18:24

So. Die Eltern von dem Jungen finden das alles ganz lustig. IHR Sohn ist nicht der Vater, ganz sicher nicht. Meine Tochter hätte ja mit jedem und überall (Unsinn, ist ein ganz schüchternes Kind, 1. Freund, ganz sicher ist er der Vater. Es war klar, dass sie nicht verhütet, ER hat mit den Kondomen irgendwie Mist gemacht...ist ja auch egal. Aber SIE badet es jetzt aus.

Ich rege mich grade wahnsinnig auf.

(Termin steht, ist aber erst in 14 Tagen, Kind hat also noch Zeit es in Ruhe zu überlegen, das war mir wichtig.)



Was sagt denn ihr Freund dazu? Also zum Baby, nicht zum Verhalten seiner Eltern ;o)
LG Doro

Anonym schrieb am 06.05.2020 19:25



(Termin steht, ist aber erst in 14 Tagen, Kind hat also noch Zeit es in Ruhe zu überlegen, das war mir wichtig.)



das ist Gesetz, 2 Wochen mind. zwischen Beratungsgespräch und Termin in der Klinik, deshalb muss sich Frau ja auch so beeilen, war mir damals nicht so bewusst.
Ich hab mit 20 abgetrieben. Für mich gab es damals keinen anderen Ausweg, auch heute nicht, ich hab es nicht bereut, war damals aber auch in einer schwierigen Situation und hab kein gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Ich hab es damals nur dem werdenden Vater (Exfreund 25 J.) gesagt, war sehr erleichtert, das er seine Meinung dazu nicht kund getan hat. Hatte immer extreme Angst vor Verurteilung, die Scham war enorm bei mir; auch heute noch. Er hat nur gesagt, wenn du es nicht möchtest, dann ist das ok so. Immerhin hat er mir geholfen zwecks Fahrt. Denn wenn die Klinik weiter weg ist, was bei mir der Fall war, braucht man eine Begleitperson. Ein Freund, des Exfreundes hat mich hingefahren und auch zurück und dort auf mich gewartet (über 2 Std.). Komisch, kann mich gar nicht an den Namen des Freundes erinnern (kannte ihn auch gar nicht), weiss nur noch wie er aussah und er war so furchtbar lieb und einfühlsam, das war es auch, was ich gebraucht hatte. Ausser den beiden Personen und meinem Mann, hab ich nie jemanden davon erzählt, wie gesagt die Scham :-(
Im Nachhinein hab ich die Situation eigentlich recht gut verkraftet. Mir fehlt nix. Wer vielleicht schöner gewesen, wenn ich mich jemanden anvertrauen hätte können, aber kann man halt auch nicht ändern. Lediglich bei meiner ersten Wunschschwangerschaft kams wieder in mir hoch. Hatte zeitweise Ängste dieses Kind so als Strafe zu verlieren, ich bin sehr gläubig.
Falls du dazu noch Fragen hättest oder deine Tochter, vielleicht kann ich weiterhelfen. Liegt allerdings schon fast 20 Jahre zurück, glaub aber nicht das sich da so viel verändert hat.

laliya (Profil) schrieb am 07.05.2020 10:30

Was für eine Situation. Meine Töchter sind noch kleiner, aber wenn ich mir eines wünsche: dass sie Vertrauen zu mir haben, wenn ihre Welt zusammenbricht.

Ich musste bei deiner Schilderung sofort an den "Zeugnistag" von Reinhard Mey denken: "Ich weiß nur eins, ich wünsche allen Kindern auf der Welt, und nicht zuletzt ntürlich dir, mein Kind: Wenn's brenzlig wird, wenn's schiefgeht, wenn die Wellt zusammenfällt, Eltern, die aus diesem Holze sind, Eltern, die aus diesem Holze sind."

Sei bei ihr, steh zu ihr, gegen alle Anfeindungen, gegen alle Selbstzweifel. So dass sie später - vielleicht - sagt: Es war eine schwere Situation, aber meine Mutter hat immer zu mir gehalten.

Alles Liebe!

schokine2008 (Profil) schrieb am 07.05.2020 16:14

Ich wüsste auch nicht, ob ich damit so gut klarkommen würde. Bei deinen Schilderungen, dass sie alles selbst so gut organisiert hat, kam mir der Gedanke, dass sie dann sicher auch das mit dem Baby super hinbekommen würde. Ich hatte mal eine Auszubildende, die mit 17 Mutter wurde, die hat das super geschafft und auch jetzt ein tolles Verhältnis zu ihrer inzwischen Teenietochter. Wenn ich aber von mir selbst ausgehe, wenn es mir als junges Mädchen passiert wäre, hätte ich mich evtl auch dagegen entschieden, da ich auf keinen Fall wollte, dass man über mich redet. Und die Reaktion dieser anderen Eltern geht ja in die Richtung. Aus deinen Worten klingt Liebe und kein bisschen "was werden die Leute sagen". Ich wünsche dir alles Gute und ein Ja zu der Entscheidung, egal wie sie ausfällt.

Nachtkatze (Profil) schrieb am 11.05.2020 16:16

Hier wäre es praktisch auch kein echtes Problem. Das jüngste Geschwister-Kind ist kanpp ein Jahr, wir haben alles hier. Sie könnte ganz locker ein Jahr Elternzeit machen und dann wieder anfangen, wir würden den Krümmel schon groß bekommen. Klar. Jedes Leben ist wertvoll.
Aber sie denkt da anders: Der Junge ist nicht der Mann fürs Leben. Wenn sie nen dicken Bauch bekommt, findet er sicher ne andere, und dann sitzt sie da, mit dem Baby...sie möchte schon Kinder, aber nicht jetzt. Und sie will sich nicht ein Leben lang fragen, wie es gelaufen wäre, ohne Kinder...
Sie kennt den Alltag zwischen Kind und Job. Sie weiß, was das bedeutet. Und sie möchte nicht so leben (wie ich es getan habe).

Ich habe auch sehr jung Kinder bekommen und im Studium großgezogen. Und ich denke heute oft, so ein bisschen Jugend wäre schon schön gewesen. Doch. Mal so ganz unbeschwert sein...Klamotten kaufen! Für MICH! Einfach so! Ein Traum! Aber Kinder sind auch toll. Für mich war es keine Frage, ob ich eben dieses Mädchen bekomme. Ihr Herzschlag ist mein wertvollster Besitz, steht im meinem Tagebuch, unter dem ersten Ultraschallbild. Und die Geschichte kennt sie auch. Und das Bild.

Und sie hatte ganz viel Angst deswegen, was ich zu ihrer Entscheidung sage...Ich bin ein absoluter Abtreibungsgegner. Immer. Aber es ist nicht mein Bauch und auch nur sehr begrenzt mein Leben, das davon berührt wird.
Es ist auch grade schwer, "böse" auf sie zu sein. Sie übergibt sich laufend, es geht ihr wirklich mies, sie liegt unter der Bettdecke, mit Teddy, wieder ganz klein, weint, weil sie sich schlecht fühlt, aber nicht anders handeln kann...sie hat das Baby lieb, und deswegen will sie es nicht, sagt sie. Sie will keine Mama sein, die nie Zeit hat, genervt ist, Geldsorgen hat (und das war ich, bis sie ungefähr 10 Jahre alt war, dann kam die eigene Firma und damit ging es uns auf einmal richtig gut. Aber der Anfang war hart. Ganz hart. Und das weiß sie.)

Vermutlich kommt immer irgendwann der Punkt, an dem die Kinder wirklich keine Kinder mehr sind. So richtig erwachsen. Und wir sind nur noch Statisten.
Ich fahre sie hin.
Ich hole sie ab.
Ich koche ihr Tee.
Aber die Entscheidung ist ihre.
Zum vielleicht ersten Mal. Nur ihre.

Man kann das schaffen, klar.
Man kann dran zerbrechen.

Wie immer im Leben.
Ob die Entscheidung richtig war (falls es so etwas wie eine richtige Entscheidung gibt) wird man nie wissen.
Ich wünsche es ihr.

Lola (Profil) schrieb am 11.05.2020 19:35

Ohman, Nachtkatze, mir stehen die Tränen in den Augen. Du hast es so toll in Worte gefasst. Irgendwann muss man sie loslassen. Und ich finde, es ist gut so wie Du es machst.

ChristineT (Profil) schrieb am 11.05.2020 19:42

Auf jeden Fall ist es toll, in so einer Situation so eine Mama wie Dich zur Seite zu haben.

Anonym schrieb am 11.05.2020 19:51






Ich fahre sie hin.
Ich hole sie ab.
Ich koche ihr Tee.
Aber die Entscheidung ist ihre.
Zum vielleicht ersten Mal. Nur ihre.




Das ist das Wichtigste! Toll wenn ihr das wertfrei hinbekommt.
LG Doro

Anonym schrieb am 11.05.2020 21:20

Ach Mensch. Ich lese hier mit, denke an euch und bete für deine Tochter und dich.

Anonym schrieb am 11.05.2020 21:32

So wunderbare Worte! Wunderbar, wie du sie begleitest!

Ob es eine "richtige" Entscheidung ist, lässt sich doch so oft nicht vorhersagen. Sie trifft die Entscheidung, die zu diesem Zeitpunkt für sie richtig war. Dass sie vielleicht später anders entschieden hätte ist okay, braucht ihr aber keine Schuldgefühle zu machen!
Von Herzen alles Gute für euch für diese emotionale Zeit!

Anonym schrieb am 11.05.2020 22:09

liebe nachtkatze,

schon dreimal habe ich hier einen anlauf genommen, das geschriebene dann aber wieder gelöscht - es kam mir so unbeholfen und zugleich grossspurig vor.

nun aber doch,
deine so sehr schönen worte und eure art, durch diese zeit zu gehen, beeindrucken mich sehr.

im freundeskreis haben junge menschen, wohl ein wenig älter als deine tochter, aber ebenso klar in der entscheidung, ein ritual gestaltet für dieses kind, was zu jenem zeitpunkt nicht willkommen war.

vielleicht,
so dachte ich mir,
ist dies ein weg, es ein wenig leichter zu haben?

das könntet ihr zusammen machen, deine tochter und du. oder sie und der vater. sie für sich, du für dich, je nachdem, wie es stimmt.

in dem sinne: 'jetzt nicht, liebes kindelein, aber später, da bist du willkommen.'



...nimm davon, was du brauchen kannst. nichts ist auch in ordnung.

alles, alles liebe und gute!

sünneli

Nachtkatze (Profil) schrieb am 14.05.2020 17:19

Wir haben es überstanden. In den letzten Tagen ging es ihr körperlich sehr schlecht, wegen der massiven Übelkeit. Der Eingriff ist dann vorgezogen worden.

Und es war hart.
Mit ihr im Aufwachraum waren drei Frauen um die 40, die ihren eignene Abbruch ganz lustig fanden. Zahlt ja die Kasse, Pille musste selber...
Eine Geflüchtete, die furchtbar geweint hat und eine offensichtlich geistig behinderte junge Frau, die völlig neben sich stand.

Wir haben tatsächlich eine Erinnerungskiste gebastelt. Mit Bild und Kuscheltier und Brief. "Der Teddy ist für Dich, wenn Du in fünf Jahren zu mir zurück kommst, dann wartet er hier auf Dich."

Wir haben zusammen geweint. Und jetzt kann es heilen.

Habt alle lieben Dank, für eure Unterstützung. Mir hat das sehr geholfen.
(Die Klinik macht tatsächlich 10 Abbrüche am Tag, fand ich irre viel...)

natascha (Profil) schrieb am 14.05.2020 19:17

Ihr habt es geneinsam als Fam. geschaft.

Meine Gebete sind mit euch, wenn ich darf.
Weinen ist so wichtig

Lg Natascha

Anonym schrieb am 14.05.2020 21:29

danke,

liebe nachtkatze,

hast du uns teilhaben lassen.
ich glaube,
jede hier hat auch etwas mitnehmen dürfen.

bleibt behütet.

sünneli

Flaps (Profil) schrieb am 15.05.2020 23:29

Liebe nachtkatze,

danke für deinen Mut dich uns hier anzuvertrauen. Das hat mich tief berührt.

Ihr seid diesen schmerzhaften Weg gemeinsam gegangen. Bei allen Tränen die enorm wichtig sind, lasst diese zu wenn sie kommen, so wird dies irgendwann bestehen bleiben für deine Tochter: Ich war nicht allein, ich wurde in den Arm genommen, meine Mama ist immer für mich da.
Dieses Wissen ist so etwas wertvolles in der heutigen Zeit.

Meine Gedanken werden weiter bei euch sein und ich wünsche euch von Herzen dass der Schmerz nachlassen kann irgendwann.
Alles alles Liebe euch.

Flaps

Anonym schrieb am 18.05.2020 20:14

ich schreibe diesmal - ausnahmsweise, da sehr, sehr heikles thema - komplett anonym.
und schließe mich meinen vorschreiberinnen an und tröste Dich nun virtuell.
vielleicht kannst du deine tochter ja doch noch dazu... "bewegen", dass sie das kind doch bekommt? denn es "verstoßen"; sprich; abtreiben finde ich halt echt schrecklich... :-( oder könntest du das kind vielleicht nehmen und aufziehen? - nur mal so eine idee...
ansonsten rate ich nur zur adoption, wenn gar nichts mehr anderes geht.

Lola (Profil) schrieb am 18.05.2020 20:40

Liebe ano,
Dein Beitrag ist nun in mehrfacher Hinsicht überholt. Magst Du ihn nicht bitte löschen?

Anonym schrieb am 21.05.2020 11:33

Wie du dich verhalten hast in der heiklen Situatioen, dass sich deine Tochter sich dir so anvertraut hat, finde ich wundrbaar.
Wahrscheinlich entscheiden viele in jungen Jahren zu einem Abbruch (hätte ich vielleicht auch gemacht).

Aber bitte bitte nicht solche Sätze sagen:


"Der Teddy ist für Dich, wenn Du in fünf Jahren zu mir zurück kommst, dann wartet er hier auf Dich."


Kein Kind kommt zurück. Jeder ist einzigartig.....
Nur mal so als Denkanstoß..