"sonderpädagogischer Förderbedarf - pro/contra"

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dorle (Profil) schrieb am 13.05.2020 18:37

sonderpädagogischer Förderbedarf - pro/contra

ihr wisst ja, dass ich nicht mehr bei meinen Kindern wohne.
nicht weil ich es so wollte, sondern weil ich von den Eigentümern des hauses (Schwiegereltern) aufgrund von Mietschulden (die nicht bestanden) herausgeklagt wurde. gekündigt etc.
nun wohne ich in Cottbus, Entfernung machbar, Corona passt mir gerade voll in den Kram weil die Jungs so öfter und länger bei mir sein können.

mein Ex hat die Kinder und "pflegt" seine Depression. irgendwas hat er - soweit so gut, aber egal was man hat, wenn man den ganzen tag nur schläft kann man sich nich um zwei Pubertiere kümmern.
er erwartet das sie ihre HAs alleine ordentlich erledigen. er macht kochen, einkaufen, seine Freundin und Garten

hausaufgaben laufen mehr schlecht als recht.

nun soll der große am liebsten Ritalin bekommen oder medikinet damit es bessr flutscht.
das habe ich nun schon abgewehrt indem ich keine Zustimmung gegeben habe.

beide jungs haben so ne leichte ads mit LRS.
jetzt soll ein sonderpädagogischer förderbedarf beantragt werden.

ich arbeite jetzt in einem Verein der genau solche Schüler ausbildet. Ja, manche finden so wirklich eine Lücke und haben Glück.

ich bin aber der meinung, dass mein Sohn keine "emotionale und soziale Behinderung" hat.es gab schonmal solche Förderprogramme in der schule. wegen lehrermangel sind sie eh immer ausgefallen.

ich wurde in kein Gespräch eingeladen, hab keinen Antrag gesehen, kein Telefonat geführt....

ich weiß gar nicht was ich da jetzt genau unterscreibe. ist das was gutes oder wieder bloß so eine Stundenscheffelprogramm für Lehrer damit sie mehr Stunden und Geld haben?
sorry an alle lehrerinnen hier - aber ich wurde da schon öfter von sogenannten sozialpädagoginnen verarscht und über den nuckel gezogen aus unwissnheit und auf dem rücken meiner kinder

natrlich lebe ich in der ständigen angst was falsches zu tun und finanziell erpresst zu werden. finanzen sind noch das kleinste übel.
wer den umgang hat hat auch die macht - und kann die kinder dann von herzen beeinflussen wie es in die suppe passt

o ton großer neulich: na mama, ob du ne gute mutter bist da sind andere leute ja anderer ansicht! du hast uns ja so frei erzogen und das machen nur faule und schlechte mütter und deshalb sind wir jetzt so wie wir sind.


also frage und fazit:

was resultiert aus dem sonderpädagogischen förderbedarf langfristig?
steht der im abgangszeugnis?

her mit den infos falls ihr welche habt!

danke
dorle

Antworten

Anonym schrieb am 13.05.2020 22:18

Hi Dorle,

Ich kann dir sagen, es ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.
In rlp heist es erstmal Förderung, wenn man etwas druck macht, geht es oft.
Erstmal heist das für dein Kind , Druck raus.
Es bekommt in Deutsch leichtere Diktate, evtl mehr Zeit.
In anderen Fächern darf die Rechtschreibung nicht so sehr ins Gewicht fallen.
Das heist aber nichr, dass wenn deine Jungs das in den Griff bekommen, dass das nicht rückgängig gemacht werden.
Wir hatten hier ein Kind mit Fö in Mathe und Deutsch.
Das hat die letzte Klasse nochmal gemacht und den Fö bedarf rausgenommen, damit es einen ganz normalen Abschluss hat.
Geht gut.
Er macht ne Ausbildung.
Bei meiner Tochter war ein Kind mit Lsr.
Auf dem Gym und studiert nun Lehramt.
Deutsch.


Vielleicht kannst du die Rechtschreibregeln immer wieder wiederholen.
Es gibt auch einfache lesetexte , wo dann Aufträge ausgeführt werden.
Soll mega leicht gestalltet bleiben, damit der Erfolg das Ego stärkt.

Lies mal 3 und 4
Leseprofi
Rechtschreiben von Jandorf Verlag.
Die sind klasse gemacht.

Ach ja wegen Fö bedarf, evtl gibt es eine telef. Beratung vom caritas.

Liebe Grüsse. Na
Halbano wegen Schule

Anonym schrieb am 13.05.2020 22:27

Schade Dorle, ich dachte es geht dir jetzt besser.
LG Doro

Henni (Profil) schrieb am 13.05.2020 23:14

Liebe Dorle,

das hört sich alles nicht gut an.
Ich hatte irgendwie im Kopf, dass deine Jungs mit der Zeit sich irgendwie reingefunden hatten in die Schule und auf ihre Weise irgendwie klarkamen damit. Dann ist das nun doch leider gar nicht so.

Zunächst mal bin ich sehr überrascht. Der Große ist doch schon kurz vor der mittleren Reife, oder? Das ist ja reichlich spät, um jetzt noch Förderbedarf festzustellen. Das habe ich ehrlich gesagt noch nie so gehört, das ist total ungewöhnlich. Hat er die Schule gewechselt? Oder komplett neue Lehrer?

Ganz allgemein müssen die beiden Dinge: schulischer Förderbedarf und Ritalingabe getrennt gesehen werden.

Ritalin muss ja ärztlich verordnet werden, also neurologische Untersuchungen etc. werden gemacht. Unter anderem wird dafür evtl. auch ein Schulbericht gefordert, aber das ist dann höchstens ein Baustein. Üblicherweise gibt es auch standardisierte Fragebögen für Eltern, Schule und den Jugendlichen selbst. Bei getrennt lebenden Eltern für jedes Elternteil ein Bogen. Da kannst Du gleich mal nachfragen!
Überhaupt sollte in dem Alter der Betroffene selbst mit eingebunden werden.
Es gibt ja durchaus Personen, die sagen, dass ihnen ihr Medikament unheimlich hilft und die ganz klar selber die Entscheidung treffen, es einzunehmen.

Und das andere ist der Förderbedarf. Das ist wie Natascha sagte sehr unterschiedlich in den Bundesländern. Aber auch da müssen die Eltern einbezogen werden, beide Sorgeberechtigte. Was aus dem Förderbedarf resultiert kann verschieden sein. Nachteilsausgleich durch Individuelle Unterstützung, Aussetzen von Noten, Bereitstellung von Hilfsmitteln etc. Egal was, der Nachteilsausgleich darf in keinem Zeugnis stehen!
Das ist grundsätzlich zu verstehen wie eine Brille oder ein Rollstuhl: solche Hilfsmittel würden auch nie in einem Zeugnis erwähnt werden.

Du braucht in beiden Fällen - Medikamentation und Feststellung des Förderbedarfs - mehr Informationen glaub ich, damit Du dann mitentscheiden kannst.

Und was mir gerade noch einfällt:
hier sind die Überprüfungen für Förderbedarf größtenteils fertig für das laufende Schuljahr, die Anträge dafür können ja nur bis Mitte des Schuljahres gestellt werden. Und was noch nicht fertig wurde, liegt wegen Corona auf Eis. Wieso ist das im Moment überhaupt ein Thema bei Euch? Oder hast Du sehr verspätet davon erfahren?

Ich hoffe und wünsche, dass sich da noch ganz vieles klärt für dich!
Herzliche Grüße
Henni





natascha (Profil) schrieb am 14.05.2020 06:59

Liebe Dorle,
Entschuldige, ich bin gar nicht auf den ersten Teil eingegangen.
Das tut mir echt leid, dass es so gelaufen ist.
Medikanente werden bei uns oft schnell vom Arzt verordnet.
Manchmal macht es sinn.
Aber eben nur manchmal.

Schön, dass du gerade viel Zeit hast für die Jungs.
Mir war nicht so ganz klar, dass sie so gross sind.....wir werden alt.
Liebe Grüsse Natascha

Anonym schrieb am 14.05.2020 20:20



beide jungs haben so ne leichte ads mit LRS.
jetzt soll ein sonderpädagogischer förderbedarf beantragt werden.

Soll nun die Benotung von Rechtschreibleistung ausgesetzt werden bzw. Hilfen (Duden/ Schreibhilfen...) zur Verfügung gestellt werden?
Ich würde das als Eltern unterstützen, damit man den Kindern den Druck bei der Bewertung rausnimmt. Hier in Berlin ist es dann nochmal abhängig von der Schwere der Ausprägung der LRS, ob man dann evtl. noch in Förderprogramme einer bestimmten Nachhilfeinstitution kommt, mit der wir bzw. die Kinder gute Erfahrungen machen. Ist dann kostenlos.

Oder geht es um den Förderstatus „Soziale und emotionale Entwicklung“? Den kann man in Berlin ab Klasse 3 stellen und man bekommt dann mit gut Glück 1 Stunde pro Woche, in der das Kind eine(n) extra Lehrer*in/Sozialpädagog*in/Erzieher*in dazu gesteckt bekommt. Da solche Stunden auch herangezogen werden, um bei Krankheitsfällen Vertretungsunterricht zu ermöglichen, können diese so genannten Teilungsstunden tatsächlich mal ausfallen. Geld scheffeln kann man damit allerdings nicht. Ist ein riesiger Aufwand das alles zu beantragen und ja, es dauert meist fast ein Schuljahr, bis dann alles Testungen durchgeführt und die Bewilligung kommt. Das alles für die eine Teilungsstunde...
Das machen LehrerInnnen und SozialpädagogInnen erstmal nur, weil Sie denken, so einem Kind helfen zu können.


also frage und fazit:

was resultiert aus dem sonderpädagogischen förderbedarf langfristig?

Wenn nette PädagogInnen vor Ort sind, evtl. was Schönes, Spazieren mit dem Schulhund, Töpfern, Einzelhilfe beim Lösen von Aufgaben, oder bei LRS wie o.b. plus Nachhilfe bzw. Lernen in kleinerer Gruppe für 1-2 Stunden die Woche.
Wenn personelle Ausstattung dünn, dann evtl. nicht so viel.


steht der im abgangszeugnis?

Sonderpädogischer Förderbedarf EmSoz nicht. Bei LRS steht dann auf dem Zeugnis bei Rechtschreibung nüscht und unten noch im Text, dass Förderunterricht stattgefunden hat.

Viele Grüße, Räubertochter

Nachtkatze (Profil) schrieb am 16.05.2020 11:44

Möchte der Betroffene das denn? Wie sieht er das denn selber? Und dann würde ich testen und fragen, ob es nach vier Wochen noch genau so ist und dann entscheiden.

Wenn das Kind das nicht möchte, nützt das alles nichts.

Medis: Würde ich auch fragen. Möchtest Du das? Ist das ein Weg für Dich?

Was sonst gut hilft: Karate! Rituale! Struktur. Disziplin. Ist leider wirklich so. Und ich darf das sagen, ich hab das jetzt schon seit 40 Jahren und mittlerweile wirklich Erfahrung damit;-)

(Ich glaube nicht, das der Förderunterricht helfen wird. Es ist ein Steuerungsproblem, da hilft nur Reife. Es wächst sich aus und man entwicklet Kompensationsstartegien. Teilweise extrem erfolgreiche sogar. Aber bis dahin hilft noch mehr von einem System, dass eh schon nicht funktioniert, nur sehr bedingt.)

Vor allem: Gibt nicht auf. Aus dem Jungs werden ganz tolle Erwachsene werden. Und das Du ne blöde Mutti bist, sagen auch "normale Kinder" in dem Alter. Nimm das nicht persönlich.

Und leider bist Du da als Mutter im Alltag wirklich gefragt Struktur zu schaffen, sonst wird das nix.

Kann bei mir aber auch ganz anders sein, als für andere.

Anonym schrieb am 16.05.2020 19:43

Ich kann nachtkatze nur zustimmen. Struktur, Struktur, Struktur und dabei immer nochmal doppelt soviel dabeibleiben wie bei „normalen“ Kindern. Bei mir sind es noch nicht ganz 40 Jahre, aber ich gehe straff drauf zu.
Und ich hatte das Glück, diese sehr strukturierten Eltern zu haben.

Und nun ist es bei mir auch der eine Sohn, der schwerst „betroffen“ ist. Ich habe es anfangs gar nicht verstanden, aber dann erkannte ich so viel von mir. Eigentlich sind alle meine Kinder betroffen, aber der eine ganz besonders. Wir standen schon vorm Schulausschluss. Ich habe in der Kinderpsychiatrie direkt nach Medikamenten gefragt, man war sehr zögerlich. Ich kann nicht bestätigen, dass Medikamente leichtfertig verschrieben werden. Erst heute war ich mit einer guten Freundin spazieren, deren Sohn jetzt zu seinen ohnehin vorhandenen Problemen noch den Verlust einer halbwegs regelmäßigen Struktur durch Corona hinnehmen muss und grandios scheitert. Alle sind völlig am Ende. Auch sie hat gesagt, dass ihr von niemandem zu Medikamenten geraten wurde, und sie wird es ansprechen.
Ich bin mir sicher, dass Medikinet uns gerettet hat, zumindest in der Akutsituation, und nun ist es eine Stütze. Mein Kind nimmt es extrem niedrig dosiert, laut Psychiater sollte die Wirkung bei der Dosierung mittlerweile gen Null gehen, aber das Kind sagt selbst, dass es die Tabletten noch bis zum Sommer nehmen will. Dann werden wir es ohne Krücke probieren.
Sonderpädagogischer Förderbedarf stand bei uns auch im Raum, aber die Kapazitäten geben das für so „leichte“ Fälle nicht her. Man kriegt ja kaum für Autisten einen Schulbegleiter organisiert. Ich hätte zugestimmt, ganz ehrlich.

Meine Kinder sind alles „Freigeister“, bei ihnen herrscht das Chaos, wir haben keinerlei formale Diagnosen, einer ist anscheinend hochbegabt (wird demnächst getestet), ich selbst habe ganz viele Komponenten von ADHS und Hypersensibilität an mir und habe auch einen sehr hohen IQ. Der Vater ebenso.
Wir stehen gut im Leben. Manchmal wünschte ich mir, in meinem Kopf wäre es ruhiger, ich hätte gern mal Stille um mich herum und weniger Gedanken. Das mit dem Sozialleben ist nicht so leicht. Aber das alles hat auch Vorteile.

Mein - ich nenne ihn mal - ADHS-Kind wird einen guten Weg gehen. Ich mache mir da gerade gar keine Gedanken mehr. Wir haben uns Komplett durchstrukturiert und kleine Abweichungen werden auch so langsam besser ausgehalten. Es wird noch ein langer Weg, aber er wird gut ausgehen. Auch wenn es schwer war zu akzeptieren, dass wir keine Bullerbü-Familie sein werden.

Einzig meine erste Ehe ist daran gescheitert. Aber das Problem war vielleicht wirklich, dass wir beide betroffen sind und ich sehr strukturiert bin und er überhaupt nicht. Das gab nur Stress.

Gute Entscheidungsfindung.

Nachtkatze (Profil) schrieb am 17.05.2020 06:50

Was bei mir (und auch bei meinen Kindern, hier sind ebenfalls quasi alle Kinder betroffen, mal mehr mal weniger) auch wirklich gut hilft ist Musikunterricht.
Immer wieder. Bei der fast 6jährigen habe ich vor einem Jahr angefangen ihr Sopranflöte beizubringen, so ein wenig. Und nur diese 15 Minuten am Tag regelmäßig und zielgerichtet etwas zu tun haben wir wahnsinnig geholfen, die Filter im Kopf besser einzustellen.

Die Tennies spielen beide Klavier und Geige. Und sagen selber auch, wie gut das tut.

Vielleicht wäre Musikschule eine Alternative?

(Und Musikschule ist auch ein herrliches soziales Umfeld. Man trifft mal andere Geister als in der Schule).



dorle (Profil) schrieb am 21.05.2020 08:22

Hallo Alle,

sorry, dass ich mich jetzt erst melde.
#Ich habe mit der Frau vom Amt telefoniert und sie hat es mir erklärt.
Es steht nicht im Zeugnis und der Vorteil wäre, dass A. dann doch von der zuständigen sozialpäd. Lehrerin einfach mehr Zeit und Aufmerksamkeit bekäme...einfach weil sie durch diese Methode mehr Zeit "beantragen" kann und auch bekommt.

Meine Angst ist, dass er dadurch in so eine Art FRörderstatuskind hineinrutscht. ich arbeite ja mit solchen Kindern und relativ fix werden die bei der Berufsfindung dann in solche "Helfer" Ausbildungen gedrängelt.

Ich bin jetzt erstmal so zufrieden.
das Ritalin ist erstmal als Diskussion vom Tisch.
Diese Frau meinte, sie hat das von sich aus empfohlen weil mein Sohn sie an ihren eigenen erinnerte bevor er Medikinet bekam. Es war wohl eine extrem geringe Dosis, die aber irgendwie geholfen hat.
Ich bin mir da noch nicht ganz einig.
Vielleicht eröffne ich zu einem späteren Zeitpunkt da nochmal einen Beitrag.

Generell: mir geht es echt gut. Nur die Jungs fehlen mir und manchmal zweifle ich ob es gut war sie im Dorf zu lassen.Neulich war ich aber dort und der Kleine wurde abgeholt von einem Klassenkumpel zum Budebauen....
da war ich glücklich!Man bekommt nur halt soviel nicht mit...möchte am liebsten die Kids verwanzen ;o)) na, ihr wisst schon.

Anonym schrieb am 21.05.2020 09:23



Meine Angst ist, dass er dadurch in so eine Art FRörderstatuskind hineinrutscht. ich arbeite ja mit solchen Kindern und relativ fix werden die bei der Berufsfindung dann in solche "Helfer" Ausbildungen gedrängelt.


Ich glaube da kann man als Eltern ganz gut intervenieren. Nur sind die Eltern dieser Kinder häufig mit der ganzen Situation überfordert.
Aber das für mich besonders Gute in Deutschland ist, dass man in der Erwachsenenbildung so gut wie alles erreichen kann, wenn man will. Das Schiff geht also nicht mit dem Schulabschluß unter.
LG Doro

Anonym schrieb am 21.05.2020 14:42

zum Ritalin:

es sorgt für bessere Konzentration und Fokussierung. Die Kinder werden nicht durch alles abgelenkt. Es ist ein Betäubungsmittel und sollte gut überlegt werden. Zu bedenken ist zu dem dass die Kinder schlechter schlafen können, einige nehmen dann melantonin. Unser Pflegesohn nimmt es, er ist 5 wird bald 6. Er hat aber das fetale Alkoholsyndrom.... Seitdem ist der IQ auch besser, weil er besser lernen kann.

Eine Kollegin (wir sind Lehrerinnen) erzählte das ihr Sohn zeitlebens Klassenclown war. Mit 17 bat er um Medikamente und es war ein Segen für ihn (Adhs). Er studiert mittlerweile...

Förderschwerpunkt an der Regelschule bringt den Lehrern sehr wenig, schwierig wird es aber dann wenn jemand dafür sorgt dass er an die Förderschule wechselt (wenn der Vater das anstösst und du irgendwie übergangen wirst). Der Emotionale Förderschwerpunkt ist der wo die Kinder an diesen Schulen zu 80 Prozent schon straffällig sind. Das ist nicht das was wir zum Beispiel wollen.

Wir haben uns für unseren Pflegesohn auch für den Förderschwerpunkt entschieden aber er wird die Förderschule der Waldorfschule besuchen. War denn schon mal eine Integrationskraft für deinen Sohn da?

Problematisch (und das kann dein Exmann ohne dich) wird es wenn er einen Pflegegrad und einen SBA beantragt. Das bleibt zeitlebens stehen und kann bei Versicherungen etc. zum Ablehnungsgrund führen. Den Pflegegrad wenn ihr über Medikamente und Förderbedarf sprecht wird er auch durch bekommen (Pflegegrad 1 bestimmt). Ich denke schon das Kinder einen Anspruch auf diese Leistungen haben, können aber auch negative Auswirkungen haben.

Wir wohnen übrigens in NRW. wir befassen uns gerade sehr intensiv mit diesen Themen :-) Ich bin auch immer Misstrauisch und frage viel nach ob die "Leistungen" unseren Kindern zu kommen. Im Kindergarten die Integrationskraft zum Beispiel ist nicht immer da...

Anonym schrieb am 21.05.2020 17:39

Dorle, wie alt sind deine Jungs nochmal?? 13 und 15 oder? Da wird doch jetzt niemand mehr auf einen Wechsel an die Förderschule dringen, vermute ich mal.
LG Doro

Anonym schrieb am 21.05.2020 19:30

Es stimmt nicht, dass "Ritalin" zwangsläufig zu Schlafrhythmusstörungen führt. Im Gegenteil, mein Kind hatte plötzlich viel mehr innere Ruhe und konnte abends deutlich besser in den Schlaf finden.

Das gleiche gilt für den Pflegegrad. Keine Chance ohne handfeste Diagnose! Und es ist völlig "wurscht", denn jeden Termin bei einem Psychologen oder Psychiater muss man ja bei der Versicherung angeben, deshalb aber nicht zu helfen, finde ich viel schlimmer.

Anonym schrieb am 21.05.2020 20:23

also natürlich kommt man beim Pflegegrad weiter mit handfester Diagnose. Aber das was abgefragt wird sind bei Kindern teilweise Verhaltensweisen oder ähnliches die unabhängig von der Diagnose sind. Man muss nur ziemlich kämpfen (wir haben zwei Kinder mit Diagnose, das eine von einer der renommiertesten Stellen- keine Diskussion, das andere von einer auch bekannten Stelle aber eben nicht "berühmt" und da diskutiert man). Ist ja auch egal..

Manche Kinder haben dann wenig Hunger, das ist bei uns auch nicht der Fall.

Ich finde auch dass nicht helfen fahrlässig ist, wir haben uns schwer getan aufgrund des Alters. Aber die positiven Erfahrungen die das Kind unter der Wirkung des Mittels macht wirken sich auch positiv auf die Entwicklung/ Selbstbild aus.

Anonym schrieb am 21.05.2020 20:24

medikenet nimmt hier keiner, das soll glaube ich bei Aggression gegeben werden, oder?

Henni (Profil) schrieb am 21.05.2020 22:26

medikenet nimmt hier keiner, das soll glaube ich bei Aggression gegeben werden, oder?

Ritalin und Medikinet sind Produktnamen. Der Wirkstoff ist bei beiden Methylphenidat.

LG Henni

dorle (Profil) schrieb am 22.05.2020 08:24

Moin all,
na auf jeden fall voll die Aufregung.

ja, ich habe in meiner Klasse ein Mädel, die einfach nur durch ihr Zweisprachigkeit den Förderstatus "Lernen" bekommen hat. Dieser taucht 1. sehr wohl imZeugnis auf und stellt das Kind 2. in die Richtung der Förderschule. Er ist wohl dazu gedacht im allerletzten Notfall gegebn zu werden und nicht nur so aus daffke.
Das scheint aber einzureißen.. so generell. auch der emotionale und soziale förderungsgrund.

PS ich arebite jetzt als Ausbilderin in einem gemeinnützigen verein und bilde Abgänger von Förderschulen aus bzw Jugendliche denen das leben schon mehrere Arschtritte gegeben hat. Krasse Schicksale teilweise...
So haben sie dann entweder überhaupt einen Abschluss um Geld zu verdienen und manche schaffen es dann auch noch einen Gesellen dran zu hängen.


Anonym schrieb am 22.05.2020 10:11

achja, das mit den Aggressionen war risperdon. Wir haben hier das Ritalin. Aber selbst von Packung zu Packung unterschiedliche Wirkung. Schon komisch

Anonym schrieb am 22.05.2020 10:14

Lernen wird notiert weil die Kinder nicht zielgleich unterrichtet werden. Emsoz aber zielgleich.

Förderschwerpunkt lernen braucht einen IQ von 70-85. Den hätte unser Pflegesohn mit IQ 88 und nun 96 nicht bekommen. Obwohl bei ihm klar ist dass der IQ behinderungsbedingt sinken wird. Es gibt auch nonverbale Teste, das müsste bei Zweisprachigkeit gemacht werden, denke ich.

Ich denke auch das man schnell in die falsche Richtung gehen kann. Andererseits haben wir im Gymnasium auch Schüler die mit emsoz. kommen, es richtig knallt und einige Jahre später "laufen" die gut mit (häufig mit Ihelfer).

LG