"Gibt es einen Kompromiss zur Hausgeburt?"

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Anonym schrieb am 06.06.2020 11:06

Gibt es einen Kompromiss zur Hausgeburt?

Hallo,

Eigentlich eine einfach Frage, oder?!

Ich sage ganz klar: Nein.

Ich will sie, der Mann nicht.
Ich hatte bereits eine HG sowie Klinikgeburten. Ich beurteile für mich ganz klar, dass die HG besser für mich war und ist. Für ihn ist es das erste Kind. Alle jungen Väter um ihn herum beschreiben Geburt als etwas ganz Furchtbares.
Er möchte einen Kompromiss, kann mir aber nicht sagen, wie der aussehen soll. Ich soll einen vorschlagen.
Ich sage halt: Wenn alles okay ist und von Seiten der Hebamme nichts gegen eine HG spricht, wird es eine HG. Sonst nicht. (Wie immer halt)
Er sieht das nicht als Kompromiss.
Hä?

Mich macht die Diskussion schon wahnsinnig.
Ich gebäre, also entscheide ich wie und wo.
Ich habe gute Argumente für eine HG. Ich hatte eine ganz wunderbare. Die Statistiken sprechen für eine HG bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf. Meine Geburten verliefen immer sehr schnell, die letzte 45 Minuten von der ersten wehe bis zur Ankunft des Kindes. Ich möchte in dieser kurzen Zeit nicht noch Stress durch Fahren haben.
Natürlich spricht auch manches dagegen. Durch die Kürze der Zeit könnte es womöglich passieren, dass es eine Alleingeburt wird und dass ihn das überfordern würde verstehe ich. Aber aus dem Grund könnte die Geburt halt auch im Auto stattfinden und das ist auch nicht lustig. Bzw müsste ich erst noch die anderen Kinder unterbringen, was stresst und Zeit kostet.

Ja jedenfalls werde ich richtig sauer.

Fällt euch ein Kompromiss ein? Außer der von mir schon genannte? Geburtshaus gibt es nicht. Ambulant Geburt hat ja das gleiche Problem mit der Zeit, wobei ich eben auch eine Abneigung gegen die Klinik an sich habe. Und gegen Ärzte unter der Geburt. Und Hebammen, die ich nicht kenne (Beleghebammen gibt es hier nicht).

Bin gespannt, ob ich was übersehen habe. Und wie ihr da seht. Bin ich egoistisch, weil ich "meinen Willen" durchsetzen will?

Gruß, ano-HG

P.S.: Vielleicht sollte ich vorschlagen, dass mein Ex-Mann dabei ist, der war da völlig entspannt. Das könnte ja mein Kompromissvorschlag sein ;)

Antworten

Cathrin (Profil) schrieb am 06.06.2020 11:22

Hallo Ano,

selbe Situation hier. Zwillinge und Einling mit Exmann ganz entspannt im KH geboren (der Einling war als HG geplant, brauchte aber einen Tropf wegen fehlender Wehen und von da ab zwei Stunden dann war sie da), für den neuen Mann ist es das erste Kind und er kann sich das so überhaupt nicht vorstellen. Unser Kompromiss ergab sich aus den bisherigen Erfahrungen: Sollte ich wieder keine Wehen bekommen, geburtsreifer oder offener MM und deutlich über Termin, alle Hausmittelchen ausgereizt, dann fahren wir in das KH in dem ich mich schon angemeldet habe. Sollte ich erfreulicherweise diesmal zuhause Wehen bekommen und habe den subjektiven Eindruck (egal was ER davon hält) dass es ab jetzt schnell gehen wird, bleiben wir zuhause, weil ich keinen Bock hab am Strassenrand auf der Landstraße zu entbinden. Das hat er dann auch eingesehen.Die Nachsorgehebamme meinte auch ich kann sie notfalls anrufen das läuft ja dann nicht unter Hausgeburt für die sie nicht versichert ist, sondern als Notfallhilfe ;-).

Nachtkatze (Profil) schrieb am 06.06.2020 11:47

Kompromiss wäre für mich dann Hausgeburt mit bester Freundin, ohne Partner;-)

Wenn er es nicht aushält, dann muss er nicht dabei sein.

Würde ich formulieren und dann mal fühlen, wie sich das für mich anfühlt. Also, BEVOR ich es ihm sage! Und wenn dann alles in mir sagt: Richtiger Weg! Dann würde ich das behutsam vorschlagen.
(Wenn alles in mir sagt:“ Blöder Weg! Ich will ihn bei mir haben! Würde ich ne Ferienwohnung in Nähe eines Krankenhauses mit Hebammen-Kreisssaal mieten und mich dort zur Geburt anmelden.)

natascha (Profil) schrieb am 06.06.2020 11:51

Hi.
Wäre ein Geburtshaus ne alternative.

Ängste sind was schreckliches.
Warum möchte er keine Hg.
Ich denke, er fühlt sich sicherer.
Das so krass abzutun, du gebährst, du entscheides.......
Es ist auch sein Kind und seine bedenken.....

Lg Natascha


Anonym schrieb am 06.06.2020 12:17

@Cathrin: Meine Geburten waren alle schnell, 5h, 1,5h, 45 Minuten von der ersten Wehe(die nach Blasensprung kam) bis zur Geburt. Natürlich kann es diesmal länger dauern, es ist etwas Zeit vergangen. Aber was, wenn nicht?!

@natascha: Geburtshaus ist keine Option, da über eine Stunde entfernt. Und eigentlich möchte ich nicht von daheim weg. Meine Klinikgeburten waren allesamt sehr stressig, weil halt keiner damit gerechnet hat, dass es so schnell geht. Man nahm mich nicht ernst. Bei der zweiten war ich kaum 20 Minuten in der Klinik, da war alles erledigt. Ich möchte seine Ängste gern ernst nehmen, aber war soll denn der Kompromiss sein? Wenn wir in einer Klinik gehen, ist es kein Kompromiss, sondern er hat seinen Willen gegen mein Bedürfnis durchgesetzt.

Mit einer Freundin... Zugegebenermaßen brauche ich überhaupt niemanden außer einer Hebamme, die mir Sicherheit gibt. Das war schon immer so - dennoch war der Vater immer dabei. Aber ich hätte ihn nicht gebraucht, weil ich bei mir war. Besonders bei der HG. Da habe ich gar nichts anderes wahrgenommen als mich und das Baby und die Hebamme, die sich sehr selten eingeschaltet hat und nie etwas tat, das mir unangenehm war. Da war mein Mann nur am Rand und hat halt Handtücher erwärmt und so.
Zu sagen, dass er eigentlich nicht dabei sein MUSS, also aktiv dabei sein muss, wäre auch noch eine Option, ja.

Die Nschsorgehebamme als Notnagel ist eine gute Idee und so hatte ich es letztes Mal auch.

Henni (Profil) schrieb am 06.06.2020 13:10

Spricht momentan nicht Corona gegen das Krankenhaus?

Rita (Profil) schrieb am 06.06.2020 13:18

Hallo,

ich bin ganz deiner Meinung.

Es ist wirklich ein besonderer Fall: du schon mit 3 Geburten und für ihn das erste Kind - da prallen natürlich ganz unterschiedliche Vorerlebnisse (bzw. eben keine Erlebnisse, sondern nur Schilderungen anderer Väter - schade, dass diese so negativ sind. Da kann er ja gkeich Filmgeburten als Vorbild nehmen...da staune ich auch immer wieder, wie das oft erzählt wird)

Ich würde -aufgrund meiner Erfahrungen- genauso sprechen und denken wie du:
1 Klinikgeburt - ja, ganz in Ordnung, ich kannte ja nix anderes. Nichts "Schlimmes" passiert, aber naja.

Danach dachte ich, was soll ich denn im KH?

Die weiteren 3 Geburten waren wunderschöne, richtig gemütliche HG. Jede ganz besonders und nie wäre ich wieder freiwillig ins KH gegangen.
Von wegen "Sauerei, Blutbad" etc.
Es war für alle einfach schön.
Die Kinder konnten das Geschwisterchen nach kürzester Zeit sehen und bestaunen, die restliche Familie war in Reichweite (also auch Großeltern und Urgroßmutter), klar, die Voraussetzung mit großem Haus war gut, so war für alle viel Platz und ich hatte trotzdem immer meine Ruhe.
Der Sommer tat sein Übriges - ich komme immer wieder in glückliches Schwärmen, wenn ich dran denke.

Das ist ein gutes Ankommen auf dieser Welt.
Und es gab gar keine große Diskussion, mein Mann machte jede Entscheidung mit, er sah das wohl als mein Gebiet an.
Jedenfalls ließ er das jeweils entspannt auf sich zukommen, so mein Eindruck.

Tja - aber es hilft ja nix, wenn _dein_ Partner da Ängste hat - da können andere noch so sehr ihre Sicht schildern.

In deinem Fall allerdings hast du viel auf deiner Seite, also du hast bereits drei Geburten gemeistert und wirkliche Vergleiche anstellen können!
Natürlich kann eine vierte Geburt völlig anders sein, es gibt da keine Garantie, aber doch immerhin eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass es wieder so glatt geht ;-)

Es ist doch schade, wenn man schon alle schlimmen Eventualitäten als Anlass nimmt, sich für die "sichere" Variante KH zu entscheiden (puh - "sicher", jaja).
Und sich dann nicht wohlfühlt!

Doch, es ist _deine_ Geburt!
Wie oft hat man das im Leben? 3, 4, 5mal höchstens, so entscheidende Momente, prägende Erlebnisse.

Vielleicht hilft es, wenn du freundlich bestimmt bleibst und Sicherheit und Zufriedenheit ausstrahlst, bei deiner Wunschgeburt bleibst und ihm das so vermittelst, dass es auch für ihn schön sein wird, er dir mit Ruhe und Dasein helfen kann usw.
(ich fand es ähnlich: der Mann war vielleicht nicht prägend bei den Geburten, aber schon wichtig - ich hätte keine Freundin gern dabei gehabt. Man erlebt sich in Grenzsituationen und es schweißt zusammen, wenn man gemeinsam ein Kind bekommt)

Ich hoffe, ihr könnt das gut regeln, denn diese ungewisse oder angespannte Stimmung sollte bald verschwinden - es braucht nichts zusätzlich Schwieriges vor einer Geburt, am wenigsten, wenn noch 3 größere Kinder da sind.

Ich glaube, das kriegt ihr hin.
Es geht um mehr als "er setzt sich durch, ich setze mich durch".
Man weiß auch nicht, wer "Recht hat".
Auf jeden Fall finde ich -auch wenn es "auch sein Kind ist"- dass dein Empfinden dabei an allererster Stelle stehen soll!

Dann kann der Vater später seinen Kumpels etwas entgegen halten, wenn sie mit ihren furchtbaren Geburtsgeschichten kommen!!!

Zugegeben: meine Sicht ist durch die entspannten (und meist auch raschen HG) so sehr positiv!

Alles Gute!

LG, Rita

Lola (Profil) schrieb am 06.06.2020 13:41

Wie ist er denn so, wenn er Angst hat? Wenn er Dir zu Liebe bei der Hg mitmacht und dann total nervös und ängstlich ist, weil er sich die schlimmsten Die ge ausmalt, was macht das dann mit Dir und Euch? Das würde ich mit in die Entscheidung einfließen lassen.

Anonym schrieb am 06.06.2020 13:54

Hallo,

was sind denn genau seine Ängste? Hat er Angst um dich, das Kind, Sauerei? Dann würde ich genau da ansetzen. Evtl. könntet ihr zusammen ein Hausgeburtsvideo schauen? Habt ihr schon eine Hausgeburtshebamme, die seine konkreten Ängste zerstreuen könnte? Oder einen anderen Mann, der ihm positives berichten könnte.

Das wären so meine Ideen.

Mein Mann wollte beim ersten auch keine Hausgeburt. Nachdem er dann aber die erste Geburt gesehen hatte, war es bei den anderen Kindern gar keine Frage, dass auch Geburtshaus und zu Hause völlig okay war. Das dritte war tatsächlich so schnell, dass die Hebamme noch nicht da war. Das hat ihn kurz überfordert, aber eine Hausgeburt war eh geplant und schlußendlich war es wunderschön.

Anonym schrieb am 06.06.2020 14:10

Wie gesagt, er könnte mit meinem Ex-Mann reden.... ;)

Er ist generell sehr verkopft. Hatte beruflich mit Haftungsfällen rund um Geburten (keine HGs, sondern Klinikgeburten mit Arztfehlern) zu tun. Und natürlich die Erzählungen seines Umfelds, wie schrecklich Geburten sind. Nicht nur von Männern.
Ich muss dazu sagen,dass ich ein paar Jahre älter bin als er und seine Freunde. Die kriegen gerade ihre ersten Kinder.
Die Frau eines seiner Freunde schilderte also ihre furchtbare Geburt in allen Farben und kam zu dem Ergebnis, nie wieder ein Kind zu bekommen. Sie wollte mich dann ins Boot holen und von mir hören, wie schrecklich Geburten sind. Also mir machen die meist auch keinen Spaß, aber zumindest leide ich nicht unter ihnen und die HG habe ich als "tranceartig" und ausgesprochen positiv in Erinnerung. Der ganze Drumrum-Stress war einfach nicht da. Das war so schön. Da bekam ich kein Verständnis von den anderen Frauen in der Runde.

Ich habe einige Freundinnen, die ebenfalls Hausgeburten hatten bzw welche geplant hatten und es dann anders kam (Was immer sein kann, klar) oder die es sich haben ausreden lassen von ihren Männern. Die verstehen mich viel mehr. Und zugegebenermaßen erzähle ich nur mit Menschen darüber, bei denen ich weiß, dass für sie kein Wunschkaiserschnitt in Frage kommt...

Wovor genau er Angst hat, kann er auch nicht sagen..Das "was" passiert halt. Aber was genau, kann er eben auch nicht sagen.
Ich habe halt viel mehr Angst vor einer Klinikgeburt. Zu spät zu kommen, an eine Hebamme zu geraten, die ich nicht leiden kann, wieder nicht ernst genommen zu werden (Doch, das Baby kommt jetzt schon, verdammt!!), wieder an ein Ctg geschnallt zu werden, wieder auf dem Rücken liegen zu müssen für einen Ultraschall, den kein Mensch braucht, wieder eine Braunüle haben zu müssen. Danach nicht sofort nach hause gehen zu können, wo ich dann aber nur sein will.
Es gibt hier eine Klinik in 10, 15 Minuten Entfernung, und das ist die Klinik mit KinderStation und hoher Kaiserschnittrate und ohne Hebammenkreissaal und Beleghebammen. Alles andere ist zeitlich viel zu weit entfernt.

Ein bisschen Zeit ist noch. Eine Hebamme hätten wir, auch eine für die Nachsorge. Die Hebamme sagt halt, wir müssen es entscheiden, was ja klar ist.

Hm.

Lenchen (Profil) schrieb am 06.06.2020 14:27

Habt ihr das Thema Krankenhauskeime schon durchleuchtet? Niederlande als positves Beispiel im Vergleich zur BRD.
Da spricht rein angsttechnisch alles für eine HG!

Grundsätzlich bin ich, nach drei Geburten, der festen Überzeugung, dass allein die Gebärende Entscheidungsbefugnis hat. Alle anderen dürfen sanft Wünsche äußern und Argumente nennen, mehr nicht! Bei Argumenten lege ich dann auch Wert auf eine umfassende Recherche. Geburten, bei denen sich die Frau, aus welchen Gründen auch immer, nicht gut aufgehoben fühlt, können üble Verläufe nehmen.

Anonym schrieb am 06.06.2020 15:42

Finde ich generell auch. Aber wenn es dem Mann um die Sicherheit des Kindes geht, sollte sein Wunsch auch Gewicht haben. Es geht ja nicht nur um die Geburt, sondern auch um die Gesundheit des Kindes. Ich bin jetzt hier auf der Seite der Gebärenden, keine Frage. Aber wenn er so eine Angst hat? Später werden die Fragen der Gesundheit des Kindes ja (hoffentlich) auch gemeinsam entschieden.

Ach, total schwieriges Thema.

Lenchen (Profil) schrieb am 06.06.2020 16:09

Ich denke, tiefgreifende Information bei Quellen aus verschiedenenen Fachrichtungen und Gespräche mit Hausgeburtshebammen und Hausgeburtseltern können helfen, Ängste abzubauen.

Anonym schrieb am 06.06.2020 23:12

Hallo, hier nochmal die Ano von 13.54

Mh, dann ist es natürlich schwierig, wenn er nicht genau weiß, wovor er Angst hat. Angst ist ja generell kein so guter Begleiter, besonders bei der Geburt ;-) und du hast ja schon dreimal wunderbar geboren. Vielleicht kann er von der Angst ins Vertrauen wechseln :-)
Wenn das nächste KH so nah ist, dann kann ja unter der Geburt auch schnell verlegt werden, wenn was sein sollte... Blutungen, schlechte Herztöne oder auch nach der Geburt. Und der große Vorteil zu Hause ist, dass ihr eine 1:1 Betreuung habt, was dazu beiträgt Pathologien rechtzeitig zu erkennen, was eben im KH nicht immer der Fall ist.

Alles Gute für euch!

Anonym schrieb am 07.06.2020 13:08

Wann ist es denn soweit? Habt ihr noch genügend Zeit für die Kompromissfindung?

Mein Vorschlag: Sucht euch einen Dritten (zB einen Paarberater oder Mediator, der GFK macht), wenn ihr das Geld habt und sprecht das mal eine Sitzung lang mit dem durch. Vielleicht löst sich ja bei euch beiden etwas und ihr findet so eine Lösung. Ich kann euch beide verstehen, denke aber auch, dass es wichtiger ist, dass _du_ dich wohlfühlst, weil du ja die eigentliche Arbeit hast. Von daher fände ich es auch ok, das einfach so klipp und klar zu sagen. Da kommt aber vermutlich nicht jeder mit zurecht und mglw führt es zu Beziehungsstress. Um dem aus dem Wege zu gehen, würde ich mit jemandem Dritten und Neutralem reden ...

natascha (Profil) schrieb am 07.06.2020 17:25



@natascha: Geburtshaus ist keine Option, da über eine Stunde entfernt. Und eigentlich möchte ich nicht von daheim weg. Meine Klinikgeburten waren allesamt sehr stressig, weil halt keiner damit gerechnet hat, dass es so schnell geht. Man nahm mich nicht ernst. Bei der zweiten war ich kaum 20 Minuten in der Klinik, da war alles erledigt. Ich möchte seine Ängste gern ernst nehmen, aber war soll denn der Kompromiss sein? Wenn wir in einer Klinik gehen, ist es kein Kompromiss, sondern er hat seinen Willen gegen mein Bedürfnis durchgesetzt.
Hi

Ich hatte ja nicht gemeint, dass ihr dann doch in die Klinik sollt, deseegen dachte ich an ein Geburtshaus.....
Bei der Zwllingsgeburt hatte auch wer angefangen, wollte noch dies und das...ich hatte dann klar , dominat gesagt, sollen sich raus halten...dann liefs....
Du möchtest nicht ins Krankenhaus.....das habe ich verstanden.....
Nur wie das klar machen und dabei die Sorgen nehmen....vielleicht zeigst du ihm mal auf, dass im Krankenhaus auch so mega viel schief gehen .
Das das nicht unbedingt sicherer ist, eben nur anderst....der Stress, den du durch die Umgebung empfindest, den Geburtsverlauf auch negativ beeinflussen kann.....und ja Corona....
Ich drück dir die daumen....
Lg natascha

Anonym schrieb am 07.06.2020 22:33

Möchte er denn eigentlich _unbedingt_ dabei sein?
Ich habe manchmal den Eindruck, dass das so Usus ist, dass manche Männer sich gar nicht trauen, diese Option abzuwählen.
LG Doro

Anonym schrieb am 09.06.2020 12:00

Er hat denke ich auch was gegen die Hausgeburt wenn er nicht dabei wäre...

Ich habe im Geburtshaus geboren und fand es da ganz gut, weil man sich um nichts kümmern, nichts vorbereiten musste und alles da war mit dem höhenverstellbaren Bett, Geburtshocker, warme Handtücher und was nicht alles. Die Fahrt dorthin fand ich aber auch voll doof und hab' gesagt das nächste Mal würde ich es zu Hause machen. Bei mir hat es denke ich den Geburtsverlauf verlangsamt, die Wehen wurden langsamer usw. durch den Stress der Fahrt (obwohl es wirklich nicht weit war).

Die Hausgeburtshebammen haben doch ganz klare Regeln darüber unter welchen Bedingungen sie überhaupt eine Hausgeburt machen, und in welchen Situtationen sie dann doch noch ins Krankenhaus wechseln. Hausgeburtsväter die ich kenne haben hinterher am stolzesten erzählt "wir haben das zu Hause gemacht".

https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/corona-reinkenheide-geburtsstation-pfingstgemeinde-100.html

Anonym schrieb am 09.06.2020 15:17

Es hat sich eine tolle Wendung ergeben.
Er unterstützt mich und steht dem Nun offen gegenüber.
Ich weiß nicht, ob er mit jemandem geredet hat. Habe es heute angesprochen, auch meine Meinung, dass es allein meine Entscheidung sein muss, da ich das ja alles durchstehen werde und dass mich seine ablehnende Haltung sehr stresst. Ich habe ihm auch gesagt dass er von mir aus nicht dabei sein muss, wenn er das nicht will. Aber er möchte das unbedingt. Seine größte Sorge ist, was mit „dem ganzen Zeug“ nach der Geburt passiert. Habe ihm den Ablauf beim letzten Mal erklärt und das fand er jetzt nicht prickelnd mit der Mülltonne, aber okay. Auch dass ER es nicht wegräumen muss. Ich glaube viele haben noch immer eine völlig verquere Vorstellung von „der Sauerei“ bei einer Geburt. Habe ihm auch gesagt, dass er mich und die Hebamme im Vorfeld alles fragen kann, was ihm in den Kopf kommt. Immerhin sind wir schon halbwegs erfahren und er überhaupt nicht. Aus der Sicht verstehe ich seine Unsicherheit ja auch.
Aber schon bei meinem ersten Mann gingen mir diese Witze rund um die Geburt total auf die Nerven. Die meisten Männer machen die und wahrscheinlich hat es ganz viel mit Unsicherheit zu tun. Und wenn es dann losgeht, sind sie alle ganz still und tun, was man ihnen sagt ;)

Vielleicht hat sein Umschwung auch etwas mit dem Film zu tun, den wir gestern gesehen haben. Eine Geburt im Mittelalter, nur mit Hebamme und die Frau lag gar nicht auf dem Rücken! Da war er völlig fasziniert und ich habe ihm erzählt, wie das bei meinen Geburten war und wie wundervoll es war daheim über dem Sofa zu hängen und vor mich hinzuwehen anstatt in einem Krankenhausbett verkabelt zu liegen wie beim ersten Mal.

Jetzt freu ich mich.