"Weihnachten im Schuhkarton"

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Kasparine (Profil) schrieb am 27.10.2020 21:52

Weihnachten im Schuhkarton

Könnt ihr mir weiterhelfen?
Meine Mädels möchten gern teilnehmen bei dem Projekt Weihnachten im Schuhkarton.
Mich irritiert ein wenig die Wunschliste, bzw. was “verboten” ist (findet man auf der Homepage).
Und irgendwie ist es mir auch nicht nachhaltig genug, wenn alles neu sein muss. Ich achte bei uns drauf so ziemlich alles secondhand oder upcycling-mäßig zu bekommen und müsste dafür anders handeln. Hm, gibt es Alternativen? Ähnliche Projekte oder so, die jemand kennt?
Allgemein Gedanken dazu?
Liebe Grüße
Kasparine

Antworten

Fanthagiro (Profil) schrieb am 28.10.2020 06:24

Kinder helfen Kinder von Adra Deutschland.

https://adra.de/aktion-kinder-helfen-kindern/

Da dürfen auch gebrauchte Spielsachen rein.

Allerdings ist auch hier vorgeschrieben, was rein darf und was nicht. Außerdem muss man für den Versand der Pakete zusätzlich zahlen.

Ich packe da jedes Jahr eins oder zwei, weil es mir Freude macht. Billig ist es nicht. Schulsachen, Süßigkeiten und Hygieneartikel muss man ja trotzdem neu kaufen.

https://adra.de/aktion-kinder-helfen-kindern/

Anonym schrieb am 28.10.2020 08:59

Vorab - ich antworte anonym, weil ich nicht möchte, dass mein Nickname hier zugeordnet werden kann.

Bei unserem Projekt www.harambee.at ist es auch möglich, Spendenpakete nach Kenia zu schicken - da dürfen auch gerne gebrauchte Sachen dabei sein. Man packt zwar keine Kartons für individuelle Kinder, kann aber Fotos bekommen, wie die Kleidung oder Spielsachen an die Kinder übergeben werden. Wenn Du mehr wissen möchtest, kannst Du Dich gerne über office@harambee.at bei mir melden!

Alternativ könnte man auch für einen Kinderwunsch spenden - z.B. einen Ball, eine Schultasche, ein Bett und wir organisieren das dann vor Ort und es gibt natürlich ein Bild von der Übergabe.

Ich habe Harambee vor 9 Jahren übrigens hier im Forum kennengelernt, bin seitdem Patin von Schulkindern in Kenia, habe viele Jahre ehrenamtlich mitgearbeitet und bin mittlerweile Geschäftsführerin des Vereins. Wir sind eine relativ kleine, vor allem aber persönliche Organisation mit einer Schule in Kenia. Für unsere Kinder kann man Patenschaften übernehmen, der persönliche Kontakt zu den Kindern über Briefe ist sehr erwünscht. Theoretisch wäre sogar ein Besuch vor Ort möglich, im Moment natürlich leider schwierig.

Liebe Grüße, Cordula

www.harambee.at

Anonym schrieb am 28.10.2020 19:34

Weihnachten im Schuhkarton lehne ich ab, da es nichts as versteckte Missionierung zum christlichen Glauben ist.
Ich unterstütze hier regionale Hilfsorganisationen und hab auch schon Pakete zu "Pla*tz schaf*fen mit He*rz" gesandt.
Die Grundschule organisiert jetzt was über
"Lie*be im Kar*ton". Dazu konnte ich nichts aussagekräftiges finden, ob das nun was empfehlenswertes ist oder nicht. Ein Spendenzertifikat o.ä. habe ich nicht gefunden.
Bei Weihnachtsaktionen diesbezüglich bin ich eh immer eher kritisch eingestellt....

Lohgar (Profil) schrieb am 29.10.2020 20:18

Huhu,

ein paar Alternativen gibt es schon.

Stiftung Kinderzukunft
GAiN Gießen
bayernweit gibt es humedica Geschenk mit Herz

Lokal sammeln oftmals die Tafeln.

In Kaufhäusern gibt es oft auch diese Wunschzettelbäume. Da packt man zwar nicht so ein Päckchen, sondern besorgt ein konkretes Geschenk, aber finde ich trotzdem einen guten Lerneffekt fürs eigene Kind.

Schlussendlich ist es nie falsch, einfach die entsprechende Summe, 20 oder 25€, an eine der seriösen Organisationen zu spenden.

Letztes Jahr hat bei uns die Schulklasse bei Weihnachten im Schuhkarton mitgemacht, für dieses Jahr hab ich die obigen Alternativen vorgeschlagen, bin gespannt, wie das ankommt.

Liebe Grüße die Lohgar

Lohgar (Profil) schrieb am 29.10.2020 20:20

Achso, die verbotenen Sachen/Wunschliste (Neues...), das hat tatsächlich oft mit Zollbestimmungen zu tun. Ist deshalb auch bei fast allen Hilfsorganisationen ähnlich.

Anonym schrieb am 29.10.2020 20:57

Hi, also wir packen dieses Jahr auch zwei Kisten für Weihnachten im Schuhkarton, da die Kinder es durch die Schule mitbekommen haben und gerne wollten. Zunächst war ich auch wegen dem ‚alles neu‘ etwas irritiert, aber ganz ehrlich, das ist schon vollkommen ok so. Ich war beruflich selbst schon in richtig bitter armen Ländern unterwegs und hab mit und bei den Menschen gelebt. Da ist Nachhaltigkeit nicht wirklich von Relevanz. Natürlich freuen sich die Kinder in solchen Ländern auch einfach über einen gebrauchten Kugelschreiber, aber man sollte da nicht unsere Maßstäbe ansetzen. Wir kaufen auch überwiegend gebraucht und das nicht aus finanziellen Gründen, aber unsere Kinder leben auch im absoluten Überfluss. Wir haben für die Kisten jetzt schon gut Geld ausgegeben, dafür sind da aber auch Sachen drin, die unsere Kinder auch großartig finden und ihre Augen zum strahlen bringen :). Wenn man richtige Armut einmal gesehen und erlebt hat, sieht man das nicht mehr so kritisch.
Und an den Vorgaben selbst sehe ich jetzt gar kein Problem. Was genau stört dich daran?

Lola (Profil) schrieb am 29.10.2020 21:24

Ich schaue meist vor Ort, ob es einen Wunschbaum oder Ähnliches gibt. Z.B. haben wir ein Kinderheim vor Ort und die Kinder schreiben ihre Wünsche auf Karten, die dann in einer Sparkasse / Landratsamt oder was auch immer, am Baum hängen. Dann nimmt man sich eine Karte ab, besorgt etwas und gibt dann das fertig gepackte Geschenk bei der Sammelstelle ab.

Flaps (Profil) schrieb am 30.10.2020 00:47

Wir packen schon seit vielen Jahren für einen geistig behinderten Menschen aus einem Wohnheim ein Päckchen.
Die Vorlieben/ Wünsche der Bewohner werden vorher durch die Betreuungspersonen gesammelt und dann verteilt.
Es handelt sich bei den Beschenkten um Menschen, die keine nahen Verwandten (mehr) haben oder niemanden haben, der sie besucht und sich um sie kümmert. Und so können auch diese Bewohner Weihnachten ein Geschenk auspacken, was wirklich nur für sie ist.

Denn in meinem FSJ und auch später in der Ausbildung hatte ich es mehrmals erlebt dass für Weihnachten durch das Pflegepersonal dann eben auch mal gleich für mehrere Bewohner Bettwäsche, Handtücher oder was eben gerade so gebraucht wird gekauft wird und dann einige Bewohner mehr oder weniger identische Geschenke auspacken.

Die Wünsche erhält man anonym, da sie jeweils in Briefen zusammen mit der genauen Wohnanschrift des zu Beschenkenden und Infos zu eventuellen Besonderheiten wie Alter und Allergien, Vorlieben usw.verteilt werden. Das Geschenk kann an einer Sammelstelle abgegeben werden oder man schickt es direkt per Post ins Wohnheim.

Wir hatten schon ganz niedliche Wünsche, z.B. "ich freue mich über alles, hauptsache es ist blau, denn das ist meine Lieblingsfarbe oder ich wünsche mir ein Stück besonderen leckeren Käse nur für mich allein oder mir fehlt noch ein liegendes Pferd in meiner Schleichtiersammlung..."

Zu einem geistig behindertem Bewohner haben wir seit dem Geschenk vor einigen Jahren auch Briefkontakt, weil wir unsere Anschrift mit auf die Weihnachtskarte geschrieben hatten. Er gibt sich immer ganz viel Mühe mit seiner Post an uns.

Vielleicht gibt es bei euch ja auch irgendwo so etwas?
Unter Umständen können da auch Träger der Wohnheime Auskunft geben.


Liebe Grüße
Flaps

joanka (Profil) schrieb am 02.11.2020 18:31

Hallo Kasparine,
mir ging es anfangs ähnlich wie dir. Meine Kinder trugen second-Hand-Klamotten, und in die Päckchen sollten neue? Inzwischen weiss ich warum! Und packe seit Jahren gerne mit meinen Kindern Päckchen für Weihnachten im Schuhkarton.
Zum einen sind die Vorgaben zollrechtliche Gründe, z.B. die Hygienedusche für gebrauchte Kleidung verträgt sich schlecht mit den Schulmaterialien und Süssigkeiten, zum anderen zeigt es dem Kind Wertschätzung, wenn es neben seinen ärmlichen gebrauchten Klamotten die ersten neuen Sachen in der Hand hält.
Vor Jahren konnte man auch neuwertige Sachen einpacken, du glaubst nicht, was manche Spender unter neuwertig verstanden :-(
Und für die Empfängerkinder ist es oftmals das erste Geschenk in ihrem Leben. Dort herrscht solche Armut, das du dir sicher sein kannst, das die Kinder nachhaltig mit deinem Geschenk umgehen.
Wenn du nicht neu kaufen magst, selber machen ist auch erlaubt. Z.B. Socken, Pullover oder ein Plüschtier stricken, Spielzeug aus Holz selber bauen, Mütze und Schal für das Kind häckeln, Weihnachtskarte oder Püppchen basteln...
Ich lege gern auch Schulhefte mit dem blauen Engel rein, Buntstifte und Anspitzer....
Liebe Grüße joanka

joanka (Profil) schrieb am 02.11.2020 18:35

Mir fiel noch was ein: Spielzeugpistolen und gruseliges soll nicht rein, da es sich teilweise um traumatisierte Kinder aus Kriegsgebieten handelt.
Nussschokolade ist aus zollrechtlichen Gründen nicht erlaubt so weit ich weiß.

Julikind (Profil) schrieb am 04.11.2020 19:33

Hallo Kasparine, ich halte es wie Joanka. Wir packen gerne Päckchen und obwohl ich für mich und meine eigenen Kinder bis auf wenige Ausnahmen Sachen gebraucht kaufe (eben aus Gründen der Nachhaltigkeit ), kaufe ich für die Päckchen neue Kleidungsstücke. Da es sich meist um Warmes für Kopf und Hals handelt, erstehe ich gerne handgefertigtes von einer netten Hobbynäherin. Und am besten was, das über eine längere Zeit mitwächst.
Alternativ wären vielleicht reine Lebensmittel- und Hygieneartikelpakete etwas? Oder ein Einkauf für die örtliche Tafel?

Kasparine (Profil) schrieb am 05.11.2020 20:45

Danke für eure zahlreichen Antworten, ich hatte mir erhofft, dass ihr meinen Horizont da erweitert und das habt ihr auch. Ich lass mir das jetzt mal durch den Kopf gehen. Ich hab’s gar nicht mit der Kirche und bin da meist negativ voreingenommen, was ja nicht sein MUSS. Aber so kann ich mal in mich gehen und eine Entscheidung treffen. Nochmals danke für all den Input und die vielen Alternativvorschläge!

Herzliche Grüße...

Henni (Profil) schrieb am 05.11.2020 21:55

Die Organisation hinter dieser Schuhkarton-Aktion heißt Samaritan's purse, das ist eine evangelikale Organisation. Die beiden großen christlichen Kirchen in D haben damit nichts zu tun und haben sich zum Teil schon von der Aktion distanziert.
Das wollte ich nur hier lassen, weil die Aktion weiter oben allgemein mit "Kirche" in Verbindung gebracht wurde.

Ich selbst habe dabei ein einziges Mal mitgemacht und mich gar nicht wohl gefühlt dabei.

Wir haben als Familie gemeinsam ein Patenkind, die Patenschaft haben wir mal anläßlich eines Weihnachtsfestes begonnen und die Geschenke entsprechend kleiner ausfallen lassen.

Die verschiedenen Vorschläge weiter oben sind auch gut, ich kenne hier in der Gegend gar keine ähnliche Aktion mit Wünschen, die man erfüllen kann, aber wenn ich suche und mich umhöre, finde ich sicherlich was.

Guter Impuls, danke!

Henni

Kasparine (Profil) schrieb am 13.11.2020 10:52

Hallo flaps,
Hast du da mehr Info, ich krieg hier vor Ort irgendwie nix heraus bei den Trägern.
Viele Grüße kasparine

Flaps (Profil) schrieb am 13.11.2020 15:43

Hmm... das ist ja schade!

Das lief über das Epilepsiezentrum in Klein Wachau.

Vielleicht gibt es so was aber auch in anderen Behinderteneinrichtungen oder Altenpflegeheimen?


LG
Flaps

Lola (Profil) schrieb am 13.11.2020 16:10

@ Henny

Einmal war keine Karte mehr dran, also alle Wünsche verteilt. Ich habe dann über eine Freundin von Jugendamt für ein Kind einen Wunschzettel bekommen. Das wäre vielleicht auch eine Anlaufstelle?

Oder selber initiieren? In der alten Heimat hat das die Sparkasse für Menschen gemacht, die selber nicht so viel Geld zur Verfügung hatten. Von denen gibt es dieses Jahr Dank Kurzarbeit oder gar keiner Arbeit ja sicher auch einige. Wie sie das geprüft haben, weiss ich allerdings nicht.