"Ehe ohne Sex"

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Anonym schrieb am 08.01.2021 15:50

Ehe ohne Sex

Wir haben keinen Sex mehr. Ich stille nicht mehr, bin nicht schwanger, unsere Kinder sind alle aus dem Gröbsten raus.
Wir haben schon laaaaange keinen Sex mehr (das letzte Mal ist dadurch unser Jüngstes entstanden).
Ich kann damit sehr gut leben weil ich kein Verlangen habe.
Jetzt will er, dass sich was ändert. Aber ich kann nicht. Ich will nicht mal sexuelle Berührungen.
Früher, vor langer Zeit, war das mal anders. Nicht super, aber besser.
Wir führen eine lange Beziehung (22 Jahre), ich nehme ein Antidepressivum auf das ich angewiesen bin und das jegliche Lust killt. Außerdem wurden mir vor ein paar Jahren schon die Eierstöcke entfernt.
Ich kriege Panik! Was mach ich denn jetzt?
Bin ich frigide?
Ist das nur bei uns bzw. mir so oder kann man trotzdem eine gute Partnerschaft haben?
K.

Antworten

Anonym schrieb am 08.01.2021 20:17

Schweres Thema.

Aber egal was du bist.
Du bist wie du bist.
Eine gute Ehe....dann wenn beide mit klar kommen.
Wenn es ständig streit oder stress gibt.....
Ich würde mit ihm reden, ihm sagen wie es dir geht.
Für mich fängt sex im Kopf an.
Erstmal in Gedanken zulassen.


Ich verstehe dich aber ihn auch.
Hilft dir nicht weiter.
Er hat es geschafft, seine Bedürfnisse mitzuteilen.
Vielleicht schaffst du das auch

Lg
N.

Anonym schrieb am 08.01.2021 20:24

Hi,

also ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr da ohne professionelle Hilfe klar kommt.

Wenn das eine Sache ist, die schon so lange besteht - wie findet ihr denn da einen Anfang, überhaupt eine Möglichkeit, darüber zu reden?
Vor allem vorwurfsfrei darüber zu reden.
Die Fronten sind ja scheinbar unüberbrückbar - so wie du das für dich klar machst, dass du ganz und gar keinen auf keinen Fall - nie wieder Sex!
Wär schon ein arger Zufall, wenn dein Mann das genau so sehen würde.

Warum ist das denn so bei dir?
Früher war es anders?

Hast du gar keine Idee, wo du ansetzen könntest?
Möchtest du nichts an der Situation ändern?
Und wie soll es weitergehen, wenn dein Mann verständlicherweise eine Partnerschaft mit Sex haben will?

Puh - da gibts doch sicherlich Stellen und Leute, die einem weiterhelfen können - viel Erfolg!

Anonym schrieb am 09.01.2021 10:02

Ich würde das bei der Person, welche die Antidepressiva verschrieben hat schildern. Eventuell gibt es andere, die keine Einwirkung auf die Libido haben?

Was mir noch einfällt.... es laaaangsam angehen, mal nur z. B. sich gegenseitig die Füße oder die Hände massieren oder den Rücken, Nacken usw. - also mal mit "absichtslosen" Berührungen anfangen.

Professionelle Hilfe würde ich auch empfehlen.

Anonym schrieb am 09.01.2021 11:41

Und wie würde es Dir mit einer „offenen“ Ehe gehen? Bei uns ist es andersrum. Und DAS ist für uns seit 10 Jahren ein guter Weg. Ich liebe meinen Mann, nur Sex ist nicht seine Sache. Meine schon. Wir haben langsam angefangen, viel Geredet. Es ist nicht immer ganz einfach, ich hab oft ein schlechtes Gewissen, aber wir sind als Familie und Partner damit in der Lage „klar zu kommen“. Scheidung war kein Weg und Enthaltsamkeit auch nicht...

Anonym schrieb am 09.01.2021 15:06

Danke für eure Antworten. Insgeheim habe ich gehofft, dass es Frauen gibt, denen es genauso geht :).


Aber egal was du bist.
Du bist wie du bist.

Danke liebe N (ich weiß wer du bist;). Das tut gut. Ich habe immer das Gefühl, mich verbiegen zu müssen.
Übrigens verstehe ich ihn auch. Mir wäre es auch lieber, wenn ich "normal" wäre.



Warum ist das denn so bei dir?
Früher war es anders?
Hast du gar keine Idee, wo du ansetzen könntest?
Möchtest du nichts an der Situation ändern?


Das letzte Mal hatten wir Sex um schwanger zu werden. Schon damals wollte ich nicht, Ich wollte ein weiteres Kind aber keinen Sex. Danach habe ich mich schrecklich schlecht gefühlt, als hätte ich mich selbst missbraucht. Ich habe keine Ahnung, warum.
Früher war Begehren und Lust dabei.
Ändern würde ich es schon gerne. Ich weiß aber auch, dass ich auf sexuelle Berührungen nicht anspreche, dass sie eher nerven.
Eigentlich geht nur kuscheln, wenn ich meinen Kopf auf seine Schulter lege.


Ich würde das bei der Person, welche die Antidepressiva verschrieben hat schildern. Eventuell gibt es andere, die keine Einwirkung auf die Libido haben?

Was mir noch einfällt.... es laaaangsam angehen, mal nur z. B. sich gegenseitig die Füße oder die Hände massieren oder den Rücken, Nacken usw. - also mal mit "absichtslosen" Berührungen anfangen.

Professionelle Hilfe würde ich auch empfehlen.


Das Antidepressivum habe ich von einem Neurologen, einem männlichen Arzt. Ich getraue mich nicht, mit ihm über meine Libido zu sprechen.
Die Massageideen klingen aber sehr gut! Rücken, Nacken massieren. Das würde mir sehr gut gefallen. Danke!
Und um eine professionelle Therapie kommen wir wahrscheinlich nicht herum.

Und wie würde es Dir mit einer „offenen“ Ehe gehen?
Mein Mann ist nicht der Typ, der eine Geliebte hat. Hast du nur einen zusätzlichen Partner, ist der auch gebunden? Hat das keine Auswirkungen auf euer Familien- und Eheleben? Praktisch könnte ich mir das vorstellen (dann hätte ich Ruhe), theoretisch leider überhaupt nicht.

Danke für eure Ansätze und Ideen!
Heute Abend bin ich schon mit meiner Ältesten "verabredet", wir wollen uns einen Fernsehabend machen. Morgen Abend versuche ich es mal mit Masaage. Das wird nicht leicht, weil mein Mann dafür zu ungeduldig ist.

Liebe Grüße
die TS

Anonym schrieb am 09.01.2021 16:05

Hast du dich schon Mal mit dem Thema asexualität auseinander gesetzt? Es ist nach wie vor ein Tabuthema aber gerade in den letzten Jahren hat sich ein bisschen was getan und es lassen sich mehr Infos finden und auch ein paar gute TV Beiträge. (Einfach Mal googeln und nach Videos suchen, es gibt zb einen ganz guten Beitrag bei frautv)
Ganz wichtig finde ich, dass es nicht unnormal ist keine Lust auf Sex oder körperliche liebe zu haben. Das ist absolut OK und du bist nicht falsch oder ähnliches.
In einer romantischen Paarbeziehung kann das natürlich zu Spannungen führen. Ich empfehle euch zu finden einer Lösung eine Beratung bei einer/m sexualtherpeut/in. Viele Paartherapeuten sind leider immer noch der Meinung, dass Sex zu einer gesunden Beziehung dazu gehört. Also fragt bei der Suche am besten direkt nach.
Für viele gehört körperliche liebe zu einer Paarbeziehung dazu, es gibt aber auch Möglichkeiten anders damit umzugehen bzw. Bedürfnisse auszulagern. Du bist nicht dafür verantwortlich die Lust deines Mannes zu befriedigen, ihr solltet brauchen einen Weg zu finden der für euch beide passt.
Was die Medikamente betrifft, kannst du dich vielleicht bei einer unabhängigen psychosozialen Beratungsstelle oder ähnlichem beraten lassen.

natascha (Profil) schrieb am 09.01.2021 18:50

Anonym schrieb am 09.01.2021 18:54

Was mir wichtig wäre, reden reden reden.
Damit es keine Enttäuschung gibt. Masage ja, super.....aber....
Wenn dich das Stresst, mit nem Mann drüber zu reden....hast du evtl eine Frauenärztin?
Dass du das Thema angehst, sagt ja, dir ist dein Mann und deine Ehe wichtig.


Lg.

Anonym schrieb am 09.01.2021 18:56

Verbiegen ist immer doof, aber entgegenkommen....
Lg .

Anonym schrieb am 10.01.2021 06:57

Mir ging es in meiner Erst-Ehe so. Im Grunde war es ab nach dem ersten Kind unvorstellbar für mich jemals wieder GV zu haben. Im Grunde lief es nur noch, um schwanger zu werden (hat auch mehrfach geklappt). Ich hatte so einen Moment, in dem ich mich einließ und beinahe wie missbraucht fühlte. Da war nur noch Ekel vor körperlicher Nähe.
Habe mich auch mit Asexualität usw. beschäftigt.
Mein Mann wollte auch mehr Sexualität, für mich ging das gar nicht.
Schlussendlich spielte das Thema bei der Trennung keine Rolle, aber nach einer kurzen Akutphase war mein erster Gedanke: oh mein Gott, ich bin allein, ich werde nie wieder S*x haben! Und das war plötzlich ein ganz schrecklicher Gedanke.

Lange Rede, kurzer Sinn - es kann durchaus auch sein, dass man für körperliche Nähe zu einem Menschen nicht (mehr) bereit ist. Diese Option würde ich nach meiner persönlichen Erfahrung nicht gänzlich ausschließen. Erst als mein Kopf frei von der Thematik war, konnte ich den Gedanken an Nähe wieder zulassen, und was soll ich sagen - ich hatte seit der Trennung viel S*x. Mehr als in der ganzen jahrelangen Beziehung.

Inwiefern eine Paartherapie da der (erste) Ansatz sein sollte, weiß ich nicht. Vielleicht eher erstmal du allein?!

Alles Gute!

Anonym schrieb am 16.01.2021 15:14

bei uns war es aus Krankheitsgründen auch so
nur er wollte nie
ist schief gegangen
kann woanders klappen

ich finde s+x supertoll und superwichtig und will darauf nicht verzichten!