"Mann hat Depressionen"

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Anonym schrieb am 05.04.2021 11:15

Mann hat Depressionen

Hallo liebe Mamis,

seit ein paar Jahren spitzt sich die Situation schon zu, mein Mann hat Depressionen. Als er im Januar nun sagte, er will nicht mehr, habe ich ihn zum Arzt geschleppt und Arzt und ich haben es geschafft, einen Klinikplatz zu bekommen. Nun geht er in 2 Tagen in die psychosomatische Klinik und mein Kopf raucht. Ich bin selbst inzwischen so fertig dass ich noch nicht weiß, wie ich die nächste Zeit mit meinen 2 Kindern, 5 und 7jahre, schaffen soll. ich merke wie mir die Kraft fehlt und hier bleibt so vieles liegen! der Berg wird immer größer. Und diese Unsicherheit, wie kommt wieder heim, er hat seit Jahren große Probleme, eine Veränderung überhaupt zuzulassen.
Die Situation ist für mich und die Kinder einfach so erdrückend.

Vielleicht ist ja jemand in ähnlicher Situation und hat irgendwelche Ratschläge? Ich selbst bin auch mit depressivem Vater aufgewachsen, noch heute ist er schwer depressiv aber zum Glück mit Tabletten einigermaßen eingestellt, ich kann immernoch nicht glauben, dass nun mein Mann genauso dasteht. Puh, nicht einfach.
Besonders bei den Kindern merke ich wie ich einfach Mutter und Vater nicht gleichzeitig sein kann! Besonders mein Großer bräuchte dringend einen Mann, der ihm das Leben zeigt.

Ich grüße euch lieb

S.

Antworten

natascha (Profil) schrieb am 05.04.2021 12:01

Hi
Fuehl dich gedrueckt.

Erstmal durchschnaufen, emotionale Last wiegt viel, vielmehr als alles, was man sidht.
Aufraeumen..... Die groesste Unordnung , aus meiner Sicht, ist aufgeraeumt, dein Mann. Der Rest kann liegen bleiben.
Waesche nicht so wichtig.
Boden, egal.
Du kannst es nur laufen lassen, lass los was evtl. Kommt, hast du nicht in der Hand.
Du wirst sehen, wenn du die Verantwortung fuer deinen Mann abgibst
Und deinen Kinder Verantwortung zutraust, werden sie stark und es regelt sich.
In dem alter koennen sie viel mehr. Wir haben als Wettlauf gegen die Uhr aufgeraeumt.
Die Zeit die Ueber blieb, haben wir was gemacht.
Gespielt gekocht
Gebacken.

Ich weis, hoert sich leicht an.
Aber es kommt auch ohne deine Gedanken.
Wenn es dir hilft, mach dir nen Plan. Mo. Bad putzen.
Speiseplan fuer ne Wicge.....
Hab vertrauen


Lg Natascha

Was die Zukunft bringt, das kommt

Anonym schrieb am 05.04.2021 14:13

Schau mal bei der nächsten Selbsthilfekontaktstelle nach, ob es vielleicht eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit psychischen Problemen gibt.
Zu Coronazeiten laufen einige dieser Treffen mittlerweile virtuell ab und die Teilnahme ist somit auch für Eltern, die sich gerade alleine um die Kinder kümmern, machbar.

Habt Ihr Euch schon um einen Therapieplatz für nach der stationären Therapie gekümmert?
Die Probleme/die Erkrankung ist ja nach einer solcher Maßnahme nicht auf einmal verschwunden und der Alltag zuhause fordert den Betroffenen ja nochmal ganz anders. Wenn dann keine therapeutische Anbindung zuhause gesichert ist, fallen viele Betroffene nach Heimkehr aus einer Klinik wieder in ein schwarzes Loch.
Und einen Platz für eine ambulante Therapie zu finden, ist oft sehr schwer und mit langen Wartezeiten verbunden. Gleiches gilt für einen ortsansässigen Psychiater, falls Medikamente weiter verschrieben werden müssen.

Dein Mann soll möglichst dort in der Klinik vor der Entlassung schauen, ob man ihm für den Wiedereinstieg zuhause eine ambulante psychiatrische Krankenpflege (psychiatrische häusliche Krankenpflege) verschreiben kann.
Du könntest in der Zwischenzeit herausfinden, welche Pflegedienste für ambulante psychiatrische Krankenpflege in Eurer Nähe von Eurer Krankenkasse zugelassen sind (oder Dein Mann erledigt das von der Klinik aus - dort gibt es i.R. Sozialarbeiter, die sich um solche Dinge kümmern können). Die Verschreibung muss vorab durch die Krankenkasse bewilligt werden (bevor der Dienst in Anspruch genommen wird).
Dabei handelt es sich um entsprechend fortgebildete Pflegekräfte (mit Spezialisierung auf psychische Erkrankungen), die entweder dazu da ist, einen Aufenthalt in einer psych. Klinik zu vermeiden und oder den Übergang von einer Klinik in den normalen häuslichen Alltag zu erleichtern.
Eine solche Unterstützung würde nicht nur Deinem Mann helfen, den Behandlungserfolg in der Klinik zuhause umzusetzen, sondern Dich auch entlasten, weil Du dann nicht der Ansprechpartner für die Probleme Deines Mannes bist.
Diese Verschreibung kann wieder nur ein Psychiater oder Kassentherapeut und NICHT der Hausarzt ausstellen (es sei denn er hat eine therapeutische/psychiatrische Zusatzausbildung). Sie läuft anfangs über 14 Tage und kann dann mehrfach verlängert werden.

Schaut, ob Ihr einen Treffpunkt für Menschen mit psychischen Probleme in der Nähe habt, oder einen Anbieter, der unterschiedliche Hilfen für Menschen mit psych. Problemen anbietet.
Gerade während der Wartezeit auf einen Platz in einer ambulanten Therapie, können die vieles durch ihre Angebote abfangen. Da es sich dabei um Angebote für Menschen mit gesundheitlichen Problemen handelt.
Sie helfen ggf. auch bei der Beantragung von weiteren Hilfen.
Ich selbst habe mir einen solchen Anbieter gesucht. Ich verlinke mal zu ihm, damit Ihr eine Vorstellung bekommt, was ich damit meine:
https://www.bruecke-flensburg.de/
Nach so etwas in Eurer Gegend solltet Ihr Ausschau halten.


Besteht eine psychische oder chronische Erkrankung voraussichtlich länger als 6 Monate, wird sie als Behinderung angesehen und man hat dadurch Anspruch auf die unterschiedlichsten Hilfen.
Das Gebiet ist sehr komplex, da hier verschiedene Kostenträger in Frage kommen könnten (Krankenkasse, Pflegekasse, Eingliederungshilfe, Sozialamt, Jobcenter ... Reha-Träger ...).
Hier gibt es seit kurzem eine spezielle Beratungsart:
die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB)
unabhängig=weil unabhängig von Leistungsanbietern und Ämtern
Sie beraten Menschen mit Behinderungen oder solchen, die davon bedroht sind über die unterschiedlichsten Hilfen. Helfen bei der Planung, Zielsetzung und Beantragung dieser Hilfen.
Viele Selbstvertretungs- und Betroffenenverbände bieten diese Art von Beratung an. Es gibt Beratungsstellen, die auf spezielle Behinderungen ausgerichtet sind (weil sie z.B. zu einem entsprechenden Betroffenenverein gehören) oder breit ausgerichtete. Die Beratungen dort finden im Peer Counselling Verfahren statt. Dies bedeutet, dass die Berater selbst Betroffene (natürlich mit einer besonderen Ausbildung) sind. Von vielen Behörden und kommerziellen Hilfeanbietern wird man oftmals sehr herablassen und entwürdigend aufgrund seiner Erkrankung oder Behinderung behandelt. Bei diesen Beratungsstellen ist dies ganz anders. Es wird auf Augenhöhe beraten, weil alle auch die andere Seite aus eigener Erfahrung kennen. (Den Link zu diesen Beratungsstellen hänge ich unten an).

Eine weitere Möglichkeit der Hilfe für Deinen Mann, um im Alltag wieder mehr Fuß zu fassen, wenn er aus der Klinik kommt, wäre eine Ergotherapie:
https://www.psychiatrie.de/behandlung/ergotherapie.html

Eine weitere Möglichkeit der Unterstützung für Menschen mit psychischen Problemen wäre eine ambulante Betreuung, die über die Eingliederungshilfe beantragt werden kann (die Kostenerstattung ist aber einkommensabhängig, wer über gewisse Freigrenzen verdient, muss diese Art von Hilfe selbst bezahlten).

Bitte erkundigt Euch rechtzeitig, welche Hilfen es vor Ort gibt, welche Hilfen in welchen Situationen beantragt werden können und beantragt sie RECHTZEITIG und nicht zu spät (auch die Beantragung dauert Zeit).


Sucht den Kontakt zu einem Verband/Verein/Organisation für Menschen mit psychischen ERkrankungen / Psychiatrieerfahrung / Psychiatrieerfahrene o.ä.
Dort kann man Euch i.R. sagen, welche Angebote es bei Euch vor Ort gibt.

https://www.teilhabeberatung.de/artikel/erganzende-unabhangige-teilhabe-beratung

Anonym schrieb am 05.04.2021 14:56

Wenn es irgendwie wie möglich ist, vermeidet es, Hilfen über das Jugendamt zu beantragen. Nach diversen Kampagnen, "wie gefährlich Eltern mit psychischen Erkrankungen" für Kinder sind, drehen viele Sachbearbeiter bei dem Thema total durch.
Versucht möglichst mit Hilfen aus anderen Quellen auszukommen.

Sollte sich der Weg über das Jugendamt nicht vermeiden lassen, dann unbedingt vorsichtig sein. Niemals alleine zu Gesprächen dorthin, am besten eine TeilhabeberaterIn (EUTB) mit zu den Gesprächen als Begleitung mitnehmen (zu deren Aufgaben gehört es, in solchen Gesprächen mit Behörden und Institutionen darauf zu achten, dass die besonderen Bedürfnisse des Menschen mit Behinderungen wahrgenommen und diese nicht diskriminiert werden).

Falls Ihr nicht umhin kommt, eine sozialpädagogische Familienhilfe in Anspruch zu nehmen, dann solltest Ihr von Eurem Wahlrecht gebrauch machen und schauen, dass es sich um einen Träger handelt, der auf die Unterstützung von Menschen mit Depressionen/psychischen Erkrankungen spezialsiert ist. Viele Feld-Wald-Wiesen-Pädagogen mit denen die Jugendämter am liebsten als Familienhilfen zusammenarbeiten, haben total durchgeknallte Ansichten über Menschen mit psychischen Erkrankungen. Versucht Euch da vorher umzuhören, welche Dienste empfehlenswert sind.

Ich will Euch keine Angst machen. Aber ich berate ehrenamtlich Menschen mit Behinderungen/chronischen (inkl. psych.) Erkrankungen als auch Eltern die mit dem Jugendamt Ärger haben (habe aber noch keine spezielle Ausbildung hierfür - würde sehr gerne die Ausbildung zum Peer Counselorin für die EUTB-Beratung machen, wenn ich die Kinderbetreuung und Finanzierung für die Lehrgänge geregelt bekäme).
Manche Sachbearbeiterin Jugendämtern oder auch Pädagogen in Kitas oder Lehrer drehen total am Rad, wenn sie erfahren, dass ein Elternteil psychische Probleme hat.

Da reicht es manchmal echt schon aus, dass ein Kind erwähnt, dass ein Elternteil eine psych. Erkrankung hat oder in einer Klinik ist, und es geht eine Meldung ans JA raus.
Es muss nicht immer so sein, aber es kommt leider vor. Und wenn man dann nicht weiß, wie man sich zu verhalten hat, wo man sich beraten lassen kann und woher man Hilfe bekommt, besteht eine gewisse Gefahr, dass die Situation sehr schnell eskalieren kann.

Sehr oft versuchen Jugendämter sehr schnell eine sozialpädagogische Familienhilfe zu installieren, sobald sie irgendwie auf eine Familie aufmerksam geworden sind.
Oftmals geht es gar nicht darum, ob die Familie wirklich diese Hilfe benötigt, sondern darum, dass das Jugendamt/die Sachbearbeiter Angst haben, dass sie durch die Presse gezerrt werden, wenn einem Kind etwas passiert. Dazu kommt, das viele JA-Mitarbeiter hoffnungslos überlastet sind (es gibt die Empfehlung, dass eine MitarbeiterIn max. 35 Fälle betreuen kann - die Realität sieht aber so aus, dass sie eigentlich i.R. 50-100 Fälle oder mehr betreuen müssen). Dadurch können sie sich kein genaues Bild über jede Familie machen und deshalb stopfen sie gerne sofort eine Familienhilfe in jede Familie. Damit sind sie aus dem Schneider, weil sie ja eine Hilfe installiert haben und die Hilfe dann als ihre Kontrollinstanz dient.

Dann gibt es ein weiteres Problem, was viele Eltern nicht wissen:
Ist das Jugendamt der Meinung, eine Hilfe installieren zu wollen und empfielht das Eltern in einem Gespräch, dann ist es ein kapitaler Fehler, zu antworten "NEIN, ich brauche die Hilfe nicht".
Diese Antwort kann dazu führen, dass es zu einer sofortigen oder späteren Inobhutnahme der Kinder kommt.
Warum?
Es wird wie folgt argumentiert:
Die Weigerung eine Hilfe anzunehmen oder mit einer Hilfe 'vernünftig' zusammenzuarbeiten wird im System Jugendamt/Familiengericht automatisch als Kindeswohlgefährdung angesehen (=mangelnde Fehlereinsicht).

Diese übliche Argumentation ist vielen Eltern nicht bekannt - auch mir was das nicht bekannt und hat im Endeffekt vor Jahren zur Inobhutnahme meiner Tochter geführt.

Was sollte man also machen, wenn das Jugendamt in einem Gespräch Eltern fragt, ob es nicht eine gute Idee wäre, eine Familienhilfe (oder andere Art von Hilfen zur Erziehung) zu kriegen?

Nicht sofort und kategorisch ablehnen, sondern sich Bedenkzeit erbitten und sich Kopien von allen Anträgen, Schrifststücken etc. geben zu lassen und damit zu einer Beratungsstelle gehen.

Der erste Ansprechpartner bei Problemen mit dem Jugendamt und auch bei Problemen mit Trägern der Kinder- und Jugendhilfe (Kita, Hort, Familienhilfen etc.) wäre eine Ombudsstelle für Kinder- und Jugendhilfe.
Die dortigen Mitarbeiter sind i.R. sehr erfahren und beraten sehr gut. In kaum einem Jugendamt bekommt man seine eigenen Rechte etc. erklärt und schon allein daher ist die Beratung einer Ombudsstelle Gold wert.

Auch sollte man nicht Zögern bei den kleinsten Unstimmigkeiten oder wenn einem irgendwas komisch vorkommt, sofort eine Ombudsstelle einzuschalten.
Denn so lange kein Familiengericht eingeschaltet ist, können die Ombudspersonen schlichtend beim Jugendamt eingreifen und Euch helfen Eure Wünsche dort durchzusetzen (sofern sie realistisch sind). Oftmals ist dies der schnellere und unkompliziertere Weg als über einen Anwalt oder das Abwarten einer Eskalation ...
Ich konnte schon super-viel über 'meine' Ombudsstelle erreichen.

Leider sind manche Ombudsstellen zeitweise überlastet - steht man unter Zeitdruck, kann man alternativ oder zusätzlich dazu sich auch über eine beliebige Familien- oder Erziehungsberatungsstelle Rat suchen. Gerade die örtlichen Beratungsstellen des Kinderschutzbundes haben einen sehr guten Rat.
Fragt dort auch immer mit, ob es die Möglichkeit gibt, dass die dortigen Berater Euch zu Gesprächen beim JA begleiten könne (wenn möglichst nie alleine dorthin - Ombudspersonen machen dies auch, haben aber selten ausreichend Kapazitäten dafür, wenn man gleich mit seinem Anwalt dort auftaucht, kann dies sehr eskalierend auf die Situation wirken (manchmal aber nötig sein) - neben der Begleitung durch eine Teilhabeberatung wäre halt so jemand von einer solchen Beratungsstelle noch eine gute Alternative).

Aber zurück zum Ausgangsproblem:
- Das JA bietet Euch eine Hilfe an, die ihr nicht annehmen wollt
- Ihr bittet um Bedenkzeit
- Ist die Frist zu kurz ggf. SCHRIFTLICH um Verlängerung bitten (z.B. mit Verweis auf einen Beratungstermin)
- eine vom JA empfohlene Hilfe grundsätzlich nur SCHRIFTLICH und mit hieb- und stichfester Begründung ablehnen. Unbedingt bei der Formulierung der Ablehung beraten lassen (Ombudstelle, Kinderschutzbund, Familien- oder Erziehungsberatungsstelle oder notfalls auch Anwalt)
- schriftlich ist wichtig, damit es in die Jugendamtsakte kommt
- die Begründung sollte derart sein, dass sie ggf. vor einem Familiengericht auch anerkannt werden würde.

Warum das so wichtig ist:
Ein gedankenlos gegenüber dem JA geäußerter Satz wie z.B. "ich glaube nicht, dass ich eine Hilfe brauche, ich komme eigentlich gut zurecht" kann dazu führen, dass das JA mit der Begründung "Eltern lehnen Hilfe" ab beim Familiengericht eine Inobhutnahme im Eilverfahren sofort bewilligt bekommt - ohne Anhörung der Eltern. Gerade jetzt zu Coronazeiten sind Zahlen für Eilverfahren beim Familiengericht für Inobhutnahmen (tw. sogar mit sofortiger vorrübergendem Sorgerechtsentzug) extrem sprunghaft in die Höhe gegangen, d.h. das Gericht winkt solche Entscheidungen ohne Anhörung der Eltern durch und man steht auf einmal über Nacht ohne Kinder und ohne Sorgerecht da.

https://ombudschaft-jugendhilfe.de/ombudsstellen/

Anonym schrieb am 05.04.2021 18:36

Wenn Du meinst, dass Du es nicht mehr schaffst und/oder einfach jemand zum Reden brauchst, dann suche Dir am besten professionelle Hilfe:

Suche mal nach Krisenzentrum, Krisendienst (allgemein, für Menschen mit psychischen Erkrankungen / sonstigen psychosozialen Krisen).
Diese Dienste kannst Du auch als Angehöriger eines Menschen mit akuter Krise in Anspruch nehmen.
Dort gibt es Menschen, die viel Erfahrung mit solchen Situationen haben.

Außerdem könntest Du Dich auch an den sozialpsychiatrischen (Not) Dienst vor Ort wenden. Auch dort wird man in Krisensituationen beraten. Es gibt da auch Sozialarbeiter, die einem bei Anträgen u.ä. helfen.
i.R. wissen sie dort auch gut bescheid, wo es in der Nähe welchen Therapien gibt und wie ggf. die Wartezeiten dafür sind.

Der Unterschied zwischen beiden Stellen:
Die Krisenzentren/-dienste sind meist aus Zusammenschlüssen verschiedener Therapieeinrichtungen vor Ort entstanden und dienen als Notanlaufstelle außerhalb der Öffnungszeiten normaler Einrichtungen-

Der sozialpsychiatrische Dienst ist dagegen staatlich.
Er wird z.B. auch von den Behörden eingeschaltet, wenn z.B. jemand akut selbstmordgefährdet oder fremdgefährdend ist. Dieser Dienst ist dann für eine erste Einschätzung zuständig und leitet ggf. eine Zwangseinweisung in eine geschlossene Psychiatrie ein.
Dadurch haben einige Betroffene schlechte Erfahrungen mit diesem gemacht und meiden diesen Dienst.

Noch der Inobhutnahme meiner Tochter hatte ich mich dorthin gewandt und mehrfach telefonische Beratung gesucht.

Der Leiter des Dienstes, von dem mein jetziger Helfer kommt, hat mir allerdings geraten, bei akuten Notlagen lieber den Krisendienst in Anspruch zu nehmen als den sozialpsychiatrischen Dienst, weil es bei letzterem striktere Regeln gibt, dass bei mitbetroffenen Kindern sehr schnell das Jugendamt eingeschaltet werden muss.

Der Krisendienst hat da mehr Freiheiten.

Anonym schrieb am 06.04.2021 19:07

Ich danke euch für eure Antworten.

Natascha, mit meinen Jungs habe ich geredet, ich brauche Hilfe und wir sollten die Aufgaben besser verteilen. Die Antwort meines Großen: Warum denn, du hast doch ohne Papa nicht mehr Arbeit, der macht doch im Haushalt sowieso nichts.
Jaja, traurig, wie sollen denn meine Jungs da lernen, dass man eigentlich die Arbeit teilt? Ich frage mich, ob ich das Thema Depression mit meinem Großen besprechen sollte. Bisher habe ich immer gesagt, Papa ist momentan gestresst und darum muss er nun mal in die Kur. Kur kennen sie beide von unserer Mutter-Kind-Kur.

Danke auch für die weitere Beratung. Soweit habe ich noch nicht gedacht, wie das nach der Klinik wird, an das Jugendamt habe ich ja so überhaupt nicht gedacht. Bisher wissen die im Kindergarten und Schule ja auch nicht was Sache ist. Aber vielleicht erzählen es die Jungs ja.

Ambulante Therapie hat er heute angerufen. er steht nun auf der Warteliste. Ein Jahr Wartezeit. Hihi... Hätte er mal gleich im November angerufen oder vor einem Jahr, da habe ich ihn schonmal darauf gedrängt, sich eine Therapie zu suchen, dann wäre das Jahr nun um, doch nun ist es so. Immerhin er hat heute angerufen.

Vielleicht schaue ich wirklich mal nach einer Selbsthilfegruppe, online wäre mir das ja machbar.
Ich glaube dass wenn er mal endlich im Auto sitzt morgen, dass wir 3 dann einfach mal erleichtert sein können und aufatmen werden. Diese schlechte Laune hat auch was mit den Kindern gemacht die letzten Tage.

S.

himbeere (Profil) schrieb am 06.04.2021 19:30

Ich kann nichts beitragen, aber ich wollte dir einen lieben Gruß dalassen. Viel Kraft und positive Energie für die nächste Zeit rüberschicken...

Fashymama (Profil) schrieb am 06.04.2021 20:15

Ich finde diese Panikmache vor dem Jugendamt furchtbar.
Ich hab völlig andere Erfahrungen eher, dass sie zu spät eingreifen.
Nun ja, ich denke auch nicht, dass du das Jugendamt brauchst. Eher eine Haushaltshilfe, Babysitter oder ne Freundin mit ner Flasche Wein und viiiel Schoki.
Hast du jemanden Freude/ Familie wo die Jungs mal ein paar Stunden bleiben können.
Entweder du schläfst oder putz mal in Ruhe die Bude. Mir hilft äußere Ordnung herstellen oft mich auch innen ruhiger zu fühlen.
Und wenn nix geht dann geht nix. Ab in den Wald oder nur aufs Sofa...Kraft tanken.
Wo wohnst du denn ... ungefähr.
Wärst du in der Nähe kâm ich dir die Wohnung putzen.
Ich schickt einen Drücker, Schoki, Wein, Gebet ....nimm was du magst.

Gerlind (Profil) schrieb am 07.04.2021 08:55

Hallo,

ich schick dir mal ne große Portion Kraft!
Und ja, wahrscheinlich atmet ihr nach der Abfahrt alle drei auf, macht was schönes, soweit das gerade machbar ist!

Bzgl. Jugendamt unterschreib ich bei meiner Vorgängerin, hier läuft da gerade -Corona und der damit einhergehenden Einschränkung geschuldet- auch gar nicht viel....

Aber mit deinem großen Sohn würde ich schon darüber reden. Irgendwann kommt Papa wieder und es geht ihm hoffentlich besser, aber es wird euch ja immer begleiten.
Es gibt gute Kinderbücher zu dem Thema! Ich hab nur grad diese Woche noch frei, kann dir somit keinen Titel aus dem Ärmel schütteln.
Ach und jetzt ist der Zeitpunkt, die Jungs mit einzubeziehen! Auch wenn sie das gerade nicht so sehen. Aber jetzt könnt ihr drei an einem Strang ziehen, du benötigst keine "Energie für deinen Mann" . Wann, wenn nicht jetzt!

Alles Gute für euch
Gerlind

Anonym schrieb am 07.04.2021 09:01

Ja zum Glück habe ich Freunde und auch Familie hier vorort. Es ist ja in jeder Familie zurzeit so viel Trubel, aber ich kann die Jungs sicher mal nort ein paar Stündchen abgeben. Und um Freundschaften muss ich mich mal bemühen, ich hab so vieles hinten angestellt, aber ich bin guter Dinge dass das alles eine Chance hat.
Wir wohnen in Baden. Ich hab echt überlegt, wenn ich die Bude aufgeräumt hab, eine Putzhilfe zu organisieren um mal all die Spinnweben zu entfernen, die Dusche zu schrubben, die Küchenschränke auszuwischen, hier stand das alles die letzten 2 Jahre zurück. Ich putz ja eh nicht gerne:-) Ich hab letztens wirklich jemand getroffen der meinte, gegen Langeweile in Kurzarbeit schrubbt sie einfach die Wohnung! Ich hab gedacht ich hör nicht recht!
Ich mache mir jetzt mal einen Plan, welches Zimmer ich wann aufräume, das ist mal ein kleiner Anfang. Heute ruhen wir aber erst einmal und gehen es gemütlich an. Die Kinder sind ganz schön traurig.
ich muss das Thema mit ihnen angehen. Hat jemand Buchempfehlungen?

S.

natascha (Profil) schrieb am 07.04.2021 18:20

Hi,

denkst du, dass dein Sohn diese Azssage getriffen hat, weil er keine Lust hat , zu helfen oder um es zu verstehen......
Kinder haben oft einen ganz anderen Blickwinkel.



Wenn du ne Gute Freundin hast, evtl hilft sie dir, ne Grundordnung oder Reinigung zu schaffen.

Emotional hilfe .... Das ist echt wichtig....
Leider habe ich kein Buchtipp.
Liebe Gruesse.
Natascha

Fashymama (Profil) schrieb am 10.04.2021 09:43

Diakonie, Caritas und Co haben Beratungststellen.
Da bekommt man oft gut Hilfe. Die helfen einem sich zu sortieren undhaben den Blick auf die Kinder.

Anonym schrieb am 10.04.2021 13:03

Ich wollte mich nochmal melden. Ich bin mir nicht sicher wie es mein Sohn gemeint hat aber ich glaube auch, er hat einfach keine Lust. Dinge die er machen MUSS, sind schrecklich für ihn;-)

Ansonsten geht es uns sehr gut. Die Jungs vermissen ihren Papa sehr aber wir sind alle erstaunlich gelassen und entspannt. Ich fühle mich so befreit wie schon lange nicht mehr. Wir 3 haben heute Morgen angefangen aufzuräumen und mal durchgesaugt. Ein Anfang ist gemacht. Ich denke ich bekomme einen Überblick in den nächsten Wochen und wenn es mir dann noch nicht sauber genug ist, frage ich wirklich eine Freundin. Ich bin verwundert wie gut wir das alleine hin bekommen.

Ich danke euch für alle Ratschläge und die Schoki, Tee und Gebete.

natascha (Profil) schrieb am 10.04.2021 14:10

Das freut mich......

Hoert sich echt gut an.......
Das faellt mir das Lied vom Dschungelbuch ein.....
Probiers mal mit Gemuetlichkeit.....


Lg Natascha

Anonym schrieb am 13.04.2021 22:55

Mein Mann ging 2018 mit Burn Out in die Klinik als ich Schwanger und mit 7 jähriger Tochter alleine war. Ich habe hier keinerlei Familie und nicht sooo viele Leute die ich um Hilfe bitten kann. Die Schwangerschaft war zudem ziemlich angstbesetzt, weil viele Fehlgeburten im Vorfeld .
Ich denke ihr wisst wer ich bin.
Kurzum: ich hab es geschafft und zwar recht gut. Es war so wie du es beschreibst, eher eine große Erleichterung. Man muss zwar alles komplett alleine machen, ABER dieser Energie Sauger "Sorge um den Mann" fällt weg und auch dieses Recht machen. Damit meine ich: was ich koche, wie ich putze etc pp musste nur noch mir und meiner Tochter recht sein, das spart auch Energie. Auf Arbeit hab ich mich dann mal 2 Wochen krank schreiben lassen, ich hab einfach nicht mehr den Helden gespielt. Am Ende hatte es sich so sehr gelohnt.
Man stellt es sich im Vorfeld viel schlimmer vor als es am Ende ist. Ich wünsche euch alles Gute!!!
..kes