"Wenn die Zukunftsvisionen zu weit auseinander gehen. bleiben oder gehen? Teil II"

StartseiteForum › "Wenn die Zukunftsvisionen zu weit auseinander gehen. bleiben oder gehen? Teil II"
Startseite Navigation
EinloggenRegistrieren

Anonym schrieb am 20.10.2021 01:45

Wenn die Zukunftsvisionen zu weit auseinander gehen. bleiben oder gehen? Teil II

Unter diesem Titel habe ich vor fast 2 Jahren geschrieben.
Mittlerweile ist es viel schlimmer geworden.

Mein Mann fühlte sich von mir so dermaßen unter Druck gesetzt, dass er eine Paartherapie wollte. Das war vor 1 1/2 Jahren, das letzte Gespräch war Ende 2020.
Ich brauche immer sehr lange, bis ich etwas verändern kann.
Durch die Therapie (die wir wegen Corona nicht beendet haben) ist mir klar geworden, dass ich mit ihm keine Zukunft sehe. Auch wenn ich immer noch etwas Hoffnung habe.
Ich sehe ihn mit ganz anderen Augen und kann vieles nicht mehr ertragen. (Auch die Therapeutin meinte, dass wir sehr verschieden sind und sie verstand nicht, warum wir uns das "antun" zusammen zu bleiben.)
Während der Therapie wurde mir klar, dass ich immer noch weg will...... aber nicht mehr mit ihm.
Seine Aggressionen kann ich nicht mehr ertragen, genauso wenig wie seine schlechte Laune, sein Geseufze, dass er sich meist sofort aufregt, dass er laut redet tut mir richtig in den Ohren weh.
Zuhause schlurft oder trampelt er rum, die Türen kann er nur laut auf- und zumachen. Kommunikation geht nicht, üüüberhaupt nicht. Wenn ich ihn bitte, leiser zu sein kommt nur: Du bist doch genauso laut.
Wir reden nur noch über Organisatorisches oder die Kinder. Über Gefühle reden geht mit ihm nicht. Und mit gewaltfreier Kommunikation kennt er sich auch nicht aus, interessiert ihn auch nicht.
Er liebt es, über andere zu reden. Wildfremde Leute. Mokiert sich dann, wie sie sich verhalten. Autofahren mit ihm ist die Hölle. Er regt sich bei jeder roten Ampel auf und die anderen Autofahrer sind sowieso die letzten Arschlöcher.
Wenn ich ihm einen Spiegel vorhalten würde, würde er nur sagen, dass ich ihn falsch darstelle, dass er ganz anders ist.
Früher habe ich noch versucht, Stress und Druck von ihm fernzuhalten, in der Hoffnung, dass er dann bessere Laune hat. Ist mir nicht gelungen.
Ich sehne mich noch einem liebevollen, warmherzigen Zuhause, nach einer Partnerschaft auf Augenhöhe.
Seit Mai geht er wöchentlich ca. 20 Stunden Radfahren. Er kommt aus der Schule heim (er ist Lehrer), isst mit uns und schwingt sich dann aufs Rad. So egoistisch. Ich war einmal mit einer Bekannten für 2 Stunden spazieren. Seine Reaktion war: was ist mit den Kindern? Das Jüngste kann man noch nicht so lange alleine lassen. Ihn kümmert es nicht.
In unserem oberen Bad steht in der Badewanne noch der Farbeimer mit Pinsel,.... weil er vor 1 1/2 Jahren das Zimmer des Jüngsten renoviert hat. Früher hätte ich deswegen heulen können.

So, genug darüber geschrieben. Das Beste kommt zum Schluss:
Seit dieser Woche bin ich Studentin :)
Ich versuche, mir ein neues Leben aufzubauen. Irgendwann werde ich bereit sein, einen Schlussstrich zu ziehen und dann kann ich auch auf eigenen Beinen stehen und mein eigenes Geld verdienen.
Liebe Grüße euch allen!

Antworten

dorle (Profil) schrieb am 20.10.2021 12:33

mein Rat:
Trennen so schnell es geht.

Du hast ja echt viel versucht.

Je kleiner die Kinder sind, desto selbstverständlicher ist es auch dass sie bei der Mutter bleiben.
Je älter sie werden, desto eher fängt ne Diskussion darübr an ob sie nicht genauso toll auch bei einem Vater leben können und schwupps gehts dir wie mir und inzwischen vielen anderen Frauen - Kinder beim Vater.

Alles andere kriegst du auch so gebacken und nicht zuletzt:

du hast nur 1 Leben.
Auch die Kids sind irgendwann mal kein Lebensinhalt mehr und werden gehen und wenn du Pech hast sitzt du dann immernoch mit dem ollen Griesgram da.

Glaub mir, draußen gibts viele nette Typen die den Sprung ins Familienleben verpasst haben und sich ne liebe Frau mit Kids wünschen.