"Berufswahl - das große Rätselraten"

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dorle (Profil) schrieb am 20.10.2021 12:46

Berufswahl - das große Rätselraten

Wie habt ihr eure Kids bei der Berufsfindung unterstützt?

Keine Studierenden, das ist ja nicht so kompliziert.

Aber jetzt ist mein Großer soweit, dass er sich auf einen Ausbildugsplatz bewerben soll.
Wegen Corona sind sämtliche Praktika ausgefallen und sämtliche Noten nach unten abgerutscht.

Wie seid ihr vorgegangen?

ich tendiere dazu, ihn erstmal nach der 10. Klasse noch diverse Praktika, Berufsfindungzeiten, freiwilligendienste blabla durchlaufen zu lassen.

Dazu kommt, dass er in dieser Zeit wirklich soziale Defizite hat. Die Jungs wohnen ja auf dem Land - die nächsten Kids kilometerweit entfernt.
treffen durfte man sich nicht.

Neulich fragt er mich: Wie macht man das eigentlich wenn man eine Party feiern will?

ich war ganz baff.

Vom Jobcenter als Hilfe halte ich leider überhaupt nichts. Ich habe in der Sparte gearbeitet und war entsetzt über die Vorgehensweisen von Bildungsträgern in Zusammenarbeit mit den Jobcentern.

Antworten

Nachtkatze (Profil) schrieb am 20.10.2021 15:58

Ich: Jahrespraktikum auf nem Demeter Landwirtschaftsbetrieb. Da gibts ein irres Spektrum von Technik über Soziales.
Am Ende weiß er sicher, was er will (auch wenn das vermutlich nicht Landwirtschaft ist.)

Weiß er denn ungefähr eine Richtung? Technisch, Medizinisch, sozial, Handwerklich?

natascha (Profil) schrieb am 20.10.2021 16:01

Hi


Wir hatten letztes Jahr das Problem.
Es gibt ganz viele Videos zu Berufen
Die haben wir geschaut.
Davor haben wir so eine Art diagram gemacht. Handwerk.
Buero.
Drausen drin.
Holz
Metal
Und so.
Zwei meiner Kinder haben Bufdi und fsj gemacht.
Bewerbung alles online.

Es gibt in verschiedene Bundeslaender ein Berufsorientierungsjahr.
Da wechseln die Kinder alle paar Wochen den Betrieb.


Lg Natascha

Anonym schrieb am 20.10.2021 16:07

Hallo Dorle,
ich hab jetzt noch keine Kinder in dem Alter aber versucht mich daran zu erinnern wie es bei mir war. Ich war auf der Realschule. Da ich schon immer großes Interesse an medizinischen Themen hatte hab ich bei meinem früheren Kinderarzt ein Praktikum gemacht, das fand ich cool. Unsere Nachbarin ist Erzieherin, die durfte ich ne Woche in den Kindergarten begleiten, hat mir überhaupt nicht gefallen. Ferienjob hab ich nem Büro gemacht, Akten ablegen, Daten in den PC eingeben, das war auch nix. Jobcenter war überhaupt keine Hilfe. Es gab damals so ein ganz dickes Buch mit allen Lehrberufen, das habe ich als Nachtlektüre immer wieder angeschaut. Hab dann eine Ausbildung als Arzthelferin angefangen, das war nicht mein Fall, aber auch weil der Chef schrecklich war und das Klima in der Praxis schlecht. Hab dann Abi gemacht und im Anschluss ne Ausbildung zur MTLA .. jetzt arbeite ich in nem tumorbiologischen Forschungslabor und habe meinen Traumjob. Was mir geholfen hat ist viel Infos einholen, die Praktika auf jeden Fall (hab auch während der MTLA Ausbildung diverse Praktika absolviert, u.a. auch ein Pflegepraktikum (das war auch überhaupt nicht mein Fall .. ich kann nicht mit Patienten arbeiten, das nimmt mich zu sehr mit)), meine Eltern die mich nicht aktiv aber passiv unterstützt haben indem sie mir immer wieder zugesichtert haben, eben wenn möglich das zu unterstützen was ich selbst gerne möchte.
An was hat er dann Interesse? Könnt ihr zusammen im Netz recherchieren nach Berufen die seine Interessen bedienen? Praktika finde ich so, so wichtig .. in den Betrieb reinschauen, fand und finde ich heute noch spannend. Ich habe das alles was möglich war mitgenommen, war auch mal im OP, bin mit meiner Mama und meinem Papa zur Arbeit (Zahnlabor und Bank). Bekannten ansprechen die passende Berufe haben ob da ein schnuppern möglich ist.

LG

Henni (Profil) schrieb am 20.10.2021 19:07

Liebe Dorle,

FSJ oder ähnliches würde ich auch raten.

Wichtig daran finde ich:

- dass ein Träger dahinter steht, der die Jugendlichen begleitet (die haben dann 6 Wochen Seminare übers Jahr verteilt, plus noch Anleiter-Tage)
- dass es an der Einsatzstelle noch weitere FSJler gibt und er nicht der Einzige in der Erwachsenen-Welt ist; der Austausch in der Peer-Group ist in der Phase so wichtig!

Ich hab beruflich jedes Jahr mit FSJ zu tun.
Für die, die das nach der 10. Klasse machen ist es schon echt eine Herausforderung. Aber auch für die 19 jährigen ist die Begleitung durch einen Träger, der Austausch mit Gleichaltrigen etc. total wichtig. Das macht dann letztlich aus, ob sie sinnvolle Erfahrungen daraus mitnehmen.

Erkundigt Euch, welcher Träger ein gutes Angebot/eine gute Begleitung macht.
Hier sind es die Diakonie und der BDKJ.

Muss ja auch nicht bei euch in der Nähe sein, gibt ja viele Stellen, wo man auch wohnen kann.

Berichte doch mal, was es dann am Ende wird!
Alles Gute - Henni

Anonym schrieb am 20.10.2021 19:09

Ich würde mal schauen, ob die Arbeitsagentur in der nächgrößeren Stadt nicht extra Angebote für genau diese Zielgruppe hat. Bei uns (leider einmal quer durch die Republik) gibt es extra Berater, die die Schüler unterstützen und auch Praktika vermitteln.

Gruß
RU

natascha (Profil) schrieb am 20.10.2021 19:09

Meine Tochter hatte ein Kulturfsj gemacht im Kinder und Jzgendtheater, war klasse.
Ging uebers Kulturbuero



Lg Natascha

Anonym schrieb am 23.10.2021 20:21

Hallo Dorle,
du schreibst ja bisher nur was du willst oder nicht willst. Was will dein Sohn denn?
LG Doro

Inge (Profil) schrieb am 24.10.2021 17:35

Mein Sohn hatte genau aus diesem Grund die 9. Klasse in der Realschule wiederholt (und auch weil sein bester Freund auch wiederholt hat). Er hat sich jetzt immer noch schwer getan mit der Berufswahl. Auch er hat Videos im Internet angeschaut, hat mit Leuten gesprochen die er privat kennt und hat noch mal einen Chat mit der Berufsberatung gehalten.

Ich habe ihm folgende Möglichkeiten gelassen:
- Ausbildung
- FOS
- FSJ

und er weiß v. a. auch:
wenn es ihm im ersten Lehrjahr gar nicht gefällt kann er wechseln, wenn das große Grauen erst später kommt, kann er fertig machen und danach noch eine andere Ausbildung machen. Heute ist es ja nicht mehr so, dass man zwangsweise sein Leben lang in dem Beruf arbeiten muss, den man ursprünglich gelernt hat, man kann sich weiterbilden oder umorientieren. Es ist also nicht unbedingt eine Entscheidung fürs Leben.

LG Inge

Marlis (Profil) schrieb am 25.10.2021 21:12

Hallo Dorle,

wir sind da auch in einer unendlichen Findungsphase ;-) Meine Grosse ist jetzt auch in der 10. Klasse. Sie ist zwar nicht sonderlich gut, aber schon fleissig und da sie auch noch gar keinen Plan hat, was sie werden will, muss sie (will sie auch) noch weiterhin zur Schule.

Wir müssen jetzt auch so eine Art Leistungskurse auf dem Gymasium wählen, puh, da qualmt uns allen die Rübe. Denn letzten Endes muss sie so wählen, also strategisch :-(, dass ihr Abi so allgemein wie möglich ist. Alles nicht so einfach. Im Juni nochmal Praktikum, da hab ich mit ihr schon abgesprochen, dass sie diesmal so ein freiwilliges soziales Praktikum (service national universel) macht, weil das letzte Praktikum hat ihr gar nicht gefallen (in einer Bank), das dachten wir uns auch schon vorher, es war nur so unheimlich schwer überhaupt eines zu finden, wegen Corona, da waren wir dem Vater einer Klassenkameradin echt dankbar, die haben 11 Praktikanten genommen!

Ich finde es auch furchtbar, dass die Kinder so früh schon wissen sollen, was sie werden wollen, ich selbst hab da ja auch recht lange "rumgeirrt" bzw. dann was gemacht, was mir nicht gefallen hat, und auch schon 2x Berufsbranche komplett gewechselt. Ist ja heutzutage nicht mehr so unüblich. Ich finde deshalb auch ganz wichtig, dass man den Kindern vermittelt, dass sie sich "irren" dürfen und auch nochmal umentscheiden dürfen, was allerdings nicht heisst, dass sie finanz. den Eltern bis 30 auf der Tasche liegen müssen ;-)
Ich finde auch Pausen/Auszeit, nach der Schullaufbahn sehr wichtig, vor allem Reisen, sich einfach was ansparen und dann sehr minimalistisch leben, da lernt man ja so viel fürs Leben. Denn wenn man erst mal in dem Alltag-Arbeitsleben-Trott drin ist, kommt man da nimmer so schnell raus, so frei und ungebunden ist man ja doch nur sehr kurze Zeit, so aufs ganze Leben betrachtet.

LG, Marlis