"Oma wird sterben"

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Anonym schrieb am 19.05.2022 22:58

Oma wird sterben

Meine Oma (83) hatte einen Schlaganfall. Ein Arm ist gelähmt, sie kann nicht laufen (Beine sind nicht gelähmt) nicht sprechen und nicht schlucken. Das ganze ist jetzt 1 Woche her und verschlechtert sich stetig. Sie konnte leserlich schreiben, jetzt kann man es kaum noch entziffern. Sie ist klar im Kopf! Schwierig wenn wir nicht wissen was sie uns mitteilen möchte da man vieles einfach nicht mehr lesen kann :(
Sie möchte keine lebenserhaltenden Maßnahmen. Sie wollten ihr jetzt einen Schlauch durch die Nase legen damit sie ihre Medikamente bekommt und eben Kalorien. Damit sie etwas gestärkt wird und in Reha kann. Dort könnte sie evtl. wieder sprechen und schlucken lernen. Wenn man sie fragt ob sie in Kur möchte nickt sie, dafür bräuchte sie aber kurzzeitig diesen Schlauch durch die Nase um etwas zu Kräften zu kommen sonst kann sie eben nicht in Reha. Nunja sie verweigert es. Ist ja auch ihr Recht. Sie kommt dann in 1 Woche nach Hause, wir haben eine 24std Pflege organisiert. Diese meint es würde maximal noch 4 Wochen „gut gehen. Wir haben über Pfingsten Urlaub gebucht die gesamten 2 Wochen :( liegt natürlich gerade in dieser Sterbezeit. Ja ich weiss ich kann es nicht verhindern,allerdings bin ich eben 2 Wochen im Ausland und seh sie dann nur über Video.
Sie hat heute im Krankenhaus geheult weil sie sich so Sorgen macht um die Bezahlung der Pflege. Sie hat keine Pflegestufe. Ich bin total fix und fertig und total überfordert und nur noch am heulen

Antworten

Anonym schrieb am 20.05.2022 06:59

Hi,


darf ich dich mal drücken?


Warum kommt Oma nicht in eine geriatriche Reha? Wo sie sie mobilisieren?


Meine Mum hatte 12,2019 einen Stammhirninfackt. Sie wollte nimmer, hatte sich aufgegeben, dann bekam sie Antidepresiva und es ging berauf.
Die rechte Seite war gelähmt, sie konnte nicht sitzten. Keine Rumpfstabilität.
Essen ging nur angedick, pueriert.
Sie kamm nach knapp 3 Woch krankenhaus in eine Reha .
Dort war sie bis 8 Wochen und sie hätte nochmal Verlängerung bekommen.
Aber der Lookdown kam.
Sie hatte anfangs nen Rumpfgestützen Rollstuhl.
Nix ging.
Als sie heim kam, konnte sie mit ner Fussschiene am Oberarmrollator laufen, und sogar an einem Geländer. Normal essen und sprechen.
Die 6. Monate sind entscheident, was da an Bewegung aufgebaut werden kann, festigt sich oft.
Sie hatte dann zu hause 2x mal die Woche wo ein Rehamensch kam.
Und ging ab und zu in fuer 3 Wochen in ne Tagesreha.

Zu hause hatten wir auch ne 24 h Kraft und Lifter Pflegebett, Wannenlifter, antirutch unterm Teller.
Wc Erhöhung und Wandgriff, Treppenraupe.

Wenn ich dran denke, wie sie Krankenhaus, war.
Und nach der Reha.
Sterben kann man weniger gut vorhersehen, das kann auch noch 8 Wochen dauern oder nur zwei oder oder oder.

Wenn du nicht vorhast, neben ihrem Bett zu sitzen, 24 h.
Dann kannst du wenig machen.
Klar, Zeit verbringen.
Verabschieden kannst du dich auch vor eurem Urlaub.
Die Beerdigung kann man schieben.

Meine Eltern wurden auch 4 bis 6 Wochen später beerdigt.

Den Kopf wirste im Urlaub nicht frei haben, aber evtl könnte er doch gut tun.
Denke an die Zeit, die gut war, das war dein leben und nicht an die letzten 4 bis 12 Wochen.
Hab ein wenig Vertrauen.
Wenn es jetzt Zeit ist, für Oma zu gehen, dann lasst los und sie gehen,
Diese gigantische Luebe führt oft dazu, dass wir das nicht wollen und das ausstrahlen.
Das ist dann schwer, weil Oma das Gefühl hat, gebraucht zu werden.


Wenn nich nicht die Zeit da ist, dann mobilisieren.


Es soll sich nicht abgedroschen anhören.
Ich hab das mit meinen Eltern hinter mir, inklusive Sterbebegleitung.

Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie immer sagten, was sie wollten und was nicht.


Sie sagten immer, überlege, was du wollen würdedt in unserer Situation.....

Wie es soweit war und der mediziniche Aufwand grösser wurde, als die Qualität des lebens, war klar..... Loslassen.


Luebe Grüsse
Viel Kraft
Und noch mehr Mut.
Natascha

Sie bringen uns in diese Welt und wir aus dieser Welt.






Anonym schrieb am 20.05.2022 07:21

Habs jetzt erst gerafft mit dem Schlauch....


Viel Kraft.
Natascha

Anonym schrieb am 20.05.2022 07:22

Sie ist jetzt noch 1 Woche im Krankenhaus auf der geriatrichen Station. Ist eine Kurzreha. Danach sollte sie eigentlich woanders mindestens 3 Wochen Reha machen. Die Oberärztin sagte gestern jedoch,dass dies jetzt doch nicht gehen würde da sie eben diesen Schlauch verweigert um etwas zu Kräften zu kommen. So schwach könne man in der Reha nichts mit ihr machen.

Sie sagt schon ein paar Jahre,dass sie ihr Alter erreicht hat. Mein Opa ist vor 7 Jahren verstorben das hat ihr auch zugesetzt.

Es macht mich wahnsinnig,dass sie klar ist im Kopf sich aber uns kaum noch mitteilen kann da wie gesagt ihre Schrift immer unleserlicher wird. Der Schlaganfall sitzt fest und sie kann ja keine Medikamente schlucken keine Blutverdünnung usw. Der nächste Schlaganfall könnte also auch noch kommen.

Anonym schrieb am 20.05.2022 10:25

Es gibt immer Möglichkeiten Medizin zu verabreichen. Mum hatte alles gemahlen bekommen, und mit angedicktem Wassee bekommen, ist halt aufwendig.

Ihr habt auch das Recht auf Kurzzeitpflege.

Kann sie gar nimmer schlucken?

Mum musste den kopf zur Seite drehen, da die Gesichtshälfte hing.
Habt ihr Oma mal gefragt, ob sie sterben möchte?

Wenn sie das bejat, dann alles klar.
Wenn sie das beneint, muss sue verstehn, was das mit sich führt.

Lg Natascha

Anonym schrieb am 20.05.2022 11:49

Nein sie kann nicht schlucken auch nichts angedicktes. Vor ein paar Tagen ging das noch. Wir wollen keine Kurzzeitpflege und sie möchte auch ganz klar nach Hause. Sie hat noch leserlich geschrieben Internet 24std. Ich soll im Internet nach einer 24 std Pflegekraft suchen. Dann hat sie angefangen zu weinen, sie denkt das Geld reicht nicht aus. Sie hat keine Pflegestufe,hätte sie schon Jahre haben können allerdings hat sie dies immer verweigert. Es war immer schwer mit ihr,sie hat nie gemacht was jemand zu ihr sagte auch nicht was Ärzte sagen. Sie zieht ihr Ding durch schon immer. Wie gesagt sie sagt schon Jahre sie hat ihr Alter. Sie versteht sehr wohl, dass es zu Ende geht wenn sie nicht mitmacht. Sie hat auch schon vor ein paar Tagen aufgeschrieben was die Urenkel bekommen sollen usw. das kann man noch lesen

Anonym schrieb am 20.05.2022 12:35

Ok, klar definiert.

Pflegegrad solltet ihr jetzt sofort im Krankenhaus beantragen, sonst vekommt sie einige Hilfsmittel nicht.

Selbetbestimmtes Leben......
Bete mit ihr, wenn sie das möchte. .

Lg Natascha

MausmannMama (Profil) schrieb am 21.05.2022 01:33

Mein Vorschlag wäre auch im Krankenhaus über den Sozialdienst Pflegestufe beantragen.

Anonym schrieb am 21.05.2022 10:51

Ja das haben wir schon vor ein paar Tagen gemacht. Und jetzt noch ein Krankenbett für zu Hause, hoffe das klappt alles so schnell

natascha (Profil) schrieb am 21.05.2022 13:16

Das Krankenhaus darf sie nicht entlassen, wenn die Häusliche Pflege nicht gewährleistet ist.
Normal gibt es pflegegrad 2 ungesehen und wird dann nachgebessert rückwirckend.
Das brauchste, um die Sachen für zu hause zu besorgen.
Lass euch weil Proben von Inkomatterial schicken.
Die Krankenkasse der Oma sagt, mit wem sie zusammenarbeiten.
Es gibt 20 Euro Inko
40 Euro Pflegebox das sind Handschuhe Betteinlagen und so.
Lätzchen.

Wenn es vor Ort einen Sozialdienst gibt, der Berät euch.

Lg Natascha

Anonym schrieb am 21.05.2022 21:20

Moin.
Eileinstufung Pflegegrad mit Pflegeüberleitung/Sozialdienst des Krankenhauses auf die Wege bringen. Sich beim regional zuständigen Pflegestützpunkt beraten lassen (auch über weitere finanzielle Möglichkeiten).
Physio, Logo und Ergo über Hausarzt rezeptieren lassen (kleine Reha zu Hause) vs
Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (zur Sicherung einer Symptomkontrolle am Lebensende).....

Wie groß der Nutzen einer (nasogastralen (Sonde über Nase in Magen) Sonde zur Kalorienzufuhr und Tabletteneinnahme wirklich ist, um jmd reha-fähig zu bekommen, ist strittig.
Wenn sie dies ablehnt und ordentlich darüber aufgeklärt ist und nach Hause möchte, hat sie doch ihren Willen bekundet.

Anonym schrieb am 21.05.2022 22:04

Ja das haben wir schon beim Sozialdienst des Krankenhauses alles mitgeteilt sie schicken die Anträge raus.
Ergo,Physio usw würde zu Hause keinen Sinn machen da sie jetzt schon schwach ist und es zu Hause wohl schnell rum ist wurde uns gesagt. Donnerstag oder Freitag soll sie entlassen werden. Im Krankenhaus bekommt sie wenigstens eine Flüssigkeitsinfusion zu Hause dann warscheinlich nicht mehr. Sie hat dauernd Durst aber darf nichts trinken :(
Das Krankenhaus entlässt sie auf jedendall ihnen ist das egal wegen dem Bett ob es rechtzeitig da ist oder nicht. Sie müsse dann in Kurzzeitpflege. Ist allerdings überall voll und wir wollen das auch nicht,sie hat es gleich mit weinen signalisiert dass sie nach Hause möchte und nicht ins Heim.

muräne (Profil) schrieb am 23.05.2022 06:41

Gegen Trockenheit im Mund einfach den Mund mit wattestäbchen befeuchten, gibt in der palliativpflege auch so extra Stäbe dafür. Wattestäbchen tun es aber auch. Lippen Pflege ist auch gut. Gibt auch extra Bonbons aber wenn sie gar nicht schlucken kann, geht das vielleicht nicht. Eiswürfel zum lutschen bzw dran saugen in mulltuch einschlagen könnte auch gehen.

lieselsche (Profil) schrieb am 24.05.2022 17:37

Auf jeden Fall vom Hausarzt oder Klinikarzt SAPV verordnen lassen und das Team der Region vorab kontaktieren, so werdet ihr zu Hause umfassend palliativmedizinisch betreut und begleitet.

natascha (Profil) schrieb am 31.05.2022 07:37

Wie geht es euch?


Liebe Gruesse Natascha

Anonym schrieb am 24.06.2022 13:54

Alles sehr schwierig. Sie isst 2-3 Löffel Pudding am Tag und trinkt paar Schlucke Wasser. Wir haben eine 24 Std Pflege die am Ende ist ( seit 2 Wochen ist sie nun hier so lange ist Oma nun zu Hause ). Die Arbeit ist ihr zu viel usw.
Meine Oma ruft dauernd nach ihr sie würde nicht zur Ruhe kommen. Wenn meine Oma aber tagsüber schläft legt sie sich auch nicht hin…. Naja eine Pflegestufe hat sie noch immer nicht alles ist ein Kampf man bekommt so wenig verschrieben. Nun hat sie dauernd Krampfanfälle wie epileptische Anfälle sind das. Hausarzt darf nichts verschreiben und der Neurologe sagt er verschreibt nichts da er sie nicht kennt. Wir drehen und im Kreis
Die Pflegfrau ist für 3 Monate da dann kommt eine andere. Wir bezweifeln allerdings dass wir nochmal jemand finden der das alles mitmacht,Oma ist schwierig. Und sie bekommt nicht viel Rente also ist die Pflegefrau unterbezahlt für diese Arbeit das macht keine andere mehr.
Meine Mutter ist nervlich sowieso schon am Ende sie möchte dass Oma ins Altersheim kommt dann ist der Stress zu Ende. Allerdings müsste hierfür das Haus verkauft werden oder einen Teil vermieten,das Geld reicht hinten und vorne nicht.

Anonym schrieb am 24.06.2022 20:20

Bei Mum war das auch mit dem Ruf, das ist ne Hilflosigkeit.
Wir haben sie in ne geschloss Klinik einweisen lassen.
Dort wurde sie vernünftig eingestellt.
Dann war sie richtig gut drauf.

Pflegestuffe geht rückwirkend... Doof.... Aber Das Geld ist nicht weg.
Sie Müsste 4 bekommen.
Das sind mehr als 900 € plus 125 € haishaltsnahe Dienste plus Verhinderungspflege.

Die Pflegerin muss auch sich abgrenzen, nicht auf alles reagieren.
Oder Oma in einem Rumpfgestützen Rolli mit zum Kochen oder Waschen nehmen.
Mum war immer in dem Raum, wo die Pflegerin war.
Mittagsschlaf vor der Glotze.


Ist sehr schwer.
Sie müsste eigentlich Infusionen bekommen. Sie ist doch total dehydriert.
Das müsste der Hausarzt machen .

Altenheim ist ne gute Sache, wenn die genung Personal haben.
Egal wie, wenn Oma ruft, dann lassen sie sie rufen, dennauch dort hat keiner Zeit, sich den ganzen Tag dazuzu setzten.

Die mediziniche Versorgung ist ja echt der Hammer...
Könnte ich austicken.

Wenn ihr Oma ins Heim gebt, informiert euch gut.
Kosten, was ist drin in den Kosten, wäsche kommt ne Fusspflege....

Schwere Zeit....

Viel Kraft....
Liebe Grüsse
Natascha

Anonym schrieb am 25.06.2022 17:50

Wäre eine SAPV Versorgung nicht ideal. Da wäre rezeptieren von benötigter Medikation zur Symptomkontrolle gar kein Problem.
Wenn sie dann auch ggf deutlich ruhiger ist und die Tag-Nacht-Umkehr reduziert ist, dann wird's auch für die Pflegekraft einfacher.
Mal über ne Einweisung auf Palliativstation nachgedacht. Medikamentöse Einstellung und schauen, Jobs danach zu Hause besser gehen könnte und SAPV für zu Hause verordnen lassen oder dann doch ins Heim mit SAPV Betreuung rund um die Uhr.